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50 Jahre Gymnasium in Waldkraiburg

Die Pioniere kehren zurück: Klassentreffen wird zur Zeitreise in die Anfänge der Schule

Sie waren die ersten Gymnasiasten in Waldkraiburg – eine Verbindung, die auch 50 Jahre später noch hält. Zum Klassentreffen der Schulpioniere waren auch der ehemalige Lehrer Michael Grunwald (links vorne), Rektorin Birgit Huber-Heinrich (rechts) und Helmut Wittmann, der heutige Leiter des Gymnasiums (rechts hinten) gekommen. Münch
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Sie waren die ersten Gymnasiasten in Waldkraiburg – eine Verbindung, die auch 50 Jahre später noch hält. Zum Klassentreffen der Schulpioniere waren auch der ehemalige Lehrer Michael Grunwald (links vorne), Rektorin Birgit Huber-Heinrich (rechts) und Helmut Wittmann, der heutige Leiter des Gymnasiums (rechts hinten) gekommen.
  • VonBruno Münch
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Mit zwei Klassenzimmern am Ende des Gangs in der Diesel-Mittelschule und 70 Mädchen und Buben hat alles begonnen. Als Zweigstelle des Mühldorfer Ruperti-Gymnasiums gestartet, werden heute am Waldkraiburger Gymnasium 780 Schüler in 25 Klassen unterrichtet. Jetzt haben sich die beiden ersten Waldkraiburger Gymnasialklassen wieder getroffen und konnten sich über die besonderen Anfänge vor 52 Jahren austauschen - allerdings zwei Jahre später als geplant.

Waldkraiburg – Es war lange vorbereitet und musste pandemiebedingt um zwei Jahre verschoben worden: das Klassentreffen der beiden ersten 5. Klassen zum 50-jährigen Jubiläum des Gymnasiums. 32 der einst 70 Schüler kamen in der Hauptschule an der Dieselstraße zusammen. Dort, wo ihre Laufbahn am Gymnasium startete als Teil der Diesel-Mittelschule.

52 Jahre später empfängt sie Rektorin Birgit Huber-Heinrich, die sie in ihre ersten, damals provisorischen Schulräume führt. Das gute Gefühl, zu den ersten Schülern in dem für eine aufstrebende Stadt wichtigen Gymnasium gewesen zu sein, beflügelte die Gespräche.

Großer Wunsch ging in Erfüllung

Mit dem ersten Schultag am Zweiggymnasium ging für die Stadt ein großer Wunsch in Erfüllung. Lange hatte sie um ein Gymnasium gekämpft, 1998 wurde die Schule eigenständig. Bis dahin endete die Gymnasiumszeit in Waldkraiburg nach der zehnten Klasse, für die Oberstufe mussten die Schüler weiterhin nach Mühldorf fahren.

Wiedersehen nach einigen Jahrzehnten: Erinnerungen wurden beim Rundgang durch die Schule geweckt.

Das heutige Gymnasium kennen die „Schüler-Pioniere“ nicht, denn erst 1980 zog die Schule in den Süden der Stadt um. Bei ihrem Treffen wurden dort anschließend Erinnerungen ausgetauscht.

Die Lehrkräfte Christine Kreck und Marcella Sommaro hatten mit ihren Bewirtungsteams einen Sektempfang vorbereitet und ein Auswahlchor und Instrumentalisten unter Leitung von Peter Ihle warteten auf ihren Einsatz.

Schulleiter Wittmann gibt einen Abriss der Schulgeschichte

Schulleiter Wittmann gab einen Abriss der Schulgeschichte und erinnerte an die für die gymnasiale Bildung engagierten Bürgermeister Dr. Josef Kriegisch und Jochen Fischer. Er dankte den Lehrern und Schülern der frühen Jahre. Erstere hätten dazu beigetragen, dass die Zweigstelle immer so attraktiv war, dass ihr Bestand nicht gefährdet war und die Letzteren hätten den späteren Schulwechsel nach Mühldorf nicht gescheut.

Seit Beginn 4917 Mädchen und Buben gemeldet

Seit Beginn des Gymnasiums haben sich 4917 Mädchen und Buben in der fünften Klasse angemeldet. Die genaue Schülerzahl ist unklar, weil nur die Anmeldungen zur fünften Klasse erfasst werden, nicht aber Zu- und Abgänge. Seit 2001 haben 1774 junge Frauen und Männer ihr Abitur in Waldkraiburg abgelegt.

Unterricht auch im Keller

Der Tag hielt für die ehemaligen Gymnasiasten zwei „Zeitreisen“ bereit: ein Einblick in ein Klassenzimmer der Pionierzeit und ein Gespräch mit Michael Grunwald, Kunsterzieher und Lehrer der „ersten Stunde“.

Als junger Kunstlehrer kam Michael Grunwald (links) von Kunstakademie an das Waldkraiburger Gymnasium. Im Gespräch mit Helmut Wittmann blickt er zurück.

Michael Grunwald, der als Absolvent der Kunstakademie München als Lehrer nach Waldkraiburg abgeordnet wurde, erinnerte sich: „Im Keller habe ich unterrichtet, vieles war noch provisorisch.“ Für einen ehemaligen Schüler aus dem Publikum bestimmte der Unterricht seine Berufswahl. „Bei ihnen habe ich Technisches Zeichnen gelernt.“

Zurück im Alltag von damals

Organisatorin Renate Heidrich lobte die „super Gastfreundschaft“ der Schule und das neu erfahrene „Wir-Gefühl“. Waltraud Kernleitner zeigte sich heute noch erleichtert, dass sie als Fünftklässlerin nicht wie ihre Schwester täglich ins Gymnasium Mühldorf fahren musste und bekannte, dass sie sich immer wohlgefühlt habe in der Schule, die später auch die Schule ihrer Kinder geworden sei.

Zufrieden ergänzte Hans Wimmer: „Die frühere Gemeinschaft ist immer noch da.“

Ausstellung ab dem 25. November

Das Stadtmuseum geht mit Gymnasiasten der „Waldkraiburger Schulgeschichte“ nach. Bei der Ausstellung gibt es auch ein Wiedersehen mit einigen der „Pioniere“. Per Videointerview werden sie in der kommenden Ausstellung präsent sein und über ihre Schulzeit sprechen. Die Ausstellung „Mehr als nur pauken – die Waldkraiburger Schulen schreiben Geschichte“ wird am 25. November im Haus der Kultur eröffnet.

Mit spritzigen Dialogen stellten Hans Wimmer (von links), Peter Maier, Renate Heidrich, Rudi Stingl, Waltraud Kernleitner und Wolfgang Horend ihren Schulalltag dar.

Die Chronik des Gymnasiums:

Oktober 1967: Beschluss des Waldkraiburger Stadtrats, die Gründung eines Gymnasiums anzustreben

9. September 1970: Nach Ausräumung einiger Widerstände Eröffnung einer „Zweigstelle“ des Gymnasiums Mühldorf mit 70 Schülern in zwei 5. Klassen in der Hauptschule an der Dieselstraße

1974 bis 1980: Unterricht für die Schüler des Gymnasiums in der Eichendorff-Schule; Ausbau bis zur 10. Klasse, danach Wechsel in die Oberstufe nach Mühldorf

1978 bis 1979: Größte Schüleranzahl der Zweigschule mit 349 Schülern

1980: Einzug in das neue Gebäude am Ritter-von-Gluck-Weg

1970 bis 1998: Durchschnittliche Anmeldezahl in der Jahrgangsstufe 5 seit Beginn: 67,9

1. August 1998: Status der Selbstständigkeit des Gymnasiums Waldkraiburg

September 1998: Bezug des neuen Erweiterungsbaus am Ritter-von-Gluck-Weg, Aufbau der Oberstufe mit einer11. Klasse

2001: Erster Abiturjahrgang mit 40 Abiturienten (2022: 53 Abiturienten)

2008: Jubiläum: 10-jähriges Bestehen des Vollgymnasiums

2011: Zwei Abiturjahrgänge aus G8 und G9

2018: Beginn des neuen G9

2020: 50-jähriges Bestehen des Gymnasiums

1998 bis 2022: Durchschnittliche Anmeldezahl in der 5. Jahrgangsstufe vom Beginn der Selbstständigkeit an: 120,7

Schuljahr 2022/2023: Insgesamt 780 Schüler, 25 Klassen, eine Klasse mit ukrainischen Schülern; 150 Schüler in Oberstufenkursen Q11 und Q12, 75 Lehrkräfte; 25-jähriges-Bestehen als Vollgymnasium.

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