"Wir-Café" bietet Menschen aller Nationalitäten einen Raum für Begegnung und gegenseitigen Austausch

Miteinander essen und trinken

Einen offenen Raum für Begegnungen bieten und Gastfreundschaft signalisieren. Das will das "Wir-Café". Mit seinem offenen Konzept spricht es Flüchtlinge und Asylbewerber unterschiedlichster Nationalitäten an, die sich bei den monatlichen Treffen austauschen können. Fotos re
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Einen offenen Raum für Begegnungen bieten und Gastfreundschaft signalisieren. Das will das "Wir-Café". Mit seinem offenen Konzept spricht es Flüchtlinge und Asylbewerber unterschiedlichster Nationalitäten an, die sich bei den monatlichen Treffen austauschen können. Fotos re

Waldkraiburg - Miteinander kochen und essen, reden oder spielen und sich austauschen. Das alles macht das "Wir-Cafe" aus.

32 Menschen unterschiedlichster Nationalitäten trafen sich dieses Mal am Haus am Ölberg. "Wir wollen damit einen offenen Raum für die Begegnung bieten und Gastfreundschaft signalisieren", sagt Beate Moser, die Vertrauensfrau der evangelischen Kirchengemeinde, die das "Wir-Café" federführend vorangetrieben hat.

Seit Dezember 2014 gibt es diese Einrichtung. Sie ist angelehnt an die "landauf, landab" bekannten Cafés International, verfolge aber ein anderes Konzept, so Moser. "Wir wollen nicht für unsere Besucher aktiv werden, sondern mit ihnen."

Als bei Gottesdiensten oder den Kirchen-Cafés die ersten Asylbewerber auftauchten, wurde die Idee geboren, einen Raum für Begegnungen zu schaffen.

Gemeinsam speisen und ratschen

Beate Moser erarbeitete ein Konzept, das von der Kirchengemeinde abgesegnet wurde. Es ist ein "sehr offenes Konzept", beschreibt es Beate Moser. Jeder, der Interesse an Kommunikation und dem Austausch hat, ganz egal welcher Nation, Kultur und Religion er ist, ist bei den Treffen, die ein- bis zweimal pro Monat stattfinden, gerne gesehen. Dabei gibt es aber kein festgelegtes Programm. Das ergibt sich jeweils aus den Besuchern, die zu den Treffen kommen. Beate Moser kümmert sich zusammen mit einer Gruppe Ehrenamtlicher bei den "Wir-Cafés" darum, dass die Rahmenbedingungen wie Spiele, der Aufbau eines Volleyballnetzes, das Einheizen des Grilles und Ähnliches organisiert wird, der Rest ergibt sich von selbst.

Das Einzige, was zu jedem Treffen dazugehört, ist das gemeinsame Kochen und Essen. "Das miteinander essen und trinken ist ganz wichtig", so Beate Moser. Da sitzen dann auch schon mal ein Syrer, ein Pakistani, ein Senegalese und ein Eriträer an einem Tisch und versuchen, sich zu unterhalten. Dabei spiele die Geschichte der Einzelnen keine Rolle, sodass es auch nicht zu Unstimmigkeiten kommt.

"Diese Menschen sind wegen Konflikten in ihren Heimatländern geflohen. Wir wollen versuchen, dass es hier anders ist", sagt Beate Moser.

Um das "Wir-Café" bekannt zu machen, wurden Zettel in den Gemeinschaftsunterkünften aufgehängt, Gottesdienstbesucher angesprochen oder möglicherweise interessierte Personen per Mail eingeladen.

Tolle Gelegenheit, Vorurteile abzubauen

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, doch es ist jedes Mal wieder spannend, so Beate Moser, wer kommt und wie viele kommen. So waren bei dem letzten Treffen Menschen aus Myanmar, Pakistan, Eritrea, Nigeria, Sierra Leone, aus dem Senegal sowie aus Syrien. Auch ein paar Deutsche waren gekommen. Beate Moser erinnert sich, dass auch die Firmlinge aus Christkönig schon bei einem Treffen dabei waren und gekocht haben.

Nächster Termin am 18. September

Es ist eine tolle Gelegenheit, sich auszutauschen und Vorurteile abzubauen. Mit Händen und Füßen, radebrechend auf Deutsch oder Englisch wird dann versucht, miteinander ins Gespräch zu kommen. "Die Leute sind freundlich und offen, aber auch vorsichtig", das ist die Erfahrung, die Beate Moser in den bisherigen Treffen gemacht hat. "Das liegt aber auch daran, dass dies für uns alle Neuland ist."

Die Beweggründe, warum Asylbewerber oder Flüchtlinge zum "Wir-Café" kommen, sind ganz unterschiedlich. Manche suchen den Austausch, manche kommen einfach nur wegen des Essens und verschwinden dann wieder. Manche wollen einfach mal aus ihrer Gemeinschaftsunterkunft rauskommen oder suchen ein bisschen Ansprache und Geborgenheit. Manche brauchen aber auch einen Rat, wie sie beispielsweise mit amtlichen Schreiben umgehen müssen oder ein Bewerbungsschreiben richtig verfassen. "Wir versuchen mit Rat und Tat zu helfen", so Beate Moser.

Deshalb schätzen mittlerweile auch viele diese Treffen und kommen gerne wieder. Das nächste "Wir-Café" findet am Freitag, 18. September, um 19 Uhr statt. hsc

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