Nachruf

Ein Mann voller Geduld und Humor: Waldkraiburger Realschule trauert um ehemaligen Rektor

Günter Ebner Rektor Realschule Waldkraiburg Nachruf
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Bleibt als beliebter und fähiger Pädagoge und Rektor der Realschule Waldkraiburg in Erinnerung: Günter Ebner, der mit nur 69 Jahren gestorben ist.
  • vonErika Fischer
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„Ich gehe gerne in die Schule!“ Das war Günter Ebners Leitspruch und er wollte, dass sich auch alle anderen wohlfühlten, die seine Schule besuchten. Am vergangenen Wochenende ist der beliebte Pädagoge mit nur 69 Jahren gestorben. Die Realschule Waldkraiburg trauert um ihren ehemaligen Rektor.

Waldkraiburg/Putzbrunn – Nach dem Studium hatte Günter Ebner drei Jahre als Journalist beim Bayerischen Rundfunk gearbeitet und begann danach eine Laufbahn als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Musik, Sozialkunde und Ethik. Nach zwölf Jahren in Vaterstetten wechselte er als Konrektor an die Realschule in Moosburg.

Sein Motto: „Lernen soll Spaß machen

„Lernen soll Spaß machen!“ Das war auch sein Motto, als er im Herbst 2000 die Rektorenstelle in Waldkraiburg antrat: „Völliger Freiraum geht natürlich nicht. Es braucht klare Leitlinien und nötigenfalls Grenzen.“

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Ebner sah sich als Moderator, der viel zuhörte, aber auch eigene Gedanken propagierte: „Nachsicht, Geduld und viel Humor zählen zu den unverzichtbaren Eigenschaften eines Pädagogen.“ Solche Bekenntnisse, die er auch in die Tat umsetzte, machten ihn bald bei Lehrern, Schülern und Eltern überaus beliebt. Unvergessen sein erster Auftritt vor der Schulfamilie, als er sich an den Flügel setzte und den Hit „Probier`s mal mit Gemütlichkeit“ in die Tasten hämmerte.

Ein Ruhepol im Schulbetrieb

Sein Konrektor Manfred Gleim erinnert sich gerne an diese ersten Jahre mit dem neuen Schulleiter zurück, der „ohne Krawatte, mit kräftiger Stimme und viel Humor, tolerant und motivierend, ein Ruhepol im Schulbetrieb“ gewesen sei, „ein Gewinn für die Schule“.

Große Herausforderungen prägten seine Zeit als Rektor

Der 50. Geburtstag Ebners wurde noch gebührend gefeiert. Doch dann kam eine Herausforderung nach der anderen. Da war der Baubeginn an der Schule mit Aufstockung, Neubau und Altbausanierung, mit viel Lärm und Schmutz. Der weltpolitische Schock des 11. September und die Amokläufe an den Schulen in Freising und Erfurt mussten auch an der Realschule verdaut werden. Und im Schuljahr 2001/02 folgte der zunächst umstrittene Start der R6 mit fünf 5. Klassen, die sich bald als Erfolgsmodell etablieren sollte.

Diese Belastungen forderten ihren Tribut: Eine Krankheit riss den Rektor aus dem Schulleben. Bei der Einweihung des Neubaus im Juli 2003 war er dabei und nahm ab März 2004 zwar regelmäßig, aber gesundheitlich doch sehr eingeschränkt seine Schulleitertätigkeit wieder auf.

Früher Abschied aus gesundheitlichen Gründen

Im Jahresrückblick 2004/05 legte er „seinen Schülern“ ans Herz: „Nicht nur Freizeitangebote zählen: Erfolgserlebnisse ziehen Freude und Spaß nach sich!“

Bis zum Schuljahr 2006/07 blieb er Schulleiter, musste sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen weitgehend vertreten lassen durch Konrektor Manfred Gleim, nach dessen Pensionierung schließlich durch Manfred Brodschelm und 2. Konrektor Werner Groß, der heute die Realschule leitet.

Talentierter Musikant und Schauspieler

Der Pädagoge, der in Putzbrunn bei München lebte, hatte viele Talente: Als „Musikanten und Schauspieler, der sicher jede Bühne bereichern würde“, hat ihn nicht nur Manfred Gleim in Erinnerung. Viel zu früh – mit nur 69 Jahren musste er jetzt für immer abtreten.

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