«Peter war ein dufter Kumpel»

Waldkraiburg/Kraiburg - Peter Maffay hatte schon als Jugendlicher nur die Musik im Kopf. Erst spielte er bei den «Beatboys», dann bei den «Dukes». In der Region war die Beatmusik der Jugendband sehr beliebt. Ein alter Jugendfreund berichtet davon.

Rudi Sieghart aus Kraiburg kennt Peter Maffay seit den 60er-Jahren. Damals spielte der heute 60-Jährige mit Maffay, der zu dieser Zeit noch Makkay hieß, in der Band der «Beatboys» in verschiedenen Besetzungen. Sieghart stieß 1964 als Bassist dazu. «In Edling bei Wasserburg gab es Beatfestivals, da machten wir oft das Rennen», erinnert sich Sieghart. Kein Wunder, denn die Jugendband probte dreimal die Woche und trat meist zweimal am Wochenende auf, oft im Schützenheim am Mühldorfer Volksfestplatz. Peter trieb die Burschen immer zum Proben an. «Das Publikum wünschte sich Songs und wir spielten sie, Peter war der Bandleader», erzählt Rudi Sieghart. Ihr Repertoire umfasste Covers der aktuellen Hits und Eigenkreationen.

Ab 1966 wurden aus den «Beatboys» die «Dukes». In einem Amischuppen in Augsburg, in dem GIs ein- und ausgingen, fiel eine andere Band namens «The Dukes» aus. «Der Manager heuerte uns als Ersatz an, sagte aber, wir müssen uns ,The Dukes' nennen», erinnert sich der 60-Jährige, während er in alten Fotoalben blättert.

Die Band - das waren Peter Maffay (Gesang und Gitarre), Klaus-Dieter «Kulle» Herrmann, auch genannt «der Schrubber», weil er Begleitgitarre spielte, Walter Sommer am Schlagzeug, Bassist Rudi Sieghart und Fritz Graupner (Gesang). «Der konnte so singen wie Mick Jagger und Show machen, der war unser Pusher», berichtet Sieghart.

Als Verstärkung holten sich die Jungs noch Robert Huber an Board. Er spielte Orgel und war ein Klassenkamerad von Peter Maffay am Gymnasium Mühldorf. Als junge Männer posierten sie à la Beatles mit ihren Instrumenten, mimten die coolen Beatmusiker.

Und cool, das waren sie. Sie brachen 1966 in den Sommerferien mit einem alten VW-Bully zu einer Fahrt an die rumänische Küste des Schwarzen Meeres auf. In Mamaia hatten sie ein zweiwöchiges Engagement in der «Bar Afrikan». Den Gig verschaffte Peter Maffay, denn seine Familie hatte Kontakte zu einer Künstleragentur in Bukarest.

Der Trip der «Dukes» wurde zu einem Riesen-Abenteuer, denn auf der Heimreise gab der alte Bus seinen Geist auf. Den ließ die Gruppe samt Instrumenten in Rumänien zurück. Nacht acht Tagen Odyssee mit gescheiterter Reparatur, Trampen, Visaproblemen bei der Ausreise mit dem Zug und anderen Hindernissen, kehrten die Burschen nach Hause zurück. In den Waldkraiburger Nachrichten stand damals: «Sie gelangten getrennt nach Budapest, wurden nachts auf Bahnhöfen kontrolliert und misstrauisch angesehen, weil ihr Äußeres inzwischen etwas gelitten hatte.»

Einstweilen saßen ihre Eltern zu Hause auf Kohlen und schalteten das Auswärtige Amt ein. Heute, rund 40 Jahre später, haben Robert Huber, Rudi Sieghart, Kulle und Peter noch sporadisch Kontakt. Walter Sommer sei in der Versenkung verschwunden und Fritz Graupner lebe seit 1968 in Argentinien.

1968 war auch das Jahr, in dem es «The Dukes» zerlegte, so Sieghart. Peter wechselte auf die Realschule Waldkraiburg und fing nach der mittleren Reife eine Lehre als Chemograf an. Die anderen rief das Leben, die Bundeswehr oder das Studium.

«Peter war immer ein dufter Kumpel. Er war ein Typ, der auf die Leute zuging», sagt Rudi Sieghart. «Musikalisch wusste er genau, was zu tun ist, daher ist er so weit gekommen.» Er habe immer konkrete Vorstellungen und Pläne gehabt. Sehr guten Kontakt pflege der ehemalige Dukes-Bassist noch zu Peters Vater Willi Makkay, einem «Pfundskerl». Ihn beeindrucke, wie die Familie auch heute noch zusammenhalte. Für die Generalprobe zum Tourauftakt seines alten Kumpels am kommenden Dienstag hat ihm Bürgermeister Klika eine Karte überlassen. kla

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