Pionierarbeit geleistet: 50 Jahre Karate in Waldkraiburg und sogar der Bundestrainer kommt

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50 Jahre Karate Sparte beim VfL Waldkraiburg: Für die Verantwortlichen ein Grund zum Feiern, für die Sportler eine besondere Gelegenheit zum Training. Zumal auch Bundestrainer Efthimios Karamitsos nach Waldkraiburg gekommen war.

Ein halbes Jahrhundert Karate in Waldkraiburg: Die Verantwortlichen haben damals Pionierarbeit geleistet, um die Kampfsportart in der Region zu etablieren. Zum Jubiläumslehrgang kam sogar Bundestrainer Efthimios Karamitso.

Waldkraiburg – Seit 50 Jahren besteht innerhalb des VfL Waldkraiburg die Sparte Karate. Was gibt es passenderes dafür als einen Jubiläumslehrgang mit ganz besonderen Gästen: Bundestrainer Efthimios Karamitsos und Wolfgang Weigert, Präsidenten vom deutschen Karatebund. An dem Tag wurde aber in der Turnhalle des Gymnasiums nicht nur gelehrt, sondern auch geehrt.

Karamitsos ist einer der erfolgreichsten Athleten des Deutschen Karate Verbandes und seit 1992 Bundestrainer Kata. 70 Karatekas aus ganz Bayern nutzten die Chance, beim Profi ihre Kampfsporttechniken zu perfektionieren. Sie konnten sich an ihren Trainingspartnern messen und sich Tipps vom Profi holen. Auch einige Gründer des Vereins kamen anlässlich des Jubiläums zusammen und schwelgten in Erinnerungen.

Für die Sparte Karate des VfL Waldkraiburg gab es eine Ehrung. Denn was die Verantwortlichen vor 50 Jahren geleistet haben, war Aufbauarbeit. Freude darüber gab es bei Wolfgang Weigert, Präsidenten vom deutschen Karatebund (von links), Achim Ljapoci, Vorsitzender Präsident der Karateabteilung, Spartenleiter Konrad Hell und Bundestrainer Efthimios Karamitsos. meier

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Weigert bezeichnete 50 Jahre Karate in Waldkraiburg als echte Pionierarbeit: „Wir haben fast 20 000 Mitglieder in Bayern. Das verdanken wir vor allem jenen, welche diese Aufbauarbeit geleistet haben.“ Als Wertschätzung für die außergewöhnlichen Leistungen überreichte er Achim Ljapoci, Vorsitzender Präsident der Karateabteilung und zugleich Trainer, und Spartenleiter Konrad Hell eine Urkunde zum 50-jährigen Bestehens, eine Ehrenurkunde für besondere Verdienste in der Kampfkunst Karate und eine goldene Medaille als Auszeichnung für 50 Jahre Karate.

Für die Sportler ging es an diesem Tag nicht um Medaillen, sondern um ihre Technik. Ihnen ging es bei dem Lehrgang darum, um ihre Bewegungsabläufe und Kampftechniken zu verfeinern. Zehn von ihnen legten eine Prüfung ab, um einen höheren Grad zu erreichen.

Dabei sind Schnelligkeit, Ausdauer, Präzision Beweglichkeit und anaerobe Belastbarkeit gefragt. Der Schwerpunkt liegt nicht nur bei der körperlichen Kondition, sondern auch bei der mentalen Stärke. Die Leistungen nahmen Bundestrainer Karamitsos und Trainer Klaus Hirsch aus München, Träger des fünften Dan ab. Alle Prüflinge bestanden mit Bravur. Drei von ihnen sind schon seit Jahren erfolgreiche Karatekas des Budokwai Waldkraiburg. Wolfgang Huber und Martin Müller erkämpften sich erfolgreich den zweiten Dan (Nidan). Für Björn Hoffman ging es um den fünften Dan-Grad (Dogan), der ihm den Titel Renshi verlieh.

Den Waldkraiburger Karateka ist klar, dass der Verein ohne Hartmut Johner vermutlich nicht existieren würde. Er hatte vor 50 Jahren die Idee, diese Kampfkunst in die Region zu bringen. Seine Vereinsmitglieder von einst sehen ihn noch heute als großes Vorbild und bezeichnen ihn gerne als „Kanazawa von Waldkraiburg“.

Wie wichtig der Sport für jeden Karateka ist, wurde an den Stimmen der Teilnehmer deutlich. „Viele haben ein falsches Bild vom Karate. Dabei ist es eine der Sportarten mit den wenigsten Verletzungen. Für unseren Verein ist es wichtig, dass wir uns stetig fortbilden und Spaß an dem haben, was wir machen. Karate bedeutet nicht, sich zu schlagen, sondern es verleiht Selbstsicherheit und ist ein perfektes Training für Geist und Körper“, erklärte Spartenleiter Hell.

Faszination Karate: Zwei Sportler erzählen


Ernst Dörfler (67) Jahre aus Waldkraiburg (Gründungsmitglied): „Ich war 18 als ich mit dem Karate anfing. Damals war ich sofort davon begeistert. Ich fand es spannend, was man mit der richtigen Technik machen konnte. Die Ästhetik und die Vielseitigkeit des Sports interessierten mich genauso wie das Meditative. Ich hatte früher andere Kampfsportarten wie Aikido ausprobiert, aber es zog mich immer wieder zurück zum Karate. Bis zu meinem 30. Lebensjahr nahm ich an Wettkämpfen teil, trainierte noch, bis ich etwa 40 war. Dann legte ich eine Pause ein, Beruf und Familie standen im Vordergrund. Nun wird es wieder Zeit für mich, wieder aktiv Karate zu trainieren. Dafür ist man nie zu alt. Ich mach das, um mich in Form zu halten. Im Alter bauen die Muskeln ab, da muss man schauen, dass man sich fit hält. Innerhalb der Gruppe hat man auch den Ansporn, da wieder richtig mitzumachen. Einmal Karateka, immer Karateka.“

Maya Wirsing

Maya Wirsing (14) aus Berchtesgaden (Schülerin): „Ich habe mit 12 Jahren mit dem Karate begonnen. Ich kam durch eine Freundin dazu. Als ich das erste Mal beim Training war, wusste ich sofort, dass es genau das Richtige für mich ist. Die Bewegungen beim Karate sehen schön aus und man kann negative Energie abbauen und der ganze Körper trainiert. Es verleiht einem ein Gefühl von Sicherheit, weil man auch weiß, dass man sich im Ernstfall gegen einen Angreifer wehren kann. Für mich ist Karate ein toller Ausgleich zum Alltag. Als ich damals meiner Familie sagte, dass ich Karate lernen möchte, machte sich vor allem meine Mama große Sorgen. Inzwischen hat sich das gelegt, denn meine Mama sieht, dass ich Erfolg habe und es mir großen Spaß macht. Durch das Karate lernt man sehr viel für sich selbst. Desto länger man diesen Sport macht, umso besser lernt man auch seinen Gegenüber einzuschätzen“.

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