1,6 Millionen Euro aus Berlin: Finanzspritze für Waldkraiburger Waldbad

Der Zuschuss aus dem kommunalen Förderprogramm des Bundes verbessert die Startbedingungen für die Sanierung oder den Neubau das Waldkraiburger Freibads. Archiv/Zabelt

Diese Nachricht wird über alle Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg begeistert aufgenommen: Die Stadt Waldkraibrg erhält 1,6 Millionen Euro aus einem Förderprogramm des Bundes, um das Waldbad wieder auf Vordermann zu bringen. Das teilt das Büro des Bundstagsabgeordneten Stephan Mayer mit. Der Haushaltsauschuss des Bundestags hatte die Mittel am Dienstag freigegeben.

Hans Grundner

Selbst für einige Kommunalpolitiker kam diese Nachricht überraschend. Denn den Antrag der Stadt auf einen Zuschuss aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ hatten nicht mehr alle auf dem Schirm. Im Sommer 2018 hatte die Stadt den Antrag auf den Weg gebracht, damals für einen Ersatz-Neubau, der in interkommunaler Zusammenarbeit mit Aschau entstehen sollte.

In der 2. Runde zum Zug gekommen

Noch ehe dieses Projekt am Bürgerentscheid in Aschau scheiterte, war klar: Waldkraiburg würde mit seinem Antrag nicht zum Zuge kommen. Das Förderprogramm, für das 100 Millionen Euro aufgelegt wurden, war heillos überzeichnet.

Wie Walter Göbl vom Wahlkreisbüro des Abgeordneten jetzt mitteilt, wurde das Programm in einer 2. Runde aufgestockt. 200 Millionen Euro hat der Haushaltsausschuss nun auf bundesweit 120 Projekte verteilt. Diesmal profitiert auch Waldkraiburg.

BUndestagsabgeordneter Mayer: Am schönsten wäre Realisierung am alten Standort

„Ich bin froh, dass das gelungen ist. Gerade das Waldkraiburger Freibad gehört zu den wichtigen Einrichtungen der Region, die ich mit voller Überzeugung und nun erfolgreich unterstützen konnte“, so Stephan Mayer, der als Innenstaatssekretär das Programm für die Kommunen in seinem Ministerium mit ins Leben gerufen hatte. „Am schönsten wäre eine Realisierung am alten Standort“, findet der Abgeordnete.

So konkret will Bürgermeister Robert Pötzsch noch nicht werden. Noch liege der Stadt kein Bescheid vor, aus dem Auflagen und weitere Detailbestimmungen hervorgehen. Doch auch für den Bürgermeister ist „das eine sehr erfreuliche Nachricht in diesen turbulenten Zeiten wegen Corona“.

Projektgruppe gibt voraussichtlich im April Empfehlung an Stadtrat

Voraussichtlich Mitte/Ende April wird sich laut Pötzsch die Projektgruppe Waldbad mit dem Steuerkreis noch einmal zusammensetzen, um die Alternativen Sanierung oder Neubau zu bewerten. „Zielsetzung ist es, dann einen Vorschlag für den Stadtrat vorzulegen.“ Die Entscheidung wird also erst in der neuen Amtsperiode des Stadtrates fallen.

Auch UWG-Fraktionssprecher Vielsack sieht „keine Alternative“ zum Standort an Reichenberger Straße

Elf Millionen Euro sind für das Waldkraiburger Freibad in den nächsten Jahren in den städtischen Haushalt eingestellt. „Der Zuschuss hilft uns in unserer finanziellen Situation natürlich gewaltig weiter“, sagt Anton Sterr, Fraktionsvorsitzender der CSU. „Für uns ist der Standort an der Reichenberger Straße gesetzt – ob Sanierung oder Neubau.“

Für Richard Fischer (SPD), der dem CSU-Bundestagsabgeordneten Mayer seinen Dank ausspricht, „kann es jetzt nur in eine Richtung gehen: die Sanierung des Waldbads, möglichst mit Sprungturm und Wellenbecken mit einigen baulichen Veränderungen. Ich bin da optimistisch“.

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Er sei für jedes Ergebnis der Projektgruppe offen, sagt dagegen Dr. Frieder Vielsack, Vorsitzender der UWG-Fraktion. Wie schon in der Haushaltssitzung des Stadtrates lässt er durchblicken, dass es beim Standort an der Reichenberger Straße bleiben wird. „Es gibt dafür aus meiner Sicht keine Alternative.“

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„Ich wusste gar nicht, dass es diesen Antrag noch gibt“, sagt Jürgen Zabelt, Vorsitzender des Fördervereins Waldbad. Umso größer ist seine Freude über den Zuschuss. Jetzt sei keine Zeit mehr zu verliere, so Zabelt. „Wir können nicht warten, bis das Waldbad ganz kaputt ist.“

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