Cheerio Joe

Nicht nur Musikstudio: Waldkraiburgerin Tina Fischer will mit ihrer Band wieder auf die Bühne

Der Band „Cheerio Joe“ um die Waldkraiburgerin Tina Fischer mit Sebastian Pittrich (von links), Max Spieler und Max Liebl fehlt eine Perspektive. Nach dem erneuten Lockdown wissen sie nicht, wie lange sie nicht spielen dürfen.
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Der Band „Cheerio Joe“ um die Waldkraiburgerin Tina Fischer mit Sebastian Pittrich (von links), Max Spieler und Max Liebl fehlt eine Perspektive. Nach dem erneuten Lockdown wissen sie nicht, wie lange sie nicht spielen dürfen.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Ausgefallene Konzerte, abgesagte Club-Abende: Die Musik-Branche ist durch die Corona-Pandemie schwer getroffen. Vielen Bands fehlt die Perspektive, wie es im nächsten Jahr weitergehen wird. Auch „Cheerio Joe“, die Band um die Waldkraiburgerin Tina Fischer, leidet, versucht aber, im Gespräch zu bleiben.

Waldkraiburg/Fürstenfeldbruck – Das Jahr 2019 lief gut: Die Band bringt ihre erste gemeinsame CD heraus und gibt zahlreiche Konzerte. „Es war eine coole Zeit“, sagt Sebastian Pittrich. Selbst die Vorbereitungen für 2020 sind gut angelaufen. „Wir hatten eine kurze Winterpause und einen gut gefüllten Terminkalender“, sagt Tina Fischer. Ende Februar dieses Jahres hatte die Band mit Sebastian Pittrich (Gitarre und Gesang), Lukas Liebl (Bass), Max Spieler (Schlagzeug) und Tina Fischer (Gesang und Gitarre) noch einen regulären Auftritt.

Veranstalter können nur schwer planen

„Der letzte für lange Zeit“, sagt Tina Fischer. 60 Konzerte waren für 2020 geplant, am Ende haben sie es trotz der Corona-Pandemie immerhin noch auf 20 Auftritte gebracht. „Wir haben viel in Biergärten gespielt, aber auf keinem einzigen Festival“, sagt sie. Nach dem ersten Lockdown hängt die Band jetzt erneut in der Luft. „Wir wissen nicht, wie lange wir nicht spielen dürfen. Wir können auf kein Ziel hinarbeiten.“ Mit den Veranstaltern sei man zwar im Kontakt, aber auch die können nur schwer für 2021 planen. „Können die Festivals, die auf nächstes Jahr verschoben worden sind, 2021 überhaupt stattfinden“, fragt sich Lukas Liebl. Viele Veranstalter seien mittlerweile ohne Reserven.

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Was bleibt für die vier Musiker? „Ich fühle mich ohnmächtig, kann nichts tun und das schlägt auf die Stimmung“, sagt Lukas Liebl. Als Songwriter ist die Corona-Krise doppelt bitter. „Aus meiner Lebenserfahrung ziehe ich etwas für die Songs heraus. Ich erlebe aber gerade nicht viel, weil es kein Leben mehr gibt. Dagegen kann ich nichts tun.“ Aber Musik sei sein Leben und das wolle er „sich nicht verhageln“ lassen.

Die Band könne zwar gemeinsam Musik machen, neue Songs einspielen, aber das allein reiche eben nicht. „Wir machen Musik, weil es uns Spaß macht. Aber wir wollen auch das Feedback vom Publikum. Das fehlt. Wir haben nur uns als Maßstab“, sagt Sebastian Pittrich. Das sei zu wenig.

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Ohne Clubs und ohne Festivals bleibe für die Band nur der Weg ins Studio. „Das hat zum Glück funktioniert“, sagt sie. Ende November haben sie aus ihrer neuen CD den Song „Hiding out in a Hideout“ bereits veröffentlicht, den es über bekannte Streamingdienste gibt. Auch die neue CD „Useless Tales“ wird es im neuen Jahr nur noch online geben.

Es fehlt der Kontakt zu den Fans

Genau dorthin verlagert Tina Fischer jetzt schon den Schwerpunkt der Band, um von den Fans nicht vergessen zu werden: „Wir machen einen Adventskalender, um im Gespräch zu bleiben.“ Entstanden sind auch zwei Videos, auch für die neue CD ist ein neues Video geplant. „Aber wann und wie können wir das machen“, fragt sich die Sängerin.

Vereinzelte Auftritte, eine neue CD – „Cheerio Joe“ hat in diesem schwierigen Corona-Jahr noch einige Wege gefunden, um Musik zu machen. Aber zufriedenstellend sei dies nicht. „Es fehlt der direkte Kontakt mit den Fans. Es geht nichts darüber, dass sich die Leute über die Musik freuen“, sagt Lukas Liebl. Die Leute sollen eine gute Zeit vor der Bühne haben. „Man darf in dieser Zeit die Kunst und Kultur nicht vergessen“, betont Pittrich.

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