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BUB VOR DEM ERTRINKEN GERETTET

Nach dem Unglück am Waldkraiburger Innkanal: Verbund will Standorte der Rettungsringe prüfen

Der Bub spielte mit anderen Kindern an der Bootseinlassstelle, als er ins Wasser fiel. Die Retter schnappten sich das temporäre Verkehrsschild anstelle des Rettungsrings, der noch einige Meter weiter weg war.
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Der Bub spielte mit anderen Kindern an der Bootseinlassstelle, als er ins Wasser fiel. Die Retter schnappten sich das temporäre Verkehrsschild anstelle des Rettungsrings, der noch einige Meter weiter weg war.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Nach dem Zwischenfall am Innkanal, bei dem ein achtjähriger Bub vor dem Ertrinken gerettet werden konnte, stellt sich die Frage, wie sich solche Unfälle künftig vermeiden lassen. Der Betreiber Verbund nimmt den Vorfall ernst und will die Rettungsmöglichkeiten auf den Prüfstand stellen.

Waldkraiburg – Wer am Damm spazieren geht, kann die Warnschilder und Rettungsringe nicht übersehen. An allen Zugängen zum Innkanal stehen deutlich sichtbar Warnschilder, gleich daneben ein Rettungsring. In regelmäßigen Abständen folgt der nächste. So auch in St. Erasmus, wo am Mittwoch ein achtjährigerBub beim Spielen an der Bootseinlassstelle ins Wasser gefallenund beinahe ertrunken ist.

Verkehrsschild statt Rettungsring

Drei Männer hatten das Unglück bemerkt und eilten zur Hilfe. Um den Bub greifen zu können, schnappte sich einer von ihnen ein temporäres Verkehrsschild, das nur wenige Meter von der Unglücksstelle entfernt stand. Der nächste Rettungsring befindet sich an der Brücke bei St. Erasmus, etwa 20 Meter weiter.

Beim Verbund habe man die Nachricht vom Unfall des Achtjährigen mit „großer Betroffenheit“ aufgenommen. „Die Standorte der Rettungsringe sind bei uns jetzt durchaus ein Thema. Aber der Vorfall ist noch zu frisch, als dass wir dazu schon Näheres sagen können“, sagt ein Sprecher vom Verbund. Die Rettungsmittel am Damm sind alle eingehaust, sodass sie auch sofort als solche zu erkennen sind.

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Auf jeden Fall sollen die Standorte der Rettungsringe geprüft und evaluiert werden. Dabei wolle man auch die Frage berücksichtigen, was das richtige Rettungsmittel sei, damit sich die Retter nicht selbst in Gefahr bringen. Bei den regelmäßigen Dammkontrollen sorgen Mitarbeiter dafür, dass Retter nicht ins Leere greifen. Denn: „Wir haben leider das Problem mit Vandalismus an den Rettungskästen“, erklärt der Sprecher.

Das Thema Sicherheit am Innkanal wird auch diskutiert im Zusammenhang mit den vielen Rehen, die immer wieder aus dem Wasser gerettet werden müssen. Bei der Frage nach Zaun als Sicherung gibt es Für und Wider.

Tor aufsperren, kostet im Notfall Zeit

Genauer hinschauen will der Verbund auch beim Unfallort selbst. Bei St. Erasmus hatte der Junge mit Freunden an der Bootseinlassstelle gespielt und war dann ins Wasser gefallen. Lässt sich mit einer Absperrung ein Unfall künftig vermeiden? Ganz leicht ist die Frage nicht zu beantworten, denn: „Die Bootseinlassstelle ist so angelegt, dass die Retter schnell mit dem Boot ins Wasser kommen sollen.“ Zuerst aber noch ein Tor aufzusperren zu müssen, kostet im Notfall Zeit.

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Unfälle solcher Art wie am Mittwoch kommen zum Glück selten vor. Zuletzt im Dezember 2019 hatte ein Ehepaar eine junge Frau aus dem Wasser gezogen. Die 20-Jährige hatte zuvor versucht, ihren Hund zu retten und war dabei selbst ins Wasser gestürzt.

Abschließend noch nicht geklärt ist, wie es genau zu dem Unfall kommen konnte. Auch noch geklärt werden muss, ob die Aufsichtspflicht über die Kinder verletzt worden ist. Denn laut Georg Deibl, Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg, haben die Retter ausgesagt, dass die Tante des Jungen erst kurz nach der Rettung hinzugekommen ist.

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