Musikalische Sternstunden beim Weihnachtskonzert vom Gymnasium Waldkraiburg

Viel kreative Fantasie bewies die Bigband mit ihren Auftritt. Fischer
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Viel kreative Fantasie bewies die Bigband mit ihren Auftritt. Fischer

Es war ein wohltuendes Zur-Ruhe- Kommen, heraus aus der Hektik der Vorweihnachtszeit, zu dem sich im Kirchenraum von Maria Schutz Schüler, Eltern und Freunde des Gymnasiums an zwei Abenden zum Weihnachtskonzert eingefunden hatten.

Waldkraiburg – Und wieder faszinierte die musikalische Vielfalt, die mit Quirin Andiels Posaunensolo „Tochter Zion, freue dich“ einen festlichen Einstieg fand.

In seiner Begrüßung zeigte sich Oberstudiendirektor Helmut Wittmann überrascht von einer Jahresbilanz, die besagt, dass 75 Prozent der Deutschen mit ihrer persönlichen Situation zufrieden seien. „Ich teile diesen Optimismus gerne. Vergessen wir jedoch nicht die oft recht schwierigen Umstände vieler Mitbürger, denen unsere Schulgemeinschaft in vielfältiger Weise wenigstens etwas helfen will, so zum Beispiel mit dem Erlös aus unserem Weihnachtsbasar.“

Volle, warmen Stimmen

Diesen Gedanken griff gleichsam die Bigband auf mit ihrem ruhig-getragenen „Somewhere in my memory“, das ein Hoffnungslicht ins Fenster stellt, ebenso das zarte Allegro von Johann Scherer, vorgetragen von Lukas Großpietsch, Gerda Witt und Manuela Wollenstein. Ihm folgten die vollen, warmen Stimmen des Vokalensembles mit „Zünd a Liacht für di an“ von Lorenz Maierhofer, volksliedhaft und modern zugleich.

Dann der flotte Wechsel zu Irving Berlins Ohrwurm „White Christmas“, locker- schmissig in Szene gesetzt von der Bigband mit ihren erstaunlich vielen jungen Bläsern. Emotional stark Bleona Djimsitis Song „Someone you loved“, in dem eine tiefe Beziehung ihr Ende findet: „Ich habe mich dir geöffnet, du aber hast mir den Boden unter den Füßen weggezogen!“ Ganz andere Töne folgten beim „Russischen Walzer“, einer Eigenkomposition von Referendar Christoph Scherzer, den er – eher musetteartig – mit Ruth Mayr auf dem Akkordeon vortrug. Danach wurde es wuselig: Die Nikoläuse des P-Seminars trommelten bei „Fröhliche Weihnacht überall“ munter auf Flaschen und Gläser und hämmerten dazu gedämpfte Boomwhacker-Töne.

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Die Vorfreude auf Weihnachten klang an beim Vokalensemble mit „Weihnachten, wir sehn uns bald“, einer Art Pop-Chanson mit der Frage, wann das Fest endlich kommen wird. Eine recht kreative Fantasie über das Lied „Süßer die Glocken nie klingen“ bot die Bigband mit „Sweet bells fantasy“ besonders im klangprächtigen Schlussteil. Klassisch ging es weiter mit Kanon und Gigue des Barockmusikers J. Pachelbel, das ein Streichquartett mit Carmen Hansmeier, Vanessa Avdimetaj, Katharina Schmid und Robert Jäger darbot.

Musikalische Gegensätze

Gefühlsselig träumend von Tannenbäumen und Mistelzweigen danach John Rutters „Die wunderbarste Zeit ist nah“, und spätestens hier wurde deutlich, dass man auch in diesem Jahr wieder ein wohltuend harmonisches Konzert der musikalischen Gegensätze erleben durfte. Denn jetzt folgte das barocke Adagio aus dem Trio in F-Major von John Pepusch, gespielt vom einsatzfreudigen Flötenensemble, dem die zweite Eigenkomposition „Sternenhimmel“ von Christoph Scherzer mit sich steigernden Akkordeonläufen folgte.

Nach diesen Sternen erklang der Spitzenreiter der Sternstundengala 2018 „Ich wünsch mir, dass du fliegen kannst“, dargeboten von Amelie Funiok, Chor und Band, der so manchen im Publikum zum Mitsummen animierte. Und das ging beim folgenden „Secret agent sugar plum“ bei dem Einen oder Anderen in ein rhythmisches Klopfen über, das den Tanz der Zuckerpflaumenfee aus Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ unterstrich.

Und damit war man dem großen Finale ganz nah: Chor und Band vereinigten sich im hinteren Kirchenraum und begannen mit John Reeves`s „Cantate jubilate“, das alle einlud, dem Herrn ein Loblied zu singen. Ihm folgten Andy Becks „Adoramus te“ in einfacher, eleganter Fassung und einem Flötenzwischenspiel, danach Joseph Martins „Look to the light“ und der Ankündigung: „Jesus is comming soon“. Das abschließende „Benedictus“, der Lobgesang des Zacharias in moderner Form, brachte die Erfüllung: „Der Herr hat sein Volk besucht und ihm Erlösung gebracht.“

Und darauf antwortete das gesamte Kirchenrund mit einem freudigen „Macht hoch die Tür“. Unter dem starken Beifall des Publikums zum Schluss ein Lob des Schulleiters für alle mitwirkenden Schüler und Lehrer, besonders aber für die Musikpädagogen Sonja Funiok und Peter Ihle, bevor es hinüberging zum Weihnachtsbasar.

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