Mehr Zivilcourage

Es verdient Respekt, sich für andere einzusetzen. Das fängt schon im Kleinen an: Einer Mutter an der Treppe mit dem Kinderwagen zur Hand gehen, Senioren einen Platz im Bus anbieten oder jemanden nach einem Sturz wieder auf die Beine helfen.

Nur leider gehen viele mit Scheuklappen durchs Leben und blicken weder nach rechts noch nach links.

Einer, der im entscheidenden Moment ganz genau hingesehen hat, ist Ernst Hölzlhammer. Gemeinsam mit seiner Frau Angela Barth-Hölzlhammer hat er im Dezember eine junge Frau aus dem Innkanal gerettet, die selbst ihren Hund aus dem Wasser ziehen wollte. Er hat die Situation erkannt und gehandelt, ohne lange darüber nachzudenken. Unsere Gesellschaft braucht Zivilcourage. Dabei geht es nicht immer darum, einen Streit zu schlichten und sich selbst in Gefahr zu bringen. Hilfe bedeutet auch, einen Notruf abzusetzen.

Der Innkanal ist gefährlich – da hat Ernst Hölzlhammer völlig recht. Auch die Warnschilder machen jeden Fußgänger auf die Gefahren aufmerksam. Ich bin ziemlich sicher, dass die meisten Spaziergänger um die gefährliche Strömung im Innkanal wissen. Doch seien wir ehrlich: Wer handelt bei einem Notfall rational, weiß sofort, was zu tun ist?

Ich habe selbst schon erlebt, wie jemand blindlings seinem Hund in den Innkanal hinterherspringen wollte. Dass damals – es war auch im Dezember – nichts passiert ist, liegt schlichtweg daran, dass der Hund schneller aus dem Wasser wieder draußen war als das Herrchen im Wasser.

Schneller informiert als das Rathaus: Das passiert nicht alle Tage. Dass die Regierung von Oberbayern dem Umbau Pürtener Kreuzung ihr Okay gegeben hat, das hat Bürgermeister Robert Pötzsch und die Verwaltung erst aus der Zeitung erfahren. Da zeigt sich ganz klar: Zeitungsleser wissen mehr.

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