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HAUS SUDETENLAND

Nach22 Jahren Heimleiter verabschiedet

Er war der „gute Geist“des Hauses Sudetenland: Heimleiter Leonhard Schleich, den Michael Steindl, Vorsitzender des Jugendförderungswerks, mit einem Geschenkkorb und großem Dank für den enormen Einsatz nach 22 Jahren verabschiedete. hg

22 Jahre leitete er das Haus Sudetenland. Ende September geht Leonhard Schleich in Ruhestand. In der Mitgliederversammlung des Jugendförderungswerk e.V. dankte ihm Vorsitzender Michael Steindl für den enormen Einsatz. Schleich habe das Haus immer als seine Herzensangelegenheit betrachtet. Steindl wörtlich: „Sie haben das Haus gelebt.“

Waldkraiburg – Seit Juni ist Schleichs Nachfolger Lars Discher im Haus (wir berichteten). Der 40-Jährige absolvierte nach einer handwerklichen Ausbildung auch die Ausbildung zum Erzieher und arbeitete seit 2010 in einem Lehrlingswohnheim in München, in dem er bald auch Leitungsfunktionen übernahm. Discher kennt die Residenzpflicht und war deshalb auch bereit, so wie sein Vorgänger in die Wohnung im Haus zu ziehen.

Dies hatte der Trägerverein zur Bedingung gemacht. Man könne ein Schullandheim und Bildungshaus nur dann leiten, wenn man vor Ort sei, so der Vorsitzende. „Es braucht jemanden, der als guter Geist vor Ort ist.“

Die erste Einarbeitungsphase hat sich offensichtlich recht gut angelassen, beide Seiten seien miteinander zufrieden, so Steindl.

In seinem Bericht teilte der Vorsitzende mit, dass es zunehmend schwieriger werde, geeignetes Personal für Küche und Service im Haus zu finden. Das sei auch deshalb bedauerlich, weil alters- und krankheitsbedingt einige Mitarbeiterinnen ausscheiden.

Schatzmeister Franz Belkot berichtete von einem kleinen Minus im Jahr 2017. Die Einnahmen beliefen sich auf fast 554 000 Euro. Der größte Posten: die Erträge aus den Übernachtungen und Mittagessen (369 000 Euro) und aus den Mittagessen für die Ganztagesschüler der benachbarten Diesel-Mittelschule (35 000 Euro) sowie der Zuschuss der Stadt (70 000 Euro). Die Ausgaben betrugen insgesamt 559 000 Euro. Davon entfielen unter anderen 75 000 Euro auf die Materialkosten, 278 000 Euro auf die Personalkosten und 64 000 Euro auf die Reparaturen. Dieser Posten beläuft sich laut Belkot Jahr für Jahr zwischen 50 000 und 70 000 Euro, werde aber weitgehend durch Zuschüsse abgedeckt.

Laut Heimleiter Leonhard Schleich ist die Zahl der Übernachtungen im Jahr 2017 mit 11 673 geringfügig, um 175, gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist,

Die Tendenz im laufenden Jahr ist dagegen positiv: Von Januar bis Juni 2018 verzeichnete das Haus 394 Übernachtungen mehr als im selben Zeitraum des Jahrs 2017 (siehe auch Zahlen im blauen Kasten).

Im vergangenen Jahr wurde das Glasdach im Seminarhaus erneuert und der Brandmeldebereich nachgebessert und erweitert. Die Sanierung der Duschen soll heuer angegangen werden.

Ein großes Dilemma ist laut Schleich, dass das Haus bei zahlreichen Anfragen von Gruppen absagen muss, weil die Kapazitäten fehlen. Allein 2017 konnten mehr als 10 000 Übernachtungen nicht bedient werden.

In einer „Vision für das Haus“, die Schleich dem Bürgermeister übergeben hat, steht der Wunsch nach einem zusätzlichen Bettenhaus ganz oben. So könnten deutlich mehr Gäste untergebracht werden. Auch eine Flächenerweiterung hält der Heimleiter für wünschenswert, um den Gastgruppen mehr Bewegungsflächen für Sport und Freizeit anbieten zu können.

„Sie haben nicht gefragt, was kann das Haus für mich tun, sondern was kann ich für das Haus tun.“ Michael Steindl, Vorsitzender des Jugendförderungswerks, zum scheidenden Heimleiter Leonhard Schleich

Bis Mitte August ist Schleich noch im Haus Sudetenland anzutreffen. 22 Jahre habe er alles akkurat erledigt, was für das Haus erforderlich gewesen sei. „Sonst stünde es nicht so gut da“, sagte Vorsitzender Steindl zum Abschied. Und er beschrieb die Haltung des scheidenden Heimleiters mit den Worten: „Sie haben nicht gefragt, was kann das Haus für mich tun, sondern was kann ich für das Haus tun.“

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