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Partsch verlässt CSU

Lydia Partsch
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Lydia Partsch

Lydia Partsch, frisch gewählte Stadträtin, verlässt die CSU. In der Fraktionssitzung gab es Überwerfungen.

"Da wird nicht abgestimmt, sondern bestimmt", so die 40-Jährige, der die Demokratie und die Teamarbeit innerhalb der Fraktion fehlt. Nun will Partsch parteilos in den Stadtrat einziehen. Die Christsozialen verlieren damit einen Sitz. Auf deren Besetzung der Ausschüsse hat dies keine Auswirkung.

Waldkraiburg - Die CSU-Fraktion ist noch einmal geschrumpft. Bei der Kommunalwahl fiel sie von 18 auf 13 Sitze ab. Nun bleiben ihr nur noch zwölf Mandate. Lydia Partsch ist am Montagabend nach der Fraktionssitzung aus der Fraktion ausgetreten und wird ihr Parteibuch zurückgeben.

Eine Rückkehr zu den Christsozialen schließt sie definitiv aus. Sie wird parteilos in den Stadtrat einziehen, wie sie auf Nachfrage der Zeitung mitteilt. Sie werde auch nicht in eine andere Partei wechseln.

Warum es zu den unüberbrückbaren Differenzen kam, hat mehrere Gründe. Sie habe ursprünglich gedacht, die CSU lerne aus der Wahlschlappe und ändere nun etwas. "Das war mir sehr wichtig und das zeichnete sich nach der Wahl in offenen und konstruktiven Diskussionsrunden ab. Die CSU wollte einen Neubeginn", so Partsch, die Konrektorin an der Graslitzer-Grundschule ist.

Doch davon merkte sie anschließend nicht viel, schließlich sei der Stil innerhalb der Fraktion schlichtweg nicht demokratisch. Die Wahl, in der Anton Sterr einstimmig zum Fraktionsvorsitzenden gemacht wurde, sei die letzte demokratische Aktion gewesen. In den folgenden Teamsitzungen sei nicht mehr diskutiert worden, sondern nur noch bestimmt. Auch etwa die Ausschussbesetzungen seien nicht in der Runde gemeinsam besprochen worden. Anton Sterr teilte vorgefertigte Blätter aus, so Partsch.

Deutlich stellt sie klar, "mein Austritt hat nichts damit zu tun, dass ich eingeschnappt wäre, weil ich zu wenig bedacht wurde. Das, was die CSU macht, ist keine Teamarbeit und auch keine Gesprächskultur. Ich mag die Art und Weise nicht", so die Newcomerin, die in der Kommunalwahl von Listenplatz 22 auf Platz 12 gewählt wurde, und in zwei Ausschüssen vertreten gewesen wäre.

Sie sehe ein, dass es eine vorgegebene Marschrichtung gebe, aber dennoch müsse man intern fähig sein, zu diskutieren und Argumente abzuwägen. Schlimm sei für sie, dass dieser autoritäre Stil die anderen CSU-Stadträte nicht störe, "dass die es hinnehmen im Windschatten eines Leittieres zu trotten".

Zudem kritisierte sie, dass man sich im CSU-Ortsverband erst hochdienen muss - unabhängig von Qualifikationen. "Man muss eine persönliche Parteivergangenheit aufweisen, um sich erdreisten zu dürfen, die eigene Meinung kundzutun", zieht Partsch ihr Fazit. Sie wollte in die Politik, um sich für Waldkraiburg einzusetzen. "Mir ist die Stadt wichtig und ich fühle mich ihren Anliegen verpflichtet."

Die Werte der Christsozialen waren ihr nicht fremd, da sie in einer CSU-gefärbten kleinen Unternehmerfamilie in der Oberpfalz aufwuchs. Doch sah sie nun innerhalb ihrer Fraktion keine Möglichkeit mehr, sich parteipolitisch einzubringen.

Als sie im Jahr 2012 mit Harald Jungbauer ein sehr "zukunftsorientiertes und konstruktives Gespräch" hatte, habe sie zudem nicht gewusst, dass aus der "jungen Liste" nichts wird und viele altgediente Stadträte im Sattel bleiben wollen. Dadurch habe sich auch der Gestaltungsspielraum für sie und andere Kandidaten verringert. Lydia Partsch werde sich nun partei- und fraktionslos für die Belange der Stadt einsetzen und verzichtet dafür darauf, in Ausschüssen vertreten zu sein und akzeptiert, vielleicht von Informationen abgeschnitten zu sein.

Fraktionssprecher Anton Sterr sagte auf Nachfrage, er sei enttäuscht von Partsch. Sie habe persönliches Interesse und Eitelkeiten vor die Interessen der Fraktion gestellt. "Wir sind als Mannschaft mit 30 Kandidaten angetreten, 13 haben es geschafft, 17 nicht. Aber die 17 sorgten auch mit ihren Stimmen dafür, dass wir 13 reinkamen. Da tut es weh, wenn jemand die Fraktion verlässt.

Auf die Besetzung der Ausschüsse (siehe auch blauer Kasten) habe ihr Austritt keine Auswirkung, da Partsch parteilos bleibt. kla

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