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ACHTFAMILIENHAUS IN TROPPAUER STRAßE

Nachgebesserter Bauantrag sorgt erst recht für Diskussionen im Waldkraiburger Bauausschuss

Das Grundstück in der Troppauer Straße ist schon geräumt. Der Eigentümer will ein Achtfamilienhaus darauf errichten.
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Das Grundstück in der Troppauer Straße ist schon geräumt. Der Eigentümer will ein Achtfamilienhaus darauf errichten.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Ein Acht-Familien-Haus auf einem 1.000 Quadratmeter großen Grundstück – schon in der Februarsitzung hatte der Bauausschuss diesem Vorhaben seine Zustimmung verweigert. Jetzt löste ein nachgebesserter Bauantrag erst recht Diskussionen im Gremium aus.

Waldkraiburg – Es geht um ein Grundstück, das nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes liegt, also nach Paragraf 34 Baugesetzbuch zu beurteilen ist. 40 Prozent der Grundstücksfläche dürfen mit dem Hauptgebäude (GRZ I) überbaut werden. Diesen Wert hält das Vorhaben mit der neuen Planung ein. Samt Nebenanlagen und Zufahrten dürfen höchstens 60 Prozent der Gesamtfläche (GRZ II) versiegelt werden.

Versickerungsfähiges Pflaster

Diese Marke wird zwar verfehlt, allerdings sollen die Nebenanlagen zum Teil mit versickerungsfähigem Pflaster ausgeführt werden. Weil damit die natürliche Leistungsfähigkeit des Bodens erhalten bleibe, eröffnet die Baunutzungsverordnung laut Bauamtsleiter Carsten Schwunck die Möglichkeit, hier eine geringfügige Überschreitung zuzulassen.

Umweltreferent: Für diese Lage überdimensioniert

Davon wollte die Mehrheit im Ausschuss allerdings nichts wissen. Die Grundflächenzahl (GRZ) sei nach wie vor überschritten, kritisierte Umweltreferent Wolfgang Hintereder (UWG), die Zufahrtssituation zum Grundstück sei zudem schwierig. Es gebe kaum Grünflächen, trotz des Pflasters, dessen Versickerungsfähigkeit er in Frage stellte, sei die Fläche weitgehend voll versiegelt. Acht Wohneinheiten seien zu viel für das Grundstück. „Das Haus ist überdimensioniert für diese Lage.“

Diskussion um Stellplätze

CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr bemängelte, dass für diese acht Wohneinheiten nur zehn Parkplätze vorzuweisen sind, Und SPD-Sprecher Richard Fischer warnte davor, dass die Verdichtung nicht die Wohnqualität im Umfeld vermindern dürfe. Einige Nachbarn wehren sich vehement gegen die Pläne.

Lesen Sie auch: Achtfamilien-Haus auf kaum 1.000 Quadratmetern: Stadt Waldkraiburg sagt nein

Ernst Schäffer (AfD) monierte, dass einer der ausgewiesen Parkplätze auf dem Grundstück nicht ohne mehrmaliges Rangieren anzufahren sei.

Dagegen stellte Bauamtsleiter Schwunck klar, dass weder die Zahl der Stellplätze noch die Zahl der Wohneinheiten für die baurechtliche Beurteilung relevant seien, ebenso wenig wie die Dauer des Rangiervorgangs.

Bauamtsleiter: Satzung wird eingehalten

„Die geltende Stellplatzregelung wird hier eingehalten.“ Er habe nichts gegen eine Grundsatzdiskussion über die städtische Stellplatzsatzung und mögliche Änderungen einzuwenden. Diese Grundsatzdiskussion dürfe aber nicht im Rahmen dieser Einzelentscheidung geführt werden. Die städtischen Gremien sollten nicht Kontinuität und Verlässlichkeit aufs Spiel setzen. „Deshalb haben Leute in Waldkraiburg investiert.“

Entscheidend ist das Zertifikat

Und zur Pflasterung räumte Schwunck ein: Die Versickerungsfähigkeit könnte tatsächlich beschränkt sein, das Zertifikat sage aber etwas anderes. Der Bauherr nutze den gesamten rechtlichen Spielraum aus. „Aber das entspricht der Gesetzeslage.“

„Da schlägt uns jemand mit den eigenen Waffen“, meinte Ulli Maier (UWG), der von einer „unglücklichen Situation“ sprach. „Mir gefällt es auch nicht, aber ich stimme zu, weil ich will, dass wir Wohnraum schaffen.“

UWG-Sprecher Frieder Vielsack sieht den Fehler in der unklaren Kommunikation der Stadt. „Was wir versäumt haben, können wir nicht dem Bauwerber zur Last legen.“ Er appellierte an den Antragsteller, nicht die Konfrontation mit den Nachbarn zu suchen.

UWG-Stadtrat: Wenn Bauherr klagt, verlieren wir den Prozess

„Es hilft nichts, dagegen zu stimmen“, sagte sein Fraktionskollege Christoph Vetter. „Wenn er klagt, verlieren wir den Prozess.“

Doch die Stimmen für den Bauantrag reichten nicht für eine Genehmigung. Mit neun gegen fünf Stimmen quer durch die Fraktionen lehnte der Ausschuss auch den neuen Antrag ab.

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