Veränderung im Stadtbild

Firma Netzsch wird altes Werk in Waldkraiburg für Neubau aufgeben - Das passiert mit dem Areal

Die Montage zeigt, wo das neue Werk mit einer Verwaltungseinheit im Obergeschoss auf dem Betriebsgelände an der Geretsrieder Straße (rechts oben) errichtet werden soll.
+
Die Montage zeigt, wo das neue Werk mit einer Verwaltungseinheit im Obergeschoss auf dem Betriebsgelände an der Geretsrieder Straße (rechts oben)errichtet werden soll.

Es ist die größte Investition der Firmengeschichte: 50 Millionen Euro investiert die Firma Netzsch in eine neue Produktionseinheit samt Administrationsgebäude an ihrem Standort in der Geretsrieder Straße im Waldkraiburger Gewerbegebiet. Nun steht auch fest, was mit dem Areal geschieht, auf dem derzeit das Werk steht.

Update 30. November 2020, 16.30 Uhr

Waldkraiburg - Für das erste Quartal 2021 kündigt Jens Heidkötter, Geschäftsführer der Netzsch Pumpen & Systeme GmbH, den Spatenstich für die neue Produktionshalle samt Verwaltungs- und Büroeinheiten auf dem Firmengelände an der Geretsrieder Straße an. Die neue Einheit ist das Kernstück eines 50 Millionen Euro teuren Investitionspakets am Standort Waldkraiburg. Wenn alles nach Plan läuft, werden im Frühjahr 2024 alle Mitarbeiter im Gewerbegebiet an der Daimlerstraße arbeiten.

Auch interessant:

Höhere Klassen im Landkreis Mühldorf müssen wegen Corona in den Wechselunterricht

Netzsch will attraktiver Arbeitgeber sein

Heidkötter und sein Geschäftsführerkollege Felix Kleinert sind überzeugt, dass sie mit der hochmodernen neuen Einheit nicht nur noch effizienter arbeiten werden, sondern Netzsch in Zeiten des Arbeitskräftemangels auch ein „Signal gibt, dass wir ein noch attraktiverer Arbeitgeber werden.“

Im ersten Quartal 2021 soll der Spatenstich sein, drei Jahre später soll alles am Standort in der Geretsrieder Straße vereint sein. So sieht es der Zeitplan des Unternehmens vor.

Netzsch gibt Standort an der Waldkraiburger Liebigstraße auf

Die Investitionsentscheidung der Gesellschaftsversammlung des Unternehmens markiert in jedem Fall eine Zäsur in der Standortgeschichte des Unternehmens, das seit Anfang der 1960er-Jahre mit Waldkraiburg verbunden ist. Denn: Das Werksgelände an der Liebigstraße wird das Unternehmen aufgeben. „Das Werk I wird abgerissen.“ Ein 1,6 Hektar großes Areal, mitten in einem Wohngebiet, steht damit für eine neue Nutzung zur Verfügung.

„Die Gespräche mit der Stadt über die Zukunft dieser Fläche laufen“, so Heidkötter. Was damit passiert, sei „noch nicht spruchreif“, sagt Bürgermeister Robert Pötzsch. Die Entwicklung werde in enger Abstimmung mit der Firma erfolgen.

Areal könnte Wohnbebauung erhalten

Was sich bereits abzeichnet: „Auf keinen Fall soll es wieder eine gewerbliche Nutzung dort geben. Es wird sicher in Richtung Wohnbebauung gehen.“ In der Umgebung der Werk I bestehe sowohl Geschosswohnungsbau wie eine Einzel- und Reihenhausbebauung, „in abgestimmter Form“. Daran könne man anknüpfen.

„Ich bin sehr dankbar, dass Netzsch gerade in dieser schwierigen Zeit eine so wegweisende Entscheidung trifft“, so Pötzsch weiter. Die Stadt sei der Firma zuletzt bei der Parkplatzfrage am Werk II wie in der Diskussion um die Erweiterung einer Gewerbefläche nördlich der Daimlerstraße entgegengekommen. Dieses Vertrauen in das Unternehmen werde nun belohnt. „Die Firma steht zu ihrem Wort.“

+++

Update 30. November 2020, 15 Uhr

Waldkraiburg – Es ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte: Rund 50 Millionen Euro steckt die Firma Netzsch in den nächsten drei Jahren in die Modernisierung ihres Standortes Waldkraiburg. Unter anderem entsteht auf dem neuen Werksgelände eine hochmoderne Produktionshalle samt Hochregallager und Verwaltungseinheit für insgesamt rund 40 Millionen Euro.

„Das ist ein klares Bekenntnis der Gesellschafter zum Standort“, betont Felix Kleinert von der Netzsch Pumpen & Systeme GmbH. Mit seinem Geschäftsführerkollegen Jens Heidkötter macht er deutlich, dass der Neubau in der Geretsrieder Straße in Waldkraiburg der erste Schritt in der Umsetzung einer neuen Strategie des weltweit führenden Pumpenherstellers ist. Bislang setzte Netzsch auf den Grundsatz „In der Region für die Region“. Künftig wird das Unternehmen die weltweite Vernetzung aller Standorte auch im Produktionsbereich vorantreiben.

Lesen Sie auch:

Hortkinder im Kreis Rosenheim missbraucht? Polizei nimmt Mann fest

Netzsch investiert nicht nur in Waldkraiburg

Den Investitionen in Waldkraiburg werden Fabrikerweiterungen in den USA, in Brasilien, China und Indien folgen. Zu dem bereits bestehenden Montagecenter in Anting bei Shanghai sollen weitere Montagecenter in Südafrika, Australien, Thailand, Russland, Mexiko und Indonesien hinzukommen. Die Standorte werden untereinander in einem digital unterstützten Netzwerk zusammenarbeiten. „Damit erreichen wir eine noch größere Kundennähe.“ Dafür wird das Unternehmen in den nächsten Jahren nach eigenen Angaben ebenfalls 50 Millionen Euro aufwenden.

Auch interessant:

Waldbad-Förderverein backt gegen den Corona-Frust

Die Firma, die in Waldkraiburg gut 620 Mitarbeiter beschäftigt, reagiere mit der Investitionsentscheidung auch auf den Mangel an Facharbeitskräften, so die Geschäftsführer. Zusätzliche Arbeitsplätze werden aufgrund des hohen Technisierungsgrades nicht entstehen, die bestehenden aber gesichert bleiben. Kleinert: „Das sind keine menschenleeren Fabriken.“

Waldkraiburg fährt ein Drittel des Netzsch-Umsatzes ein

Der Geschäftsbereich Netzsch Pumpen & Systeme GmbH hat im vergangenen Geschäftsjahr, das im Juni endete, knapp 300 Millionen Euro Umsatz gemacht, davon etwa ein Drittel in Waldkraiburg. Bei den sogenannten Excenterschneckenpumpen, die in der Chemie, in der Energieförderung sowie in der Nahrungsmittelbranche zum Einsatz kommen, ist Netzsch global die Nummer eins.

Begeistert reagieren Kommunalpolitiker auf das Bekanntwerden der Investitionsentscheidung. Netzsch habe sich als äußerst verlässlicher Partner der Kommunalpolitik erwiesen, so Bürgermeister Robert Pötzsch. Für die Stadt Waldkraiburg eröffnet der Bau der neuen Produktions- und Verwaltungseinheit ganz neue städtebauliche Perspektiven. Die Firma gibt damit ihren alten Standort in einem Wohngebiet auf. 1,6 Hektar stehen damit für eine neue Bebauung zur Verfügung.

+++

Erstmeldung

Waldkraiburg - Das bestätigen die Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Pumpen & Systeme, Felix Kleinert und Jens Heidkötter. Die gesellschafterversammlung habe die Mittel dafür bereits frei gegeben.

Lesen Sie auch:

Nach Hacker-Angriff kann Waldkraiburger Unternehmen Netzsch wieder den Normalbetrieb aufnehmen

Wie Geflügelzüchter aus der Region Mühldorf ihre Tiere gegen die Vogelgrippe schützen

Der Pumpenhersteller, der Im Bereich der Excenterschneckenpumpen Weltmarktführer ist, will das neue Werk im Jahr 2024 in Betrieb nehmen. Weitere Großínvestitionen in ausländische Werke sollen folgen.

Das bestehende Werk in der Liebigstraße will das Unternehmen aufgeben. Netzsch beschäftigt in Waldkraiburg derzeit 622 Mitarbeiter.

Kommentare