Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Großes Saubermachen am Samstag

„Müll in den Fokus rücken“: Waldkraiburger Umweltreferent über die Bedeutung von Ramadama

Einen kompletten Hänger und noch einige volle Müllsäcke hatte die Feuerwehr Pürten vergangenes Jahr beim Ramadama eingesammelt. Auch heuer beteiligen sich wieder viele Freiwillige, Vereine und Parteien an der Saubermach-Aktion der Stadt.
+
Einen kompletten Hänger und noch einige volle Müllsäcke hatte die Feuerwehr Pürten vergangenes Jahr beim Ramadama eingesammelt. Auch heuer beteiligen sich wieder viele Freiwillige, Vereine und Parteien an der Saubermach-Aktion der Stadt.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
    schließen

Waldkraiburg – Am Samstag ist es wieder so weit: Aufräumen ist angesagt beim jährlichen Ramadama der Stadt Waldkraiburg. Wo die größten Müllplätze sind, was am öftesten am Boden landet oder was gegen den achtlos weggeworfenen Müll helfen kann, darüber spricht Umweltreferent Wolfgang Hintereder.

Wenn am Samstag die vielen freiwilligen Helfer zum Aufräumen ausrücken, wo sehen Sie am meisten Handlungsbedarf?

Wolfgang Hintereder: Den sehe ich im Industriegebiet, wo die Fahrer der parkenden Lastwagen ihren Müll hinterlassen. Aber auch im Umkreis eines Schnell-Restaurants ist immer wieder viel Müll zu finden.

Doch Müll lässt sich über das ganze Stadtgebiet verteilt finden. Teile von Ladungssicherung liegen an den Straßenrändern, die Frühjahrsstürme haben viele gelben Säcke verteilt, wovon noch immer Müll zu finden ist und auch viele Masken landen leider nicht im Mülleimer. Das gleiche trifft auf Zigarettenstummel zu, die dort fallengelassen werden, wo man gerade steht, obwohl nur ein Meter weiter ein Abfalleimer ist. Was allerdings besser geworden ist: Mein Eindruck ist, dass es weniger große Müllablagerungen gibt. Falls doch, wird dieser auch schnell entsorgt, sodass nicht der Nächste auf die gleiche Idee kommt.

Umweltreferent Wolfgang Hintereder.

Leider ist es tatsächlich so, dass viele dieser großen Müllablagerungen sogar kostenlos zu entsorgen gewesen wären.

Ja, das ärgert einen schon, dass zum Beispiel eine alte Waschmaschine im Wald zu finden ist, wo sie doch kostenlos am Wertstoffhof entsorgt werden kann. Es ist zwar weniger geworden, dennoch stelle ich mir die Frage nach der Motivation. Will man sich die Euros für den Sperrmüll sparen oder sind es die Öffnungszeiten am Wertstoffhof? Darüber muss man nachdenken, um die Leute zur richtigen Entsorgung zu motivieren.

Corona-bedingt hieß die Aktion voriges Jahr schon „Ramadama light“. Bezieht sich das nur darauf, dass es anschließend kein gemeinsames Beisammensein gibt. Oder engagieren sich weniger?

Nein, an der Zahl der Helfer hat sich im vergangenen Jahr zum Beispiel nichts geändert. Ich gehe davon aus, dass dieses Jahr auch wieder rund 200 Freiwillige Müll einsammeln, darunter Vereine und die Parteien. Nicht zu vergessen, die vielen Leute, die sich immer wieder auf ihren Spaziergängen nicht zu schade sind, Müll mitzunehmen und zu entsorgen. Was mich aber besonders freut: Es sind wieder drei Schulen im Vorfeld dabei, die sich in diesem Zuge engagieren. Ein Grundschulrektor war zum Beispiel darüber erschreckt angesichts der unglaublichen Menge an Zigarettenkippen, die selbst am Spielplatz liegen.

Wie viel Müll wird bei Ramadama jährlich gesammelt?

In den vergangenen Jahren war ein Container immer gut zu drei Vierteln gefüllt.

Wie wichtig ist es, dass sich auch Schulen engagieren?

Es ist schön, wenn die Schulleiter offen für die Ramadama-Aktion sind. Denn über die Kinder kann man schlussendlich auch die Erwachsenen erreichen. Kinder sind sensibel dafür, dass man die Natur schützen soll. Deshalb ist auch das Ramadama so wichtig, dass einmal im Jahr der Müll in den Fokus gerückt wird. Man kann dadurch vielleicht nicht den einzelnen Verursacher damit erreichen, aber man schafft damit ein Bewusstsein, man spricht darüber.

Leider landet oft wieder sehr schnell der nächste Müll im Gebüsch. Verärgert darüber?

Viel schöner ist doch das Ergebnis der Ramadama-Aktion, wenn man sieht, dass es wieder sauber ist. Wenn an den Geh- und Radwegen entlang und im Gebüsch kein Müll mehr liegt. Das ist auch ein Signal der Hoffnung, dass es sauber bleibt.

Seit rund zwei Jahren gibt es eine Plogging-Gruppe in Waldkraiburg, die das ganze Jahr auf ihren Spaziergängen Müll einsammelt. Schärft das das Bewusstsein?

Ich finde es sehr gut, dass sich diese Gruppe gegründet hat und auch Erfolg hat. Die Gruppe ist – trotz Corona – gewachsen und nicht wieder eingeschlafen. Die Gruppe gibt das ganze Jahr über ein wichtiges Signal, indem sie mit gutem Beispiel vorangeht.

Was wäre für Sie die schönste Nachricht nach der Ramadama-Aktion?

Das ist einfach: Wir haben nichts gefunden.

Mehr zum Thema