Wieder eine Demo in Waldkraiburg, wieder Ärger – diesmal zwischen AfD und Linken

Kämpfen für eine gerechte Rente: Norbert Dietze, Organisatorin Andrea Reinisch und Astrid Dressler. Lohmann
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Kämpfen nach eigenem Bekunden für eine gerechte Rente: Norbert Dietze, Organisatorin Andrea Reinisch und Astrid Dressler.
  • Raphaela Lohmann
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Wieder eine Demo in Waldkraiburg – diesmal „gemeinsam gegen Altersarmut“. Keine zehn Teilnehmer verloren sich auf dem Sartrouville-Platz – und trotzdem gab es Ärger.

Waldkraiburg – „Gemeinsam gegen Altersarmut“: Neuer Name, gleiches Ziel. Eine Mahnwache hat am Freitag am Sartrouville-Platz für ein gerechteres Rentensystem protestiert. Wie schon bei einigen anderen Demos in der jüngeren Vergangenheit in Waldkraiburg gab es wieder Ärger. Heftige verbale Auseinandersetzungen lieferten sich Vertreter der Linken und der AfD am Rande der Veranstaltung.

„Flaschen sammeln ist keine Option“

„Flaschen sammeln ist keine Option“ oder „Wir sind und bleiben“ – diese Parolen waren auf Plakaten zu lesen. Immer mehr Menschen seien von Altersarmut betroffen, ein Umstand, auf den die Aktion hinweisen will. „Die Rente muss für jeden reichen, sodass man im Alter davon leben kann“, sagte Organisatorin Andrea Reinisch.

Bereits im Januar hatte es eine erste Mahnwache gegeben, zu der etwa 70 Teilnehmer gekommen waren. Von dieser Zahl war Organisatorin Andrea Reinisch am Freitag meilenweit entfernt. Knapp zehn Personen waren gekommen. „Ich habe lange auf die Genehmigung gewartet, weshalb am Ende alles sehr kurzfristig war“, erklärt Reinisch.

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Eine zweite Veranstaltung war eigentlich für März geplant, wurde aber kurzfristig wegen der Corona-Pandemie abgesagt. „Wir haben lange gewartet, bis es wieder mit den Mahnwachen weitergeht. Wir wollen ja immer noch etwas bewirken.“

Es soll nicht die letzte Veranstaltung gewesen sein. Die Mahnwachen gegen Altersarmut sollen künftig in regelmäßigen Abständen weitergehen. „Ich will mich wieder an die bundesweiten Aktionen anschließen und hoffe, dass wir damit etwas bewirken.“

Streit zwischen Linken und AfD

Am Rand der Mahnwache war es zu Beginn zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen zwischen Anhängern der Linken und den beiden AfD-Stadträten Tatjana Zapp und Ferdinand Kliem. Anlass war eine Aktion der Linken: Die hatten auf Plakaten AfD-Programmpunkte aufgelistet, die nach ihrer Ansicht dazu führen, dass die Schere zwischen Arm und Reich noch größer wird.

Vertreter der Linken kritisierten am Rande auf Plakaten die AfD-Politik als „unsozial“.

Bereits zu Beginn des Jahres hatte es Kritik an der bundesweiten Aktion „Fridays gegen Altersarmut“ gegeben. Der Vorwurf: Die Bewegung stehe der AfD nahe. Dagegen wehrt sich Waldkraiburgs Organisatorin Andrea Reinisch. „Wir sind politisch unabhängig.“ Platz für Politik sollte es bei der Mahnwache daher auch nicht geben.

Obwohl Mitglieder der AfD zur Mahnwache bekommen sind, sei es „keine politische Veranstaltung“. Sie habe deshalb auch mit deutlichen Worten darauf bestanden, dass die Plakate weggelegt werden müssen und somit nicht länger Werbung für eine Partei gemacht werde.

Polizei löst Gegendemo auf

Dennis Uzon, Kreisrat der Linken, sagte vor Ort, dass er nicht gegen die Mahnwache sei. Ihn störe aber, dass die AfD die Mahnwache für sich nutze, gleichzeitig aber die Altersarmut verschärfe.

AfD-Stadträtin Tatjana Zapp wiederum entgegnete, dass ihr Kommen zur Mahnwache nicht mit ihrem Engagement für die AfD in Verbindung stehe. Sie sei als Privatperson gekommen. Auch die Polizei war zwischenzeitlich vor Ort, um die Gegenaktion der Linken aufzulösen.

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