30 JAHRE DEUTSCH–FRANZÖSISCHE FREUNDSCHAFT: GARS AM INN UND AZAY LE FERRON

Nicht Mauern, sondern Brücken bauen

Geschenk der Gemeinde Azay le Ferron an die Gemeinde Gars:ein Wandteppich. Das Bild zeigt (von links) Beatrix Boutonnet, Übersetzerin, Béatrice Georges, Vorsitzende des französischen Partnerschaftsvereins, Philippe Boutonnet, Zweiter Vorsitzender des deutschen Partnerschaftsvereins, Jackie Blardat, Vertreter der französischen Bürgermeisterin und Norbert Strahllechner, Bürgermeister und Erster Vorsitzender des deutschen Partnerschaftsvereins. münch
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Geschenk der Gemeinde Azay le Ferron an die Gemeinde Gars:ein Wandteppich. Das Bild zeigt (von links) Beatrix Boutonnet, Übersetzerin, Béatrice Georges, Vorsitzende des französischen Partnerschaftsvereins, Philippe Boutonnet, Zweiter Vorsitzender des deutschen Partnerschaftsvereins, Jackie Blardat, Vertreter der französischen Bürgermeisterin und Norbert Strahllechner, Bürgermeister und Erster Vorsitzender des deutschen Partnerschaftsvereins. münch

Im 30. Jahr ihrer Gemeindepartnerschaft trafen sich am verlängerten Wochenende 60 Gäste aus Azay le Ferron in der Provinz Brenne, Departement Indre et Loire, mit ihren Gastgebern in Gars und feierten mit diesen das Jubiläum mit einem bunten und erlebnisreichen Programm.

Gars – An den drei Tagen der Begegnung hatten die französischen Besucher und die deutschen Gastfamilien wieder einmal Gelegenheit, neue oder wiederentdeckte „Leckerbissen“ aus Kultur, Musik und Natur der bayerischen Heimat zu genießen: Gemeinsam erlebte die deutsch-französische Gruppe, die zuweilen bis zu 140 Personen umfasste, die historische Stadt Wasserburg mit Empfang im Rathaus der Stadt, das Bauernhausmuseum Amerang und die „Fischtreppe“ des Verbunds Innkraftwerke in Gars.

Den Sonntag prägten ein gemeinsamer Festgottesdienst mit anschließendem Weißwurstessen sowie eine Klosterführung und ein Grillabend am Schützenhaus Gars. Am letzten Tag genossen Franzosen und Deutsche schließlich bei herrlichem Wetter eine Floßfahrt auf der Alz von Seebruck nach Truchtlaching und kosteten Bier und bayerische Brotzeit in der Brauerei Camba Bavaria.

In einem an Höhepunkten reichen Festabend wurde das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft gebührend gefeiert. Trachten- und Musikgruppen aus der Brenne und aus der oberbayerischen Heimat, darunter eine mit Beifall überschüttete Kindertrachtengruppe aus Lengmoos, sorgten für festliche Hochstimmung.

Auch Festreden, der Austausch von Geschenken, ein gemeinschaftlich gemaltes Bild und nicht zuletzt ein reichhaltiges Menü prägten den Abend. Ein von den französischen Gästen ausgeschenkter „Vouvray pétillant“ gab dem Abend schließlich neben Musik und Tanz aus der Brenne eine besondere französische Note.

Strahllechner: „Sind Freunde geworden“

„Wir sind Freunde geworden“, so lautete der Kernsatz der Festrede von Bürgermeister Norbert Strahllechner, dem Vorsitzenden des Garser Partnerschaftsvereins. Ein wichtiges Ergebnis der Partnerschaft sei gewesen, dass Vorbehalte und Vorurteile zwischen Deutschen und Franzosen abgebaut worden seien.

Den Philosophen Isaac Newton zitierte Martine Prault, Bürgermeisterin von Azay le Ferron: „Die Menschen bauen zu viele Mauern und nicht genug Brücken“. In ihrer Grußbotschaft, vorgetragen von Jackie Blardat, hob sie besonders die Kraft der Freundschaft, den Reichtum des Austauschs und den hohen Wert der zwischenmenschlichen Beziehungen hervor.

Im Jahr 1986 hatten die „Gründerväter“ aus Gars und Azay le Ferron, noch Angehörige der Generation der Kriegsteilnehmer, die Partnerschaft ins Leben gerufen. Sie sollte den Gedanken der deutsch-französischen Freundschaft, wie er im Élysée-Vertrag von 1963 durch Konrad Adenauer und Charles De Gaulle grundgelegt worden war, mit Leben erfüllen.

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