Peter Pan im Haus der Kultur: Wenn ein ganzer Saal an Feen glaubt, dann klappt‘s auch mit dem Happy End

Er kann fliegen, will nicht erwachsen werden und macht sich einen Riesenspaß daraus, seinen Widersacher Käpt‘n Hook zu ärgern: Wenn Peter Pan mal so richtig in Fahrt ist, dann ist er nur schwer aufzuhalten, wie zum Beispiel am Sonntag, als das Theater Liberi aus München mit dem gleichnamigen Stück nach der Kindergeschichte von James Matthew Barrie zu Gast im Haus der Kultur in Waldkraiburg war.

Die Geschichte beginnt damit, dass Peter Pan (Sasha Bornemann, oben rechts) die kleine Wendy Darling (Karina-Lisa Pauritsch, oben Mitte) ) mit nach Nimmerland nimmt, wo Wendy für Peter und die verlorenen Jungs eine Mutterrolle übernimmt. Immer mit dabei: Die freche Fee Tinkerbell, die nur schwer ihre Eifersucht verbergen kann und keine Gelegenheit auslässt, Wendy zu schikanieren. Herrlich biestig verkörpert diese Rolle Christina Stephan (oben links), die auf der einen Seite für viel Heiterkeit auf der Bühne und im Publikum sorgt, auf der anderen Seite jedoch auch für Dramatik sorgt, als sie vergiftet zu Boden sinkt und stirbt. Alleine das lautstarke Bekenntnis des jungen Publikums im Haus der Kultur, dass es an Feen glaubt, haucht Tinkerbell wieder neues Leben ein. Natürlich darf der grimmige Käpt‘n Hook bei diesem Schauspiel nicht fehlen, der sich darüber beklagt, nur die Nummer zwei hinter Peter Pan zu sein und offensichtlich nur gegen eine Kreatur Angst hat: Das Krokodil, dem einst die linke Hand zum Opfer gefallen war und das zum Finale wieder im Rampenlicht steht, wenn es dem Käpt’n den Garaus macht. Ein Happy End auf der ganzen Linie, denn auch Wendy, die starkes Heimweh quält, kehrt nach ihrer Befreiung durch Peter Pan aus Hooks Händen (Bild links) am Ende wieder nach Hause zu ihren Eltern zurück, wo sie ihre Eltern sehnsüchtig in die Arme nehmen. Dem Liberi-Team ist mit der musikalischen Interpretation des Kinderbuch-Klassikers ein unterhaltsames Werk gelungen. Und das, obwohl es nur sechs Darsteller sind, die sämtliche Figuren – zwölf an der Zahl – spielen. Nuria Mundry schlüpft dabei alleine in vier Rollen. Fröhliche Lieder, mitunter mit etwas Melancholie versetzt, um die Geschichte des Jungen, der nicht wachsen will, regen zum Mitsingen an. Und so wunderte es auch nicht, dass der Ansturm auf die CDs nach der Vorstellung entsprechend groß war. Ein besonderes Erlebnis für die ganz kleinen Musicalbesucher, als sich die Schauspieler dann auch noch für Autogramme zur Verfügung stellten. Poster, Eintrittskarten und natürlich auch CD-Hüllen mit einer Unterschrift von Tinkerbell – wer hat schon so etwas Besonderes im CD-Regal? je

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