Bis zu 60 am Tag

Waldkraiburger Bauhof-Mitarbeiter ärgert sich über Unmengen von Masken auf den Straßen

Bis zu 60 Einwegmasken sammelt Stefan Graf an einem Tag. Und wenn er Leute drauf aufmerksam macht, sie im Abfalleimer zu entsorgen, werde er angemacht.
+
Bis zu 60 Einwegmasken sammelt Stefan Graf an einem Tag. Und wenn er Leute drauf aufmerksam macht, sie im Abfalleimer zu entsorgen, werde er angemacht.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
    schließen

Viele Leute empfinden es als unangenehm, Mundnasenschutz tragen zu müssen. Darüber regt sich Stefan Graf nicht auf. Der Mitarbeiter des Waldkraiburger Bauhofs ärgert sich darüber, dass er bei seiner Reinigungstour durch die Stadt auf so viele Masken stößt, die achtlos weg geworfen werden.

Waldkraiburg – An die Zigarettenkippen und anderen Müll, der einfach so weggeworfen wird, hat sich Stefan Graf schon fast gewöhnt. Dass neuerdings aber überall im Stadtgebiet, vor allem im Zentrum Corona-Masken liegen, das findet er „ekelhaft“.

Bis zu 60 Einwegmasken habe er an einem Tag schon gesammelt, erzählt der 47-Jährige vom Bauhof, der die Innenstadt sauber hält. Doch nichts ärgert ihn so wie die Reaktionen einzelner Mitbürger, wenn er sie darauf aufmerksam macht, die Masken doch ordentlich zu entsorgen.

Auf Grünflächen und in den Einkaufsstraßen

„Überall in der Stadt liegen die Dinger. Die Leute schmeißen die Einwegmasken einfach auf die Straße oder den Gehweg, wenn sie ein Geschäft verlassen“, sagt Stefan Graf.

Lesen Sie auch:

Besuch bei den Straßenkehrern: Saubere Straßen in Rosenheim sind nicht selbstverständlich

Waldkraiburger Firma schickt Mitarbeiter wegen des schweren Jahres 2020 drei Tage eher in die Weihnachtsferien

„Manche werfen sie sogar aus dem Auto, wie das McDonalds-Geschirr.“ Teilweise verschandeln die hellblauen Masken auch Grünflächen und Parks. Vor allem aber findet er sie in den Einkaufsstraßen wie in der Berliner Straße.

Besonders übel sei es auf den Parkplätzen der Discounter und Supermärkte, meint er. Dafür ist der Mitarbeiter der Stadtwerke, der seit sechs Jahren beim Bauhof in Sachen Straßenreinigung unterwegs ist, nicht zuständig. Es reicht ihm vollkommen, den Dreck im öffentlichen Bereich zu entsorgen. Graf versteht die Leute nicht: „Wir haben alle 30 Meter einen Mülleimer in der Stadt und jeder hat auch daheim einen Abfallbehälter.“

Aggressive und respektlose Reaktinen

Manchmal nimmt er sich die Freiheit heraus, die Leute, die er inflagranti erwischt, darauf hinzuweisen, dass es sich nicht gehört, die Masken einfach wegzuwerfen. „Aber die sehen meine orangefarbene Arbeitskleidung und werden dann oft richtig aggressiv und machen mich an. Ich solle gefälligst meine Arbeit tun.“ Zwei- bis dreimal in der Woche passiere ihm das, sagt der Waldkraiburger. Und ärgert sich über „so viel Respektlosigkeit. Das regt mich am meisten auf.“

Kommentare