Niederbergkirchener Klick-Klack-Theater hat unfreiwillige Spielpause

Haben derzeit spielfrei, wenn auch unfreiwillig: Silvia und Stefan Beyrer vom Klick-Klack-Theater hoffen, dass ihre Marionetten ab Herbst wieder auf der Bühne stehen können.
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Haben derzeit spielfrei, wenn auch unfreiwillig: Silvia und Stefan Beyrer vom Klick-Klack-Theater hoffen, dass ihre Marionetten ab Herbst wieder auf der Bühne stehen können.

Das Rumpelstilzchen hüpft nicht mehr um seine Feuerstelle und auch der Froschkönig lässt die goldene Kugel der Prinzessin im Brunnen liegen. Corona beschert den Puppenspielern Silvia und Stefan Beyrer eine unfreiwillige Veranstaltungspause, die sich für das Ehepaar wie ein Dornröschenschlaf anfühlt.

Niederbergkirchen – Die Corona-Krise: Einfach nur ein Trauerspiel für alle Kunstschaffenden zu denen auch die Betreiber des beliebten Klick-Klack-Theaters gehören. „Der letzte Vorhang unserer Bühne fiel sinnigerweise am Freitag, 13. März“, sagt Stefan Beyrer, der seine Puppen schon oft im Waldkraiburger Haus der Kultur tanzen ließ. Ehefrau Silvia betrachtet die Situation ebenfalls mit Wehmut: „Jetzt ist Sendepause, was sehr schmerzt, und das nicht nur in finanzieller Hinsicht.“

Momentan gibt es nirgends Engagements

Das mobile Theater fährt häufig Schulen und Kindergärten an. Doch auch wenn dort die Tore langsam wieder aufgehen, wird sich dies für die Kinderbühne in absehbarer Zeit kaum auszahlen, befürchtet das Ehepaar. „Momentan bekommen wir aufgrund der Corona-Geschichte nirgends Engagements“, bedauert Stefan Beyrer. Als gelernter Holzbildhauer verzieht er sich nun oft in seine Werkstatt. Dort entstehen nämlich die schönen Puppen, die den Kindern große Freude bereiten.

Die Beyrers beherrschen ihr Handwerk von der Pieke auf. Puppen, Kostüme, Bühne, Dekorationen und Requisiten, alles gestalten die Niederbergkirchener in Eigenregie. Das gilt auch für die Texte, die zwar angelehnt an den original Märchen und Geschichten sind, aber dennoch die Handschrift der Beyrers tragen. Momentan beschäftigt sich Stefan Beyrer mit dem Projekt „Zauberlehring“, das er erstmals auf die Marionettenbühne bringen will. Natürlich kindgerecht wie alle Vorstellungen im Klick-Klack-Theater.

Der Literaturklassiker frei nach Goethe wurde bisher für das sogenannte Schwarze Theater inszeniert. „Jetzt möchten wir die Ballade mit Gliederpuppen aufbereiten“, verrät der 64-jährige Holzbildhauer. Im Moment ist er dabei den Zauberer zu schnitzen. Langweilig wird Stefan Beyrer daher nicht, wenngleich er und seine Frau jeden Tag ein bisschen mehr von der Sehnsucht nach Bühne und Publikum gepackt werden.

Klick-Klack-Theater begeistert seit fast 30 Jahren

Das Klick-Klack-Theater begeistert seit nunmehr fast 30 Jahren kleine und große Kinder im süddeutschen Raum. Wie Silvia Beyrer allerdings einräumt, nehmen sie und ihr Mann seit Längerem nur noch Engagements im Umkreis von rund einhundert Kilometern an. „Wir werden halt auch nicht jünger“, stellt die 57-jährige Puppenspielerin lächelnd fest.

Stefan Beyrer, seit Kindertagen fasziniert von Bühne, Marionetten und Handpuppen, gab einst eine Festanstellung am Münchner Nationaltheater auf, um sich mit einer mobilen Kinderbühne selbstständig zu machen. Bereut hat er diesen Schritt nie, zumal er in Silvia eine kreative Mitstreiterin fand.

Im Herbst hoffen das Ehepaar Beyerer, dass es wieder spielen kann

Das Corona-Virus wirft die Theaterleute jetzt nach fast drei Jahrzehnten Erfolgsgeschichte etwas aus der Bahn. Doch die Hoffnung, den Spielbetrieb im Herbst wieder anzukurbeln zu können, gibt das Ehepaar nicht auf. Und nächstes Jahr im Oktober steht der 30. Geburtstag des Klick-Klack-Theaters im Kalender. „Soweit in die Zukunft denke ich gar nicht“, meint Stefan Beyrer und streichelt dabei gedankenverloren seinem Kater Willi über das Fell.

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