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Themen: Bahnausbau, Energiewende und Trinkwasserversorgung in öffentlicher Hand

Piraten nominieren Zimmermann

Will für die Piraten in den Bundestag: Frank Zimmermann.  Foto rob
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Will für die Piraten in den Bundestag: Frank Zimmermann. Foto rob

Waldkraiburg - Der 34-jährige Frank Zimmermann tritt für die Piratenpartei zur Bundestagswahl im September im Wahlkreis Altötting-Mühldorf an. Der Bahnausbau, die Energiewende und die Beibehaltung der Trinkwasserversorgung in öffentlicher Hand sind Kernthemen Zimmermanns.

Der gelernte Industriemechaniker und Lokführer arbeitet heute als Verkehrsdisponent, Ausbilder und Informatik-Fachmann bei der Südostbayernbahn. Der geborene Kölner war im Zuge seiner Ausbildung nach Altötting und Mühldorf gekommen.

Für Zimmermann, der der Piratenpartei seit September 2012 angehört, stimmten bei der Nominierungsversammlung am Samstag im Gasthaus Graf Toerring zwölf Piraten. Es gab zwei Gegenstimmen und einen ungültigen Wahlschein. Der Piratenpartei in den Verbänden Mühldorf und Altötting gehören etwa 60 Mitglieder an. Mühldorfs Kreisvorsitzender und Landtagskandidat Hans-Peter Rotter hatte Zimmermann vorgeschlagen.

Der Bahnfachmann schlug eine schnelle Elektrifizierung der jetzigen eingleisigen Strecke zwischen München und dem Chemiedreieck vor. Bis zu einer Umsetzung würden zwar etwa zehn Jahre vergehen. Dennoch sei dies eine wirksame Hilfe für die Unternehmen. Derzeit würden Dieselloks fahren und niemand wisse, wie hoch der Dieselpreis in zehn Jahren sei. Diesen Preis müssten die Hersteller im Chemiedreieck dann auf ihren Warenpreis aufschlagen. Wesentlich seien auch Begegnungsabschnitte, beispielsweise zwischen Dorfen und Schwindegg, und mehr Aufstellraum für Güterzüge. Den Zeitraum für andere Ausbaumaßnahmen auf dieser Strecke schätzte Zimmermann mit 20 bis 30 Jahren ein.

Dagegen will der Kandidat die Entwicklung bei der A94 "lieber beobachten". Die Grundvoraussetzungen seien geschaffen.

Zimmermann warnte vor der auf europäischer Ebene diskutierten Privatisierung der Trinkwasser-Versorgung. "Dies muss auf jeden Fall in öffentlicher Hand bleiben", sagte der Kandidat. Private Unternehmen würden nach Gewinn streben und notwendige Erhaltungsmaßnahmen wie bei Rohrleitungen vernachlässigen.

"Die Last der Energieumlage in Deutschland ist sehr ungleich verteilt", kritisierte Zimmermann die Energiewende, bei der Industriebereiche im Gegensatz zum privaten Endverbraucher von Zahlungen befreit seien.

Zimmermann macht sich im Wahlkampf auch zur Aufgabe, die Meinung breiter Bevölkerungsschichten über die Piraten zu ändern. "Ich glaube, dass viele die Piraten noch als Exoten sehen."

Bei einem "piratigen" Thema zeigt Zimmermann Zurückhaltung: Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen müsse sich die Partei "noch etwas Zeit lassen". Momentan solle man eher mit "Brückentechnologien" arbeiten.

Dazu zählt eine Neuordnung der Rente, die als Mindestrente jedermann zugute kommen solle. Weitere Bausteine sollten eine betriebliche Altersvorsorge und eigene Rentenaufstockungen sein.

Einen Ausbau der basisdemokratischen Abstimmung hält Zimmermann für wünschenswert, wenn auch eher im lokalen und regionalen Bereich. Volksabstimmungen auf Bundesebene durchzuführen sei sehr schwierig. rob

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