Jahresbericht der Beratungsstelle "Frauen helfen Frauen" - 240 Beratungen in 2014

Prävention stand ganz oben

Waldkraiburg - Der Schwerpunkt der Arbeit des Vereins "Frauen helfen Frauen" stand im vergangenen Jahr ganz unter dem Zeichen der Prävention. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den Monika Binder, hauptamtliche Mitarbeiterin des Vereins, bei der Jahresversammlung vorgetragen hatte.

Da ihre Arbeitszeit im Oktober 2013 auf 22 Wochenstunden aufgestockt werden konnte, konnte im Jahr 2014 ein größer angelegtes Präventionsprojekt in Angriff genommen werden. Angeregt durch eine Fachtagung zum Thema "Jugendliche als Täter und Opfer sexueller Übergriffe und sexueller Gewalt", wurde die Wanderausstellung "Echt krass - Wo hört der Spaß auf" nach Waldkraiburg geholt. Hauptanliegen ist die Sensibilisierung für sexuelle Grenzverletzungen und das Aufzeigen von Hilfsmöglichkeiten.

Bei einem Mitmach-Parcours im Waldkraiburger Gymnasium, nützten rund 500 Schüler die Gelegenheit, sich an fünf interaktiven Stationen mit dem Thema auseinanderzusetzen. Zusätzlich wurden bereits im Vorfeld schulinterne Lehrerfortbildungen und Elternabende durchgeführt.

Der Verein "Frauen helfen Frauen" nutzte aber auch die Gelegenheit, bei der "Woche des bürgerschaftlichen Engagements" die Möglichkeit, sich und seine Anliegen zu präsentieren. Das gleiche gilt für das Hissen der "frei leben- ohne Gewalt"-Fahnen zum internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen. Zu diesem Anlass war auch der Film "Le Passé" im Waldkraiburger Studiokino zu sehen.

Hauptanliegen des Vereins bleibt weiter, von Gewalt betroffenen und bedrohten Frauen individuell Hilfe zu bieten, um sich aus dem Kreis aus Gewalt, Schuldzuweisung und negativer Lebensplanung zu befreien. 240 Mal wurden im vergangenen Jahr Beratungen in Anspruch genommen, entweder persönlich, telefonisch oder online.

Beinahe 32 Prozent der betroffenen Frauen wandten sich an den Verein "Frauen helfen Frauen", weil sie Gewalterfahrung in Ehe oder Partnerschaft gemacht haben, eine akute psychische Gewaltanwendung durch den Partner erfahren haben, in ein Frauenhaus vermittelt werden wollten oder juristische Beratung haben wollten. 28,6 Prozent suchten die Beratungsstelle auf, weil sie wegen Gewalterfahrung in der Partnerschaft in Trennung oder Scheidung leben.

Etwas mehr als 40 Prozent der Frauen, die bei dem Verein Hilfe suchten, kam aus dem Landkreis Mühldorf, etwas mehr als elf Prozent machte keine Angaben zum Wohnort. 32 Prozent kommen aus der Stadt Waldkraiburg, 13 Prozent aus der Kreisstadt Mühldorf. 3,25 Prozent kommen aus anderen Landkreisen.

Die Beratungsstelle des Verein "Frauen helfen Frauen" ist montags (9 bis 12 Uhr), dienstags (14 bis 17 Uhr) und donnerstags (9 bis 12 Uhr) in Waldkraiburg, Stadtplatz 2 bis 4, geöffnet. Sie ist telefonisch unter 08638/83797 oder per Mail unter info@fhf-lkr-muehldorf.de erreichbar. re

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