Initiative von Gemeinderätin Anette Lehmann - Ausschuss soll Vorschlag prüfen

Memoriam-Garten im Friedhof Kraiburg?

Kraiburg - Weil keine Angehörigen am Ort wohnen, wird die Pflege von Gräbern der Verstorbenen immer öfter zu einem Problem und zur großen Sorge älterer Menschen. Ein so genannter "Memoriam-Garten" könnte Abhilfe schaffen, meint Gemeinderätin Anette Lehmann, die dieses relativ neue Konzept der Grabanlage für Kraiburg ins Gespräch bringt.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte sie über den Memoriam-Garten, den Friedhofsgärtner und Steinmetze erstmals bei der Bundesgartenschau 2009 in Schwerin gestalteten und präsentierten. Es handelt sich dabei um eine anspruchsvolle gärtnerische Gestaltung der Grabanlage. Eingebettet in einen Garten finden sich verschiedene Grabarten, Urnen- und Erdbestattungsplätze, Einzel- und Partnergräber. Jeder Verstorbene wird bei seinem Namen genannt, es handelt sich also nicht um eine anonyme Bestattung.

Wer die Nutzungsrechte für ein Grab im Memoriam-Garten erwirbt, muss sich um die Grabpflege nicht mehr kümmern. Diese übernehmen Friedhofsgärtner. Die Gelder der Dauergrabpflege verwalten friedhofsgärtnerische Treuhandstellen, beziehungsweise Genossenschaften, die die Arbeit der Gärtner regelmäßig kontrollieren. Solche Grabanlagen gibt es bereits in einigen größeren Städten.

Lehmann, die nach eigenen Angaben bereits von drei Bürgern darauf angesprochen wurde, sieht auch in Kraiburg Bedarf. Der Bauausschuss könnte einen Standort auf dem Friedhof ermitteln und die Kosten klären, so ihr Vorschlag.

Der amtierende Bürgermeister Herbert Heiml und Gemeinderätin Anneliese Schuster wollen die Nachfrage genauer ermitteln. Dritter Bürgermeister Werner Schreiber, der den Memoriam-Garten von einem Besuch auf der Bundesgartenschau in Schwerin kennt, verwies auf die sehr anspruchsvolle Gestaltung, etwa auch durch Kunstwerke. Das werde sicherlich nicht günstiger als eine normale Erdbestattung.

Für die Interessenten seien nicht die Kosten entscheidend, meint Anette Lehmann, die sich mit Schreiber einig ist, dass eine solche Grabanlage zum Friedhof und zur Kultur der Region passen muss. hg

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