Niederndorf: Nachruf auf Josef Manstetter

Josef Manstetter war ein Niederndorfer Urgestein. Jetzt ist er im Alter von 91 Jahren gestorben.
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Josef Manstetter war ein Niederndorfer Urgestein. Jetzt ist er im Alter von 91 Jahren gestorben.

Waldkraiburg-Niederndorf – Mit Josef Manstetter ist ein „Niederndorfer Urgestein“ heimgegangen in den ewigen Frieden.

Eine große Trauergemeinde geleitete ihn zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Friedhof in St. Erasmus. „Werkelte“ der 91-Jährige bis vor einer Woche noch in seiner geliebten Werkstatt, so ist er trotz der Beschwerden seines Alters nun doch überraschend verstorben. Beim Requiem, das von Pater Bernhard Stiegler zelebriert und vom Kirchenchor musikalisch umrahmt wurde, würdigten seine Kinder im Nachruf und den Fürbitten den Lebenslauf ihres Vaters. Dieser begann mit seiner Geburt am 11. März 1928 in Niederndorf. Nach seiner Schulzeit in Pürten lernte er dort das Zimmererhandwerk. Nach zehn Arbeitsjahren bei der Firma Schechtl war er fast 30 Jahre bis zum Ruhestand beim Wasserwirtschaftsamt Rosenheim beschäftigt. Am 7. Juli 1955 ging er mit Elisabeth Lanzinger aus Kraiburg den Bund der Ehe ein. Gemeinsam übernahmen sie das elterliche Manstetter-Anwesen in Niederndorf, bauten immer wieder um und errichteten 1967 ein neues Wohnhaus. Bis 2002 betrieben sie die Landwirtschaft. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, inzwischen bereiteten ihm sieben Enkel und zwei Urenkel große Freude. Der Manstetter Sepp war jeweils über 70 Jahre bei der Marianischen Männerkongregation, bei der Feuerwehr – auch als langjähriger Kassier – und beim Zimmererverein, wo er viele Jahre zweiter Vorsitzender war. Beim Maurer- und Arbeiterverein war er ebenso treues Mitglied. Besonders stolz war der Sepp, als er beim 140-jährigen Feuerwehr-Gründungsfest in St. Erasmus als langjährigstes Mitglied in der Kutsche mitfahren durfte. Bis vor zwei Jahren war er noch mit dem Radl unterwegs und fertigte bis zuletzt in seiner Werkstatt mit viel Freude unzählige Vogelhäuschen an. Als Frühaufsteher heizte er schon um 4 Uhr früh ein, kochte Tee und las dann ausgiebig seine Tageszeitung. Dies tat er auch an seinem Sterbetag, bevor er kurze Zeit später in seinem Sessel – so ruhig und bescheiden, wie er auch gelebt hat – „hinüber geschlafen ist“. So konnte er sein ganzes Leben bis zuletzt in seinem heimatlichen Anwesen verbringen.

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