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Kosmetikstudio in Waldkraiburg: Kristina Paulis Schulden häufen sich, die Hilfen kommen langsam

Kristina Pauli, Betreiberin eines Kosmetikstudios in Waldkraiburg.
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Kristina Pauli, Betreiberin eines Kosmetikstudios in Waldkraiburg.

Morgens aufstehen, ohne dass da eine Perspektive wäre: Das ist für Kristina Pauli (40) das Schlimmste. Zögerliche Hilfen, sich häufende Schulden: Die Inhaberin eines Kosmetikstudios in Waldkraiburg erlebt nach eigenen Worten die schlimmste Zeit des Lebens. 

Waldkraiburg – Hart gearbeitet, noch härter geprüft: Kristina Pauli, Inhaberin des Kosmetikstudios Kosmetik von Kopf bis Fuß in Waldkraiburg, schildert ihre Lockdown-Erfahrungen: „Ich bin jetzt seit 15 Jahren mit meinem Kosmetikstudio selbstständig und habe immer auf höchsten hygienischen Niveau gearbeitet. Bevor ich mich mit meinem eigenem Studio selbstständig gemacht habe, war ich zwei Monate arbeitslos.

Die Politik muss endlich die Bereiche wieder öffnen, in denen ein kontrollierter Kundenverkehr mit hohen hygienischen Standards möglich ist.

Kristina Pauli, Kosmetikstudio-Betreiberin in Waldkraiburg

Coronavirus-Lockdown: Betroffene aus der Region Rosenheim und Mühldorf zeigen Gesicht

Vor Corona habe ich immer gesagt, dass das die schlimmste Zeit für mich war. Jetzt wird es langsam unerträglich. Allein 2020 konnte ich wegen Corona über sechs Monate nicht arbeiten. Entweder durfte ich nicht, oder ich konnte nicht, da meine siebenjährige Tochter im Homeschooling zu Hause war.

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Die damalige Corona-Soforthilfe war nach sechs Wochen da. Das Geld reichte knapp, um die laufenden Kosten zu decken. Die ersten Ersparnisse mussten angepackt werden, damit Rechnungen für Geräte, Versicherungen, Krankenkasse, Steuer und Co gezahlt werden konnten.

Die Kosten für die Anträge sind höher als die Lockdown-Hilfen

Bisher habe ich von der November- und Dezemberhilfe nur Abschlagszahlungen erhalten. Wann der Rest kommt, steht in den Sternen. Mir wurde gesagt, bis Mitte des Jahres kann ich damit rechnen. Ob mir die Überbrückungshilfe III etwas hilft, weiß ich noch nicht. Die Plattform zur Berechnung liegt meinem Steuerberaters noch nicht vor, und bisher waren die Kosten zur Erstellung höher als der Betrag zur Unterstützung. Bis dahin kommen jede Woche, jeden weiteren Monat Schulden dazu.

Es ist mittlerweile zur emotionalen Zerreißprobe geworden. Die Kunden fragen fast täglich, wann sie wieder kommen dürfen. Viele meiner Kundschaften klagen mittlerweile über eine extreme Verschlechterung ihres Hautzustandes. Gerade hier wäre es wichtig, unter hohen Auflagen wieder arbeiten zu dürfen. Die Politik muss endlich die Bereiche wieder öffnen, in denen ein kontrollierter Kundenverkehr mit hohen hygienischen Standards möglich ist. Viele werden es sonst die nächsten Monate nicht überstehen. Das Schlimmste ist, dass man jeden Tag aufsteht und keine Perspektive mehr hat.“

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