Hinweise auf Besitzer

Mischlingshündin ausgesetzt? Tierschutzverein zeigt Halter aus Waldkraiburg an

Der Pflegeplatz hat „Anka“ gut getan. Als die sechsjährige Mischlingshündin vor einigen Wochen ins Tierheim gebracht wurde, machte sie einen stark vernachlässigten Eindruck.
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Der Pflegeplatz hat „Anka“ gut getan. Als die sechsjährige Mischlingshündin vor einigen Wochen ins Tierheim gebracht wurde, machte sie einen stark vernachlässigten Eindruck.

„Das ist kein Kavaliersdelikt. Das ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.“ Manuela Gyimes, Vorsitzende des Tierschutzvereins Waldkraiburg und Umgebung, will den Fall einer sechsjährigen Mischlingshündin nicht auf sich beruhen lassen. „Das Tier wurde ausgesetzt“, ist sie überzeugt.

Waldkraiburg – Meistens sei das schwer nachzuweisen, weiß Manuela Gyimes aus langjähriger Erfahrung. Doch diesmal gebe es Hinweise auf den Besitzer, den sie beim Veterinäramt anzeigen will.

Hinweise auf Besitzer aus sozialen Medien

Schon vor mehreren Wochen war die Hündin im Tierheim Pürten abgegeben worden. Aschauer Bürger, in deren Garten sie gelaufen war, hatten das in der Tierherberge gemeldet und den Hund dorthin gebracht, nachdem von Frauchen oder Herrchen jede Spur fehlte.

Suchaufrufe blieben ohne Erfolg

„Wenn jemandem sein Hund abgeht, dann meldet er sich in der Regel beim nächsten Tierheim“, so Gyimes. Doch niemand erkundigte sich in der Tierherberge nach dem Tier, das nach ihren Worten sehr dick und dessen Krallen lange nicht geschnitten worden waren. Aus Sicht der Tierschützerin spricht das dafür, dass das Tier stark vernachlässigt wurde und wenig Auslauf hatte.

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Mehrere Suchaufrufe des Tierschutzvereins in den sozialen Medien blieben ohne Erfolg. „Es hat sich kein Besitzer gemeldet.“

Hinweise auf Hund und Halter über soziale Medien erhalten

Hinweise kamen von anderer Seite, von Menschen, die das Tier kennen. „Anka“, so der Name der sechsjährigen Mischlingshündin, habe gleich reagiert, erzählt Gyimes. Und die Informanten kannten nicht nur das Tier, sondern auch seinen Besitzer, einen Waldkraiburger. Und sie wussten, wo er wohnt.

Diese Informationen will die Vorsitzende des Tierschutzvereins mit ihrer Anzeige an die Behörde im Landratsamt weiterleiten. Da versteht sie keinen Spaß, auch wenn das Tier keinen schweren Schaden genommen habe. So wie bei Fällen, die sich vor einigen Jahren im Tannet bei Waldkraiburg sowie im Wald im Gemeindegebiet von Taufkirchen ereignet haben. In beiden Situationen waren die Tiere an Bäumen festgebunden und wurden zufällig entdeckt. Ein Jäger habe den Hund in Taufkirchen aufgefunden, so Gyimes. „Er war nur noch Haut und Knochen, er hatte fast kein Fell mehr.“ Auch diese Fälle seien angezeigt worden. Der Halter, der sich des Hundes im Tannet entledigen wollte, wurde erwischt und bestraft.

Empfindliche Geldbuße möglich

Das droht dem Hundebesitzer auch im vorliegenden Fall. Das Aussetzen eines Tieres wird im Tierschutzgesetz in der Regel als Ordnungswidrigkeit eingestuft. Wer sich vorsätzlich oder fahrlässig eines Haustiers entledigt, muss mit einer Geldbuße rechnen, die im Einzelfall bis zu 25 000 Euro betragen kann. Das teilt auf Anfrage das Veterinäramt im Landratsamt mit. Solche Fälle laufen allerdings relativ selten bei der Behörde auf.

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Auch Polizei schaltet sich ein

Das hängt damit zusammen, dass nur Fälle geahndet werden könnten, bei denen tatsächlich ein Halter oder Betreuer ermittelt werden kann. „Wir versuchen, den Halter gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit der zuständigen Polizeidienststelle zu ermitteln, und leiten dann das entsprechende Verfahren ein“, so eine Sprecherin des Landratsamtes. Auch nach Einschätzung von Franz Lohr, stellvertretender Leiter der PI Waldkraiburg, die sich ebenfalls einschalten wird, lässt sich das Aussetzen eines Tiers nur selten beweisen.

Übrigens: Nicht nur Hunde werden laut Tierschutzverein ausgesetzt. Des Öfteren waren demnach auch Meerschweinchen und Kaninchen betroffen, die in Käfigen im Wald gefunden wurden. Eine Zahl kann Manuela Gyimes nicht nennen.

Sie appelliert an die Tierhalter, sich mit dem Tierheim in Verbindung zu setzen. „Wenn wirklich jemand ein Tier nicht behalten kann, finden wir immer eine Lösung zum Wohl des Tieres und der Menschen. Aber dazu muss man offen mit uns sprechen.“

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