Opernführer auf Bayrisch

Eine kleine Kostprobe von "Opern auf Bayrisch" gab es bereits bei "Kunst und Kommerz" im Ars Vivendi (unser Bild). Am 22. und 24. Juni sind die Theatergruppe Kraiburg und Blech&#39n Krempl mit ihrem Gemeinschaftsprojekt in der Wuhrmühle zu sehen. Foto Stadtmarketing
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Eine kleine Kostprobe von "Opern auf Bayrisch" gab es bereits bei "Kunst und Kommerz" im Ars Vivendi (unser Bild). Am 22. und 24. Juni sind die Theatergruppe Kraiburg und Blech'n Krempl mit ihrem Gemeinschaftsprojekt in der Wuhrmühle zu sehen. Foto Stadtmarketing

"Wenn du in München bist dahoam, fahrst auße über Berg am Loam, in Richtung Rosenheim am Inn, lasst linker Hand an Chiemsee liegen, Freilassing, gradaus weiter dann, na kimmst nach China - irgendwann." Und da spielt die Geschichte der "Turandot: Wia a chinesische Prinzessin à la tatar kloa kriagt wordn is" - frei nach Puccini. Mehr davon gibt es bei "Opern auf Bayrisch" - einem gemeinsamen Projekt der Theatergruppe Kraiburg und Blech'n Krempl.

Kraiburg - Die Texte stammen aus der Feder von Paul Schallweg, der bekannte Opern in bayerische Mundartverse gegossen hat - vom "Liebesdrama am Nil (Aida) vom Verdi-Sepp" über den "Fliagaden Holländer" bis hin zum "Thannhäuser" ist alles drin in seinen "Opern auf Bayrisch".

In der Wuhrmühle werden Teile daraus am Freitag, 22. Juni, und Sonntag, 24. Juni, jeweils um 19 Uhr gespielt: "Turandot", "Der Fliagade Holländer" und "Rheingold".

Die Theatergruppe Kraiburg hat bayerische Opernballaden mit musikalischer Untermalung durch die Blaskapelle Kraiburg schon vor zehn Jahren mit großem Erfolg dargeboten. "Das wollen wir zum Zehnjährigen wieder aufleben lassen", so Alois Fürstenberger bei der Theaterprobe am heimischen Küchentisch in Winklham.

Hier setzen sich Marlis Ulrich, Christian Wimmer, Bernadette Christ, Christa Schinkinger, Melanie Schreiber, Christa Fuchs sowie Alois und Diana Fürstenberger bei Most und Knabberzeug zusammen und gehen den Text durch.

Eine total interessante Sache sei es, Operntexte in bayerischer Sprache humorvoll erzählt zu bekommen, findet Alois Fürstenberger. Man kann diese Adaption durchaus als Opernführer verstehen - man versteht endlich mal was. Nett und locker erzählt kriegt man die Handlung vermittelt. Bei Kunst und Kommerz gaben die Kraiburger schon eine kleine Kostprobe ihres Gemeinschaftsprojektes.

"Prinzessin Turandot war a Weibsbild, wie's jedem gfoit, doch leider wie a Fisch so koid." Allen Liebhaber-Anwärtern, die ihre Fragen nicht beantworten konnten, ließ sie den Kopf abhacken und aufspießen.

Theaterpädagogin Fürstenberger macht wieder die Regie. Ihr fehlt bei dieser Probe ein wenig die Action. Sie rät zu großen Gestiken und ab und an zu ausladenden Bewegungen. Die Sprecher sollen sich "anspielen" und immer wieder Blickkontakt zum Publikum halten. Sie "rügt" auch ihren Mann. "Du sollst nicht deinen Text von später üben, das sieht man an deinem Gesicht."

Wenn die Prinzessin heult, müsste ihr jemand die Tempo-Box reichen, aus der sie die Tüchlein rupfen kann, lautet die Regieanweisung.

Gesangesparts gibt es keine - die musikalische Umrahmung übernehmen Blech'n Krempl.

Beide Gruppen üben für sich, in einer gemeinsamen Generalprobe wird die Feinabstimmung gemacht. Die Theaterleute lesen die Texte, unterstrichen mit Gestik und Mimik, und die jungen Musiker um Adrian Gruber spielen die Blasmusik.

"Es gehört schon Kreativität dazu, sich was zu den Geschichten einfallen zu lassen, sich darauf einzulassen", so Diana Fürstenberger über die Musikanten. Für die sei das Ganze fast noch aufwändiger als für die Schauspieler. Die werden im Innenhof der Wuhrmühle in bayerischer Gewandung an einem halbrunden Tisch sitzen und verstärkt durch Funkmikros ihre Rollen zum Besten geben. "Wegen der Technik müsst ihr langsamer sprechen und bei den chinesischen Namen die Stimme senken, sonst hört man nur noch Zischlaute", rät Diana Fürstenberger. Der Professor darf überheblicher und der Prinz muss noch leidenschaftlicher sein.

Bei Regen wird im Saal gespielt. Einlass ist bereits um 18 Uhr; während der Vorstellung darf bewirtet werden. Das passt zur bayerischen Gemütlichkeit. Mit der Pause wird der Abend rund zwei Stunden dauern. Karten gibt es in der Wuhrmühle werktags von 9 bis 12 Uhr unter Telefon 08638/72477. kla

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