„Meine Rente würde nicht reichen“

Andrea Reinischorganisiert die Mahnwache von „Fridays gegen Altersarmut“. Sahlstorfer

Waldkraiburg – Immer mehr Menschen können von ihrer Rente nicht leben.

Mit einer Mahnwache will eine bundesweite Initiative ein Zeichen setzen. Auch in Waldkraiburg will sich „Fridays gegen Altersarmut“ am kommenden Freitag um 16 Uhr am Stadtplatz stark machen. Organisatorin Andrea Reinisch spricht über ihre Beweggründe und die Kritik an der Gruppierung.

Sie organisieren die Mahnwache am Freitag. Wie ist es dazu gekommen?

Das Thema interessiert mich und in den nächsten Jahren bin ich selbst davon betroffen. Ich bin 56 Jahre alt und sehe die Entwicklung der Renten bedenklich.

Besteht die Gefahr, dass Sie von Altersarmut betroffen sein werden?

Als Alleinstehende würde mich die Altersarmut akut treffen. Ich habe immer gearbeitet und trotzdem würde meine Rente nicht reichen. Entweder müsste ich einen Nebenjob machen oder ich müsste soziale Hilfe beantragen. Wohnen und Unterhalt könnte ich mir jedenfalls nicht leisten: entweder wohnen oder essen, beides aber geht nicht.

War es für Sie ersichtlich, dass die Rente nicht reichen wird?

Ich hatte mich immer gefreut, wie viel Rente ich bekommen werde. Aber die Abzüge wie Steuern und Krankenversicherung sind groß und das wird aus dem Rentenbescheid nun mal nicht ersichtlich.

Es gibt Kritik, dass die Organisatoren von „Fridays gegen Altersarmut“ aus dem rechtspopulistischen Lager kommen sollen.

Es wird von allen Seiten geschossen, um die Gruppierung in irgendeine Richtung zu drängen oder etwas zu unterstellen. Die Gruppe wurde erst im September gegründet und hat bisher mehr als 300 000 Mitglieder. Das scheint nicht allen zu gefallen. Ich kann nur sagen: Ich bin bei keiner Partei und die Aktion ist politisch unabhängig.

Sind weitere Aktionen geplant?

Mitte Februar soll die nächste bundesweite Aktion sein. Aber so kurz hintereinander zwei Aktionen zu planen, das ist mir zu viel. Ich will erst einmal die Aktion am Freitag abwarten und vielleicht im März wieder dabei sein. Raphaela Lohmann

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