Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Nachgeben, wenn‘s sein muss

Diamantene Hochzeit feierten Maria und Josef Terre; dazu gratulierte auch Bürgermeister Robert Pötzsch. bac

Vor 60 Jahren feierten sie drei Tage lang ihre Hochzeit mit Musik und Tanz – nun konnten Maria und Josef Terre im großen Familienkreis ihre „Diamantene“ feiern. Bürgermeister Robert Pötzsch gratulierte dem Jubelpaar mit einem Blumenstrauß; zudem kamen auch vom Ministerpräsidenten die Glückwünsche.

Waldkraiburg – „Geduld haben und nachgeben, wenn es nötig ist und zusammen halten“ – zieht Maria das Fazit aus ihrer Ehe. „Gegensätze ziehen sich an“ – bewahrheitet sich auch bei ihnen wieder: Ist ihr Gatte Josef eher quirlig und ungeduldig, so bleibt Maria oft die Ruhe selbst. „Es hat einfach gepasst!“ – sind sich beide einig.

Die Wiege von Maria stand in Kasachstan in der Nähe der Stadt Karaganda, wo sie am 25. Oktober 1937 das Licht der Welt erblickte. Von insgesamt zehn Kindern haben nur Maria und drei Geschwister das Kleinkindalter überlebt. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt – er wurde verschleppt, als sie erst sechs Wochen alt war. Mit fünf Familien wohnten sie damals zusammen in einem Lehmhaus.

Sie lernte Krankenschwester und war 33 Jahre lang als solche tätig. In ihrem Dorf Maikuduk – damals auch „Berlin“ genannt – war Maria bekannt und überall zur Stelle, wo ihre Hilfe gebraucht wurde.

Josef Terre ist am 5. Februar 1939 in Aserbeidschan geboren und ist mit zwei Geschwistern aufgewachsen, einige sind schon ganz klein verstorben. Josef arbeitete als Maurer und später als Verkäufer: Mit einem Motorrad hat er Lebensmittel ausgefahren. Er wurde mit seiner Familie nach Kasachstan zur Arbeit in der Kohlengrube verschleppt.

Erst 16 war Josef, als er dort in Karaganda seine Maria kennenlernte; drei Jahre später wurde geheiratet: Am 29. Juni 1958 war die kirchliche Trauung und am 18. Juli dann im Standesamt.

Schon bald vergrößerte sich die Familie, eine Tochter und drei Söhne wurden dem jungen Paar geboren. Nach viel harter Arbeit ist die Familie Terre 1990 nach Deutschland gekommen; über Lüneburg, Bad Endorf nach Waldkraiburg. Ein Sohn ist mit seiner Familie in Karaganda geblieben, die anderen Kinder wohnen in der Nähe der Eltern. Maria und Josef Terre haben dann hier bis zum Ruhestand bei der Firma Luxoplast gearbeitet und ihre Nachkommen unterstützt. Inzwischen sind sie stolz auf acht Enkelkinder und fünf Urenkel.

Beide „werkeln“ gern im Schrebergarten der Tochter und „verarbeiten die Ernte“. Gesundheitlich fit halten sich die Terres auch durch ihre Märsche: Täglich gehen sie bei Wind und Wetter fünf bis acht Kilometer spazieren. Ausflugsfahrten gehören dazu. Zu Marias Hobbys zählen neben dem Haushalt auch Handarbeiten, Lesen oder Rätseln.

Kommentare