Nicht der letzte Bürgerdialog?

Wie wollen wir in Zukunft lernen? Dieser Frage stellten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Vor-Ort-Forums des bundesweiten Bürgerdialogs, den Bundeskanzerlin Angela Merkel angestoßen hatte. Foto ber
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Wie wollen wir in Zukunft lernen? Dieser Frage stellten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Vor-Ort-Forums des bundesweiten Bürgerdialogs, den Bundeskanzerlin Angela Merkel angestoßen hatte. Foto ber

Wie wollen wir in Zukunft lernen? Dieser Frage stellten sich die Teilnehmer des Bürgerdialogs im Haus der Kultur. Und fanden auch eine Antwort: Über die Generationen und Kulturen hinweg sollen alle Menschen eingebunden werden.

Waldkraiburg - Sabine Meyle, Geschäftsführerin der VHS und Initiatorin des Bürgerdialogs vor Ort, war zufrieden mit dessen Verlauf. Am Ende legten die Arbeitsgruppen ausformulierte Ergebnisse vor: In Zukunft ist es wichtiger denn je, neugierig von der Erfahrung anderer zu lernen. Wissen soll nicht nur unter den Generationen ausgetauscht werden, sondern vor allem zwischen verschiedenen Kulturen. Dies muss selbstverständlich, dauerhaft und in gegenseitigem Respekt geschehen. Alle sozialen- und Altersgruppen sollen in den Bildungsprozess mit einbezogen werden, individuelle Potenziale müssen ebenso gefördert werden wie persönliche Grenzen respektiert.

Damit ein solches Lernen voneinander überhaupt möglich wird, ist viel ehrenamtliches Engagement nötig. Dieses muss aber anerkannt und entsprechend honoriert werden, etwa durch Vergünstigungen oder Kompensationszahlungen. Außerdem müssen Plattformen im Internet geschaffen werden, auf denen sich Interessierte melden können.

Diese in den Gruppen erarbeiteten Ergebnisse wurden an einer Pinnwand vorgestellt und sofort auf die Plattform des Bürgerdialogs gestellt. Unter www.dialog-ueber-deutschland.de kann nicht nur der Waldkraiburger Vorschlag, sondern alle bisher eingegangenen nachgelesen und bewertet werden.

Für Meyle ist der Bürgerdialog eine Möglichkeit, sich direkt in die Politik einzumischen und selbst Ideen für die Politik und die Gesellschaft Deutschlands einzubringen.

Sie wollte zeigen, dass die politische Diskussion unterhaltend und spannend sein kann.

"Ich finde diese Veranstaltung gut. Demokratie heißt ja miteinander zu reden und sich dann zu einigen", sagte etwa Teilnehmer Peter Kleine.

Angestoßen von Bundeskanzlerin Merkel, findet der Dialog über Deutschland in insgesamt 50 deutschen Städten statt. In jeder Veranstaltung werden Vorschläge zur Zukunft des Lebens und Lernens in Deutschland erarbeitet und dann ins Internet gestellt.

Allerdings kann auch jeder Bürger seine Meinung im Internet einbringen.

Nach einer Sichtung durch Experten werden die besten Vorschläge in einer Abschlussveranstaltung in Berlin im Juni mit der Kanzlerin diskutiert. Aus jeder der 50 lokalen Diskussionsrunden nehmen zwei Bürger daran teil. In Waldkraiburg wurden Christine Hylla und Georg Irgmaier ausgelost.

Das Konzept des Bürgerdialogs sei auch sehr gut auf andere Fragen anwendbar, meinte VHS-Geschäftsführerin Meyle. "Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht der letzte Bürgerdialog in Waldkraiburg war."

ber

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