Nach nur einem Monat war Hochzeit

Sie haben zwar jung geheiratet – doch nun feierten Ludwiga-Hedi und Johann Gaschler diamantene Hochzeit. Bachmaier

Waldkraiburg – „Jung gefreit und nicht bereut“ – bewahrheitet sich immer wieder: Vor 60 Jahren traten sie an den Traualtar – nun feierten Johann und Ludwiga-Hedi Gaschler ihre diamantene Hochzeit.

„Zusammenhalten, was auch kommt – nur so kann man alle Höhen und Tiefen meistern. Den ganzen Winter Holz schleppen, dass die Stube warm ist, die Kinder ernähren und die Landwirtschaft bewältigen – so fing es an, das schweißt zusammen“, ist sich das Jubelpaar einig. „Bei einem langen Eheleben ist nicht alles ‚eitel Sonnenschein‘. Es kamen auch bei uns ‚Tornados‘ dazwischen, doch dann schien wieder die Sonne“, schmunzeln die beiden.

Zu ihrem Jubeltag gratulierte auch Bürgermeister Robert Pötzsch mit Blumen, ebenso freuten sie sich über die Glückwünsche des Ministerpräsidenten und Landrats.

Geboren wurde Johann Gaschler am 21. November 1940 im rumänischen Kreis Suceava, wo er mit drei Geschwistern aufwuchs. Nach der Schulzeit lernte er Betriebsschlosser und arbeitete als solcher in einem Sägewerk.

Am 7. November 1941 erblickte seine Frau Ludwiga als geborene Fuchs im schwäbischen Bobingen das Licht der Welt und hatte sechs Geschwister. „Zur Kriegszeit hat mich der Storch gebracht“, lächelt sie. Als Dreijährige wurde sie mit ihrer Familie von den Russen verschleppt und kam ebenfalls nach Rumänien in den Kreis Suceava. „Vier Jahre ging ich nur zur Schule. Unser Vater war verstorben und so half ich meiner älteren Schwester im Haushalt und mit den Kindern.“ In diesem zehn Kilometer entfernten Ort wohnte auch Johannes, den sie dort kennenlernte. „Die musst du heiraten, das ist eine Deutsche“, sagte dessen Vater damals. So hat es auch bei den jungen Leuten „gefunkt“ und schon nach nur einem Monat fand die Hochzeit statt.

„Am 14. November 1959 heirateten wir am Standesamt und einen Tag später kirchlich. Schnee und Kälte gab es, aber wir hatten eine schöne Feier mit vielen Gästen. Zur Verpflegung wurden natürlich einige Tiere geschlachtet, wie das halt damals so war“, erzählen die Eheleute, die sich dort ein Haus kauften. Fünf Kinder vervollständigten das Eheglück.

Zehn Jahre kämpfte dann die große Familie, bis sie 1980 nach Deutschland ausreisen konnten. Nach Nürnberg und Geretsried kamen sie 1981 nach Waldkraiburg und kauften sich 1983 ihr Haus in der Schichtstraße.

Johann Gaschler hat nach anderen Tätigkeiten noch über zwölf Jahre bis zum Ruhestand beim Gummiwerk gearbeitet und Ludwiga war 26 Jahre bei der Firma Köhr als Reinigungskraft tätig.

Gab es auch immer wieder gesundheitliche Probleme, um Haus und Garten kümmern sich die Gaschlers noch immer selbst. Früher besuchten sie öfters ihre alte Heimat. Ein Schicksalsschlag traf sie, als vor 14 Jahren eine Tochter verstarb. Jedoch können sie sich über fünf Enkelkinder und ein Urenkelchen freuen. „Wir haben überall Familie“, lächeln sie. bac

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