Den Weg mit der Pfarrei gehen

Er ist der neue Pfarrer für den Pfarrverband Kraiburg: Michael Seifert. Fotos re
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Er ist der neue Pfarrer für den Pfarrverband Kraiburg: Michael Seifert. Fotos re

Der neue Pfarrer ist jung, hat unter anderem in Dublin studiert und wird am 1. Septemner im Pfarrverband Kraiburg als Priester seinen Dienst beginnen.

Kraiburg - Michael Seifert, heißt er, der neue Pfarrer, der den Pfarrverband Kraiburg ab dem 1. September betreuen wird. Der 31-Jährige stammt aus Altenmarkt an der Alz, wo er schon als Ministrant in seine Pfarrgemeinde Baumburg hineingewachsen ist. Als Aushilfsmesner und im Pfarrgemeinderat habe er schon viel "Kirchen- und Glaubensluft" schnuppern können.

Vorbild für seine Entscheidung, Priester zu werden, sei unter anderem sein Heimatpfarrer gewesen. Sein Weg führte ihm vom Theologiestudium in München nach Dublin in Irland. Dort verbrachte er sein "Freijahr". "Diese Zeit in Irland war in einem sehr schönen familiären Umfeld in der Gemeinde 'All Hallows'", berichtet Seifert. Allerdings studiere man Theologie in Deutschland auf etwas höherem Niveau. Und auch die deutsche Kirche sei entschieden fröhlicher in den Gottesdiensten, als die irische. "Dort wird gar nicht gesungen und da ist mir die Bedeutung der Kirchenmusik sehr bewusst geworden", so der Priester, vor allem das miteinander Singen und die feierliche Gemeinschaft fehle den Iren einfach.

In seinem Priesteramt in Kraiburg sei es ihm wichtig, auf die Liturgie zu schauen. "Wir sind eine feiernde Gemeinde vor Gott und sollen miteinander unterwegs sein."

Er wolle kein eigenes Konstrukt in Sachen Gottesdiensten kreieren, sondern für die Gläubigen einen"Gottesdienst der Kirche feiern". So wolle er Freude am Glauben vermitteln, bei der die Hilfe für das Leben durchscheinen soll.

Klare Worte findet der künftige Kraiburger Pfarrer zum Missbrauchsskandal in der Kirche. "Das traf mich selber sehr. Da wurden Seiten an der Kirche deutlich, die mich als Pfarrer erschreckten: was leider alles möglich ist und was dem Evangelium widerspricht", stellt Seifert heraus.

Jetzt müsse man auch auf die Opfer schauen und darüber sprechen und die Kirche müsse das Vertrauen wieder gewinnen. "Das wird lange dauern, weil der Vertrauensverlust groß ist."

Aber man müsse auch deutlich machen, dass das Einzelfälle sind. "Zu viele, aber nicht jeder Pfarrer ist so, es gibt so viele gute Seelsorger und das muss man mehr ins Licht rücken."

Er könne nur in seinem beschränkten Umfeld wirken, sagt er und blickt nach vorne, weil es nicht helfe, sich fertig zu machen.

Das Team, das ihn bei seinen Aufgaben als Priester unterstützen wird, hat Michael Seifert schon kennengelernt und spricht von einer "hoffnungsvollen Geschichte aus verschiedenen Berufsgruppen und Erfahrungshintergründen". "Ich freue mich darauf, mit einem neuen und frischen Seelsorgerteam, diesen Weg zu gehen, nicht an der Pfarrei vorbei, sondern mit ihr."

Noch ist sein Wirkungskreis Taufkirchen an der Vils, ab Anfang September wird es Kraiburg, Taufkirchen, Grünthal, Ensdorf und Frauendorf sein. Der Installationsgottesdienst mit dem Dekan wird voraussichtlich Ende September oder Anfang Oktober stattfinden. kla

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