EISERNE HOCHZEIT

Nach jedem Streit wieder beste Freunde

Eiserne Hochzeit feierten Gertrud und Gerhard Lang, dazu gratulierte auch Zweiter Bürgermeister Richard Fischer. bac
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Eiserne Hochzeit feierten Gertrud und Gerhard Lang, dazu gratulierte auch Zweiter Bürgermeister Richard Fischer. bac

„Wenn wir uns auch immer mal gestritten haben – gleich darauf waren wir wieder die besten Freunde“, erzählt Gerhard Lang, der nun mit seiner Frau Gertrud 65 Jahre verheiratet ist und die Eheleute somit das Fest der eisernen Hochzeit feiern konnten.

Waldkraiburg – „Jeder vertritt seine eigene Meinung – auch so meisterten wir die Höhen und Tiefen unseres langjährigen Ehelebens“, weiß die Jubelbraut Gertrud Lang zu berichten. Gibt es auch gesundheitliche Probleme, so ist das Paar geistig noch sehr fit und hat viel zu erzählen.

Zweiter Bürgermeister Richard Fischer überbrachte zum Jubiläum die Glückwünsche und Präsente der Stadt, auch der Minister- und der Bundespräsident gratulierten dazu.

Gertrud Lang erblickte am 24. Mai 1928 in Hamburg das Licht der Welt und ist mit fünf Geschwistern aufgewachsen. Nach ihrer Schulzeit machte sie eine kaufmännische Ausbildung und wurde jedoch anschließend Krankenschwester.

Ihr späterer Gatte Gerhard ist am 18. April 1925 in Kukan bei Gablonz/Sudetenland geboren und hatte zwei Schwestern. Nach der Schule lernte er Schreiner und musste 17-jährig schon „einrücken“.

Eigentlich sollte er mit einem anderen Mädchen verkuppelt werden

Es folgte der Arbeitsdienst und er kam nach Südfrankreich zum Militär, weiter ging es nach Russland, wo er Hilfsausbilder wurde. In der nächsten Station in Polen wurde er verwundet und kam ins Lazarett.

Kurzzeitig besuchte er im April 1945 seine Heimat und kam nach vielen Erlebnissen in Berlin, Hamburg oder Neubrandenburg dann nach Karlsruhe.

Seine Gertrud hat er bei der Hochzeit ihrer Schwester kennen gelernt, wo er eigentlich mit einem anderen Mädchen verkuppelt werden sollte.

Die jungen Leute heirateten dann am 29. September 1951 in Hamburg. „Nach der standesamtlichen und kirchlichen Trauung wurde mit Verwandten und Freunden zu Hause gefeiert. Es war ein heißer Tag und ich holte zu Fuß mein Brautkleid ab“, erinnert sich Gertrud.

Anschließend wohnten sie in der Hansestadt, wo Gerhard als Schreiner mit dem „Plattdeutsch“ manche Probleme zu meistern hatte. 1955 zog die Familie nach Bayern und wohnte in Wiesbach bei Neumarkt St. Veit mit inzwischen vier Kindern in einem Raum zusammen, ehe sie 1957 nach Waldkraiburg übersiedelten. 1960 bezogen sie ihr neues Eigenheim im Leharweg, wo sie noch immer wohnen. Fünf Jungen und ein Mädchen gehörten zur Familie, die sich dann um elf Enkelkinder und ein Urenkel (bald zwei) vergrößerte.

Gertrud war neben der Kindererziehung und Haushalt an verschiedenen Stellen, wie dem Pfarrbüro Maria Schutz, tätig. Zudem war sie in der Vorstandschaft des Familienverbandes und hat dort eine aktive Jugendgruppe aufgebaut.

Gerhard hat sich bei der „Deutschen Asphalt“ vom Hilfsarbeiter bis zum Bauleiter hochgearbeitet und war dort in München und Rosenheim 30 Jahre bis zu seinem Ruhestand tätig und viel auswärts unterwegs. 30 Jahre war er auch Vorsitzender der „Isergebirgler“, organisierte dort 70 Ausflüge und 208 Badefahrten.

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