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Wunsch nach Privatsphäre contra Bebauungsplan

Wie hoch darf‘s sein? Wildwuchs der Zäune in Waldkraiburg

Wie hoch ein Zaun sein darf, das regelt in vielen Gebieten explizit ein Bebauungsplan. Doch nicht allen Gartenbesitzern reicht eine Zaunhöhe wie auf dem Bild aus, weshalb immer öfter Anträge auf eine isolierte Befreiung eingereicht werden.
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Wie hoch ein Zaun sein darf, das regelt in vielen Gebieten explizit ein Bebauungsplan. Doch nicht allen Gartenbesitzern reicht eine Zaunhöhe wie auf dem Bild aus, weshalb immer öfter Anträge auf eine isolierte Befreiung eingereicht werden.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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An der Gestaltung der Einfriedungen von Gärten scheiden sich immer mehr die Geister. Denn was dem Gartenbesitzer gefällt, muss längst nicht dem gültigen Bebauungsplan entsprechen. Und so landen immer mehr Befreiungsanträge in den Bauämtern der Kommunen. Denn eine einheitliche Linie fehlt oftmals.

Waldkraiburg/Kraiburg – Der gute alte Jägerzaun hat längst ausgedient. Heutzutage darf es schon etwas moderner sein, eine Gabionenwand zum Beispiel oder ein Stabmattenzaun. Doch an der Gestaltung der Einfriedungen der heimischen Gärten scheiden sich immer mehr die Geister. Denn was dem Gartenbesitzer gefällt, muss längst nicht dem gültigen Bebauungsplan entsprechen. UnWd so landen immer mehr Befreiungsanträge in den Bauämtern der Kommunen. Denn eine einheitliche Linie fehlt oftmals.

Von den Vorgaben des Bebauungsplanes oft nur noch wenig übrig

Das Bedürfnis nach Privatsphäre oder etwas mehr Ruhe im eigenen Garten ist groß, weshalb sich immer mehr Hausbesitzer mit hohen Zäunen diesen Freiraum verschaffen wollen. Doch sobald die Zäune zu hoch werden, wenn sich Hausbesitzer regelrecht in ihren Grundstücken einmauern wollen, hat das Konsequenzen auf das Stadtbild. Kommunale Gremien tun sich deshalb zunehmend schwerer, Befreiungen für höhere Zäune zuzustimmen.

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Bauamtsleiter Carsten Schwunck ist die Diskussion um die Gestaltung der Einfriedungen nicht unbekannt. Zumal es nicht immer einfach ist zu entscheiden. Zwar geben die Bebauungspläne in der Stadt teilweise sehr dezidiert vor, wie und in welcher Höhe ein Zaun errichtet werden darf, welche Pflanzen gesetzt werden dürfen. Doch oft ist davon Jahre später nur noch wenig zu erkennen. „Die Festsetzungen sind nicht überall immer durchgehalten worden. Der gültige Bebauungsplan damit nicht vollzogen und rechtlich nur schwer anzuführen“, sagt Schwunck. Doch die Bebauungspläne unterscheiden sich zum Teil, in manchen Gebieten gibt es nicht einmal einen solchen, was es für Hausbesitzer nicht unbedingt einfacher macht.

„Viele Zäune werden erneuert und die Hausbesitzer wissen oft schon gar nicht mehr, was der Bebauungsplan vorgibt“, sagt Schwunck. Eine Kontrolle im Stadtgebiet kommt einer „Mammutaufgabe“ gleich. Zumal es nicht nur die Höhe zu kontrollieren gibt, sondern oft auch der Abstand zwischen Boden und Zaun. Damit Tiere zwischen den Gärten wechseln können.

Braucht Waldkraiburg eine Zaunsatzung?

Das Zaun-Thema hatte jüngst Johann Vetter (UWG) im Stadtentwicklungsausschuss angesprochen. Ihm ging es darum, dass Zäune mit eingearbeiteten Kunststoffmatten nicht zeitgemäß und nachhaltig seien. Will die Stadt künftig die Zäune auf gleiche Höhe bringen, braucht es einen Diskurs. „Man muss sich darüber unterhalten, ob es gewollt ist und wenn ja, in welcher Form“, sagt Schwunck auf Nachfrage.

In einer Zaunsatzung könne man vieles regeln, zum Beispiel niedrigere Höhenbegrenzungen für den Straßenbereich festlegen, aber auch Sonderlösungen für bestimmte Bereiche als zulässig erachten. „Man muss sie nur so gestalten, dass sie auch zu kontrollieren ist“, sagt Schwunck. Dass man sich als Hausbesitzer auch drauf verlassen kann, dass sich am Zaun kein Streit mit der Nachbarschaft entzündet.

Viele Eigentümer unwissend

Doch den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, ist gar nicht so einfach. Das weiß auch die Gemeinde Kraiburg. Dort lagen zuletzt immer öfter dem Gemeinderat Anträge auf isolierte Befreiung vor, weshalb das Gremium einen Grundsatzbeschluss fasste. Dadurch soll die Verwaltung Anträge bewilligen können, wenn sie den festgelegten Kriterien entspricht. Alle anderen Anträge werden weiterhin im Gemeinderat abgewogen“, sagt Bürgermeisterin Petra Jackl auf Nachfrage. Der Gemeinderat könnte damit in seiner Arbeit entlastet werden.

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Vielen Eigentümern sei oft nicht bewusst, dass der Bebauungsplan so vieles regle. Dazu gehören eben auch beispielsweise die Einfriedung und die Bepflanzung. „Früher war die Gemeinde beim Thema Zaun strikt und rigoros. Heute kommen wir den Bürgern mehr entgegen.“ Petra Jackl versteht den Wunsch eines jeden Gartenbesitzers, einen geschützten Platz zu haben. Doch das hat Grenzen. Zu hohe Zäune und Mauern „verändern massiv das Ortsbild“. Nicht nur das: „Wenn sich Hausbesitzer einmauern, ist keine Kommunikation mehr möglich. Aber man will doch Nachbarschaft.“

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