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BUND NATURSCHUTZ

Neues Wehr in Jettenbach: große Skepsis

Neuer Kassier: Heiner Byzio übernimmt die Finanzen des Bund Naturschutz Mühldorf.
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Neuer Kassier: Heiner Byzio übernimmt die Finanzen des Bund Naturschutz Mühldorf.

Tiere und Pflanzen werden unter dem Neubau des Wehrs in Jettenbach leiden. Davon ist der alte und neue Vorsitzende des Bund Naturschutz Mühldorf, Gerd Ruchlinski, überzeugt. In seiner letzten Amtsperiode will er sich noch aktiver einsetzen.

Taufkirchen – Mit gut 30 Mitgliedern fand die Jahreshauptversammlung des Bund Naturschutz Mühldorf im Gasthaus Maier-Gallenbach in Taufkirchen statt. Bei der Kreisgruppe standen Neuwahlen an. „Mit fast 1800 Mitgliedern haben wir schon ein Gewicht, darauf können wir bauen“, freute sich der alte und neue Vorsitzende Gerd Ruchlinski.

Für den engagierten und umtriebigen Naturschützer wird es die letzte Amtszeit sein. Die will er nutzen, um sich noch aktiver einzubringen – zum Beispiel beim Schutz der Pflanzen und Tiere, die unter dem Neubau des Jettenbacher Wehrs leiden werden.

Nach den Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft, viele davon in Abwesenheit, stellte Gerd Ruchlinski einen Wechsel in der Geschäftsstelle vor: Elisabeth Neuhäusler hatte sich zum Jahreswechsel verabschiedet, ihre Nachfolgerin Eva Grabbe-Tkocz habe sich bereits sehr gut eingearbeitet, zumal beim Bund Naturschutz nicht nur normale Büroarbeit zu tun sei.

Vorgestellt wurde auch die Bundesfreiwilligendienstleistende Helga Rabl, die bisher etwa bei Pflegearbeiten in der Kiesgrube eingesetzt wurde.

Mindestwassermenge im Inn muss erhöht werden, so die Naturschützer

Sehr erfolgreich für den Naturschutz arbeitete die Kreisgruppe im vergangenen Jahr. Zurzeit markiere man wieder die Kiebitznester in den Feldern, um es den Landwirten zu ermöglichen, sie zu verschonen. „Die nehmen dann einen Spaten in die Hand und setzen das Nest auf eine Spur, auf der sie nicht fahren müssen“, erläuterte der Vorsitzende.

Man habe an der Delegiertenversammlung teilgenommen, bei der der Alpenplan das Thema war und sich beim Volksbegehren zur Einschränkung des Flächenverbrauchs in Bayern stark gemacht. „Täglich werden aktuell 20 Hektar zubetoniert, das ist enorm. Eine Begrenzung auf fünf Hektar wäre das Ziel.“ Ruchlinski berichtete weiter über die zahlreichen Bauleitplanungen, mit denen man laufend beschäftigt sei und über die Teilnahme an einer CETA-Veranstaltung in Mühldorf.

Beim letztjährigen Wasserbüffelfest hätten sich rund 100 Besucher das Biotop angesehen und mit einer neuen „Aktion Altholz“ wolle man versuchen, die Waldbesitzer dazu zu bringen, Totholz stehen zu lassen.

Kassier Walter Tiefel, der für den neuen Vorstand nicht mehr zur Verfügung stand, berichtete im Folgenden über die finanzielle Situation: Mit Einnahmen von 41 044 Euro und Ausgaben von 33 309 Euro konnte man einen Gewinn von 7735 Euro erwirtschaften.

Der Bericht von Zweitem Vorsitzenden Dr. Andreas Zahn zeigte weitere wichtige Projekte auf. Das Stauwehr in Jettenbach soll abgerissen und durch ein neues Wehr ersetzt werden, damit mehr Wasser in den Kanal geleitet werden kann. Der Bund Naturschutz stehe auf dem Standpunkt, dass die Mindestwassermenge im Inn erhöht werden sollte. Einige weitere Diskussionspunkte über die Erhaltung der Trockenwiesen und den Lebensraum des Dunklen Ameisenbläulings auf den aktuellen Dämmen müssten noch geklärt werden. Durch den größeren Rückstau entstünden aber auch wieder neue Lebensräume.

Mit der Grundschule Kraiburg habe man eine Aktionswoche durchgeführt und ein neues Naturschutzprojekt unter dem Motto „Schätze der Eiszeitlandschaft“ hat sich aus einer kleinen Anregung Dr. Zahns entwickelt: die Toteiskessel und Moore in den Landkreisen Mühldorf und Rosenheim sollen saniert werden. Das Projekt zum Schutz der Gelbbauchunke suche weiterhin Unkenpaten, beim Rebhuhnprojekt hätten Jäger begonnen, wieder einige Tiere auszuwildern und auch die Arbeit mit den Wechselkröten gehe laufend weiter.

Zum Abschluss hielt Dr. Zahn einen Vortrag über Katzen und deren Auswirkungen auf die Natur, vor allem, wie ihr Jagdtrieb sich auf die Fledermaus- und sonstige Kleintierpopulation in der Wildnis auswirke.

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