Ein Pater, der mal Müller war

Kunstliebhaber, Menschenfreund und Geistlicher: Pater Josef Stemmer. Der Spätberufene erlernte einst das Müllerhandwerk. Foto ba
+
Kunstliebhaber, Menschenfreund und Geistlicher: Pater Josef Stemmer. Der Spätberufene erlernte einst das Müllerhandwerk. Foto ba

Ein Jahr lang war Josef Stemmer Müllersgeselle, dann zog es ihn ins Spätberufenenseminar nach Fürstenried und er wurde Geistlicher. Heute feiert der Pater seinen 80. Geburtstag und mit ihm die Pfarrei und die Vereine.

Jettenbach - Die Pfarrei Jettenbach-Grafengars feiert an diesem Wochenende ihren Pfarrherrn Kurat Pater Josef Stemmer: Er wird am heutigen Freitag 80 Jahre alt.

Josef Stemmer wurde im Jahr 1932 in Schonstett geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in seinem Heimatort erlernte der Jubilar das Müllerhandwerk. Bereits ein Jahr nach der abgelegten Gesellenprüfung trat Josef Stemmer 1951 in das Spätberufenenseminar in Fürstenried ein. Nach dem Abitur 1956 begann er das Noviziat bei den Redemptoristen in Gars. Es folgten Studien der Theologie und Philosophie an der Ordenshochschule in Gars. Am 28. April 1963 empfing der Jubilar die Priesterweihe durch Julius Kardinal Döpfner.

Statt Ruhestand eine neue Kuratiegemeinde

Seine Seelsorgetätigkeit begann er als Präfekt im Juveniat Forchheim. Anschließend wurde er Kaplan in Stuttgart-Botnang. Von 1968 bis 1973 versah Kurat Stemmer Pfarrstellen in Daugendorf und Zell bei Riedlingen an der Donau. 1973 kam er als Kaplan in den Pfarrverband Gars zurück. Fast 30 Jahre leitete Pater Stemmer als Verbandspfarrer den großen Pfarrverband Gars mit 4500 Katholiken. Dieses Amt bekleidete er bis zum Jahr 2002. Anstatt in seinen wohlverdienten Ruhestand zu gehen, übernahm er am 29. September 2002 die Kuratiegemeinde Jettenbach.

Stemmer als "Baumeister"

In dieser Zeit hat er wertvolle Arbeit für die ihm anvertrauten Menschen geleistet. In seiner offenen und humorvollen Art hat er immer ein Ohr für die Sorgen seiner Mitmenschen. So war es eine seiner ersten Neuerungen in der Pfarrei, einen Seniorengottesdienst einzuführen für alle, die den Gottesdienst nicht mehr regelmäßig besuchen können. Auch die monatlichen Bibelstunden gehörten dazu.

Als großer Kunstliebhaber und -kenner ließ es ihm keine Ruhe, bis er die Altarbilder der beiden Seitenaltäre in der Grafengarser Kirche ausfindig machen konnte. Er fand die beiden Bilder aus dem Jahr 1770 in der näheren Umgebung. Seit Ostern 2003 stehen sie wieder an ihrem angestammten Platz. Heiligen- und Engelsfiguren ließ Pater Stemmer neu fassen. Auch der Fronleichnamshimmel wurde restauriert. In den vergangenen Jahren wurde die Grafengarser Kirche "innen und außen" renoviert und neu gestrichen. Ganz besonders stolz ist der Jubilar auf die neuen Urnen-Stelen, die jüngst auf dem Friedhof errichtet wurden. Im kommenden Frühjahr wird die gärtnerische Gestaltung folgen. ste

Kommentare