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Abitur-Beginn in Waldkraiburg

Mit Lernlücken in die Prüfung: Sedef Memetsik über die Vorbereitungen für das Abitur

In den Osterferien hat sich Sedef Memetsik intensiv auf die Abiturprüfungen vorbereitet. Heute geht es los mit dem Fach Deutsch.
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In den Osterferien hat sich Sedef Memetsik intensiv auf die Abiturprüfungen vorbereitet. Heute geht es los mit dem Fach Deutsch.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Am Mittwoch, 27. April, ist es soweit, worauf die 56 Abiturienten am Gymnasium Waldkraiburg hingearbeitet haben: Die Abiturprüfungen beginnen. Darüber schwebt die Frage, wie man nach der gesamten Oberstufen-Zeit im Corona-Modus ohne Nachteile in die Prüfung gehen kann? Sedef Memetsik erzählt von den ungewöhnlichen Jahren in der Oberstufe.

Waldkraiburg – Die vergangenen Wochen hat Sedef Memetsik ihre Kontakte reduziert. Wieder einmal. Denn wenn etwas in den vergangenen beiden Jahren Bestand hatte, dann war es Abstand halten. Lockdown, Wechselunterricht und Quarantäne – dieser Abiturjahrgang hat alles mitgemacht. Wie kann man da voller Selbstvertrauen in die Prüfungen gehen?

Distanz bringt mehr Selbstständigkeit

„Zu Beginn der zehnten Klasse war es anfangs schon etwas schwierig, sich auf die neue Situation einzustellen, als die Schulen geschlossen wurden“, erzählt Sedef Memetsik. Manches musste sich erst noch einspielen. Zurück in der Schule, zeigten sich Lücken, die nicht immer ganz so einfach zu schließen sind und oft einem gar nicht so bewusst waren. Doch der Distanzunterricht hatte auch einen positiven Aspekt: Die Schüler hätten dadurch zusätzliche Fertigkeiten erworben. Sedef Memetsik habe dadurch gelernt, sich besser zu organisieren, selbstständiger zu arbeiten. Dinge, die man beim Studium gut gebrauchen kann.

„Die Schule hatte den Online-Unterricht zwar gut organisiert, trotzdem ist es einfach besser, wenn man es vom Lehrer direkt hört“, sagt die Schülerin. Obwohl es im aktuellen Schuljahr durchgängig Präsenzunterricht gegeben hat, vollzählig war der Jahrgang nicht immer. Wegen einer Corona-Infektion oder Quarantäne fehlten abwechselnd Schüler im Unterricht. „Die konnten sich online zuschalten, sodass zumindest nicht die nächsten Lücken entstanden sind.“ Lerninhalte konnten so zwar gut vermittelt werden, Klausuren aber nicht geschrieben werden. „Es gab dann doch immer wieder Mitschüler, die ihre Schulaufgaben nachschreiben mussten“, sagt Sedef Memetsik. Für solche Fälle haben die Lehrer Nachholtermine ans Ende der Schulaufgabenzeit gelegt. „Damit es nicht eine zusätzliche Belastung für die Schüler ist, drei Schulaufgaben in einer Woche schreiben zu müssen“, sagt Schulleiter Helmut Wittmann.

Nicht ständig unter Druck setzen

Nicht einfach, in solchen Situationen locker zu bleiben. Aber für Sedef Memetsik eine wichtige Erfahrung. „Man darf sich nicht von morgens bis abends unter Druck setzen.“ Die Deutschprüfung am Mittwoch sieht sie ganz locker, anders allerdings bei Mathematik, das erst nächste Woche an der Reihe ist. „In diesem Fach ist so manches verloren gegangen. Und manchen Schülern fällt es schwieriger, das Versäumte aufzuholen, manche tun sich leichter.“ Um Lücken zu füllen, waren ihre Lehrer auch in den Ferien erreichbar. „Die haben‘s durchgezogen“, weiß sie zu schätzen.

Dass jetzt so kurz nach den Ferien die Abiturprüfungen beginnen, findet sich nicht optimal. „Es wäre besser gewesen, nach den Ferien noch etwas Zeit zu haben.“ Dann hätte man auch mal durchschnaufen können. Denn dazu blieb in dem Schuljahr kaum Zeit. In den Weihnachtsferien zum Beispiel war die gesamte Jahrgangsstufe in Quarantäne.

Corona hat nicht nur die Oberstufe geprägt, sondern auch die Vorbereitungszeit. „Ich habe aufgepasst, mich nur mit ganz wenigen getroffen. Wenn, dann auch nur draußen und mit Test“, erzählt sie. Denn die größte Befürchtung ist die, wegen Corona eine Prüfung nachholen zu müssen.

Eine Schulkameradin hatte kürzlich Corona, gut vorbereiten hätte sie sich in der Zeit nicht gekonnt. Darauf kann Sedef Memetsik so kurz vor den Prüfungen gerne verzichten. Dazu bleibt noch die Ungewissheit, sich möglicherweise während der Prüfungen irgendwo anzustecken.

Jetzt aber blickt Sedef Memetsik nach vorne auf die erste Prüfung. „Durch die Corona-Pandemie haben wir zwar Lücken, aber dafür werden einige Themen aus dem Lernplan gestrichen. Und wir haben mehr Zeit.“ Damit bleibe das Abitur anspruchsvoll.

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