Ein Plus für die Bürger: Waldkraiburger Sicherheitswacht seit 1000 Tagen auf Streife

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Die Sicherheitswacht ist aus dem Waldkraiburger Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Seit 1000 Tagen sind die Ehrenamtlichen jede Woche, Tag und Nacht, auf Waldkraiburgs Straßen unterwegs. Eine Bilanz.

Von Raphaela Lohmann

Waldkraiburg – Mal auf der Berliner Straße, mal in einem der städtischen Parks oder beim Stadtfest: Man kennt die Sicherheitswacht, die regelmäßig in Zweierteams in der Stadt auf Streife geht. Wer Fragen oder ein Anliegen hat, für den haben die Mitglieder jederzeit ein offenes Ohr. Und genau darum geht es: Ansprechpartner für die Bürger sein.

Anfangs prüfend beäugt worden

„In den 1000 Tagen hat sich die Sicherheitswacht ein gutes Image erarbeitet und eine hohe Akzeptanz erreicht“, bilanziert Polizeihauptkommissar Dietmar Meißner, der bei der Polizeiinspektion Waldkraiburg für die Sicherheitswacht zuständig ist.

Von Anfang an mit dabei ist Jürgen Zabelt. Zu Beginn ist die Sicherheitswacht seiner Meinung nach „prüfend beäugt“ worden, aber das hat sich schnell gelegt. „Die Bürger wussten ja zunächst nicht, was wir machen.“ Das hat sich längst geändert. „Die Sicherheitswacht ist eine engagierte Gruppe, die ein großes Ansehen bei den Bürgern genießt“, sagt auch Meißner. Aus Sicht der Polizei ist die Sicherheitswacht eine „sinnvolle Ergänzung zum Polizeidienst“.

Primäre Aufgabe ist es, dass die Sicherheitswacht Aufgaben übernimmt, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Deshalb sei die Gruppe zu Fuß unterwegs, um für die Bürger jederzeit ansprechbar zu sein. Bei gefährlichen Einsätzen bleibt die Sicherheitswacht außen vor. „Die Sicherheitswacht ist kein Ersatz für die Polizei“, betont Meißner.

Probleme lösen auf kurzem Dienstweg

Die Sicherheitswacht greift an ganz anderer Stelle ein. Im Gespräch mit Bürgern weisen sie auf Missstände hin und helfen so dabei, auf kurzem Dienstweg kleine Probleme zu beheben. Dabei könne es darum gehen, dass zum Beispiel die Hecke vom Nachbarn zu weit auf den Gehweg hinaus ragt oder eine Straßenlaterne kaputt ist. Solche Infos würden dann an die Stadt weitergeben werden.

„Wir sind nicht bei Notfällen im Einsatz und haben damit die Zeit und die Ruhe für die Bürger“, sagt Zabelt. Dass die Sicherheitswacht zu Fuß unterwegs ist, wertet er als großen Vorteil. Denn so seien sie für die Bürger direkt ansprechbar.

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Auf diese Weise lässt sich so manches unkompliziert auf direktem Weg lösen. „Die Sicherheitswacht stellt keine Strafzettel aus und viele Bürger sind froh, dass es bei einer Belehrung bleibt.“ Gehe es allerdings um strafrechtlich relevante Angelegenheiten, werde die Polizei hinzugezogen. Über Funkgerät und Handy haben die Mitglieder stets einen direkten Draht zur Polizeiinspektion.

Ende April 2017 startete die Ausbildung der inzwischen zehn Ehrenamtlichen – unter ihnen auch drei Frauen – , am 5. Juli 2017 folgte der erste Streifengang. Seitdem waren die Mitglieder der Sicherheitswacht bei mehr als 700 Streifengängen rund 6500 Dienststunden unterwegs.

„An der Haltung der Bürger hat sich in den drei Jahren nichts geändert: „Wir sind bei den Bürgern immer willkommen und gern gesehen“, sagt Jürgen Zabelt. Aktuell hat die Sicherheitswacht zehn Mitglieder. Jeden Monat werden bei einer Dienstbesprechung unter Führung der Polizei die Termine für die Streifen festgelegt. Jedes Mitglied macht etwa fünf bis sechs Streifengänge pro Monat, jeweils drei bis vier Stunden. Das bedeutet: An etwa 20 Tagen ist die Sicherheitswacht im Stadtgebiet unterwegs. „Es gibt zwar eine Rahmenvorgabe, wann die Sicherheitswacht unterwegs sein sollte, aber die Arbeit übernehmen Ehrenamtliche. Damit hängt es immer auch von deren Verfügbarkeit ab“, sagt Meißner.

Ein zusätzliches Auge für die Polizei

Die Sicherheitswacht ist ein zusätzliches Auge für die Polizei, sucht verschiedene bekannte Jugend-Treffs auf, zeigt Präsenz und ist damit auch präventiv tätig. Aber sobald eine Situation unübersichtlich oder gar brenzlig wird, bleibt die Sicherheitswacht im Hintergrund. Aus sicherer Entfernung liefern sie als „geschulte Mitteiler“ wichtige Informationen an die Polizei. „Die Mitarbeiter wissen, dass sie bei solchen Situationen Abstand halten sollen“, sagt Meißner. Es gehe um die erhöhte Eigensicherung und daran würden sich alle halten.

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„Die Sicherheitswacht ist ein Plus für die Polizei und für die Bürger“, lautet ein persönliches Fazit von Dietmar Meißner. Der Start vor knapp drei Jahren war ein „Versuchsballon“, um zu erproben, wie die Sicherheitswacht draußen zurechtkomme und angenommen werde. „Der Versuch ist geglückt und hat sich bewährt. Die Resonanz ist durchweg positiv.“

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