Politische Zündelei

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Da spielt einer mit dem Feuer. Da will einer Unfrieden säen.

Aus politischem Kalkül. Weil Oliver Multusch nicht Tritt fasst in einem Bundestagswahlkampf, in dem er bisher weder diskussionswürdige Themen gesetzt hat, noch mit irgendwelchen Ideen aufgefallen wäre, baut er mit seinem Vorstoß gegen die Moschee in Waldkraiburg auf dumpfe Islamfeindlichkeit.

Wohlgemerkt. Es geht um einen Umzug der bestehenden Moschee für die Waldkraiburger Muslime, eine Verlagerung. Kein zusätzliches islamisches Gebetshaus. Kein überregionales türkisch-islamisches Zentrum. Das Vorhaben ist nicht überdimensioniert. Das ist übereinstimmende Einschätzung im Rathaus, das im Gegensatz zur AfD im Kontakt und kritischen Dialog steht zu den Muslimen und Vertretern der Ditib-Gemeinde in der Stadt.

Der Funktionär einer Partei, deren niederbayerischer Ableger im vergangenen Jahr diskutierte, Bau und Betrieb von Moscheen in Deutschland zu verbieten, setzt nicht auf Gespräche. Sondern auf Kampagnen, Halb- und Unwahrheiten, Fehlinformationen, unterschwellige Verdächtigungen. Er stellt pauschal die örtliche islamische Gemeinde unter Generalverdacht, die fünfte Kolonne Ankaras zu sein.

An der Politik der Regierung Erdogan und an der Rolle, die der Dachverband Ditib in Deutschland spielt, gibt es gewiss vieles massiv zu kritisieren. In den nächsten Jahren wird ein klärender Prozess deshalb unausweichlich sein. Mit dem Ziel, die Religionsausübung der Muslime in Deutschland zu sichern und gleichzeitig auf eine neue Basis zu stellen.

Aktionen Marke Multusch sind dafür nur schädlich, vertrauens(zer)störende Maßnahmen, die die Fundamente eines manchmal schwierigen, meistens guten Miteinanders der Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen in dieser Stadt gefährden. Zündler und Hetzer, ob sie nun in der Türkei oder in Deutschland sitzen, sollten keine Verantwortung für andere tragen, schon gar nicht in der Politik.

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