Mit Maske, Abstand und Anmeldung – Wie das Waldkraiburger Kulturleben wieder anspringt

Große Oper:Wenn Corona es zulässt, ist es am 9. Oktober wieder so weit. Dann wird im Großen Saal im Haus der Kultur Verdis „Nabucco“ gegeben. Die Kultur soll im Herbst wieder aufleben in Waldkraiburg, die Theaterabos allerdings werden für eine Spielzeit ruhen. Hdk

„Ohne Kultur fehlt dir was“ – als die Stadt Waldkraiburg vor gut einem Jahr eine neue Imagekampagne startete, hat sicherlich niemand geahnt, wie brandaktuell dieser Slogan einmal werden sollte. Seit der Coronavirus aufgetreten ist, wissen alle, was es bedeutet, wochen-, monatelang ohne Kultur zu sein.

Hans Grundner

Waldkraiburg – Grade in der „Kulturstadt“ Waldkraiburg, die jetzt den Neustart versucht – mit Maske, Abstand und vielen anderen Einschränkungen.

„Zuerst haben wir die Veranstaltungen in den Mai geschoben, dann vom Mai in den Juni, dann in den Juli, bis es hieß: Großveranstaltungen nicht vor dem 31. August. Wir arbeiten mittlerweile an Plan D“, sagt Alexandra Lausmann, die Leiterin der Allgemeinen Kulturverwaltung.

Plan D: das Abo ruht in der neuen Spielzeit

Plan D, das heißt, die Saison ist im Veranstaltungsbereich gelaufen. Und: Die Theaterabos, Oper, Operette, Schauspiel, das große Aushängeschild der „Kulturstadt Waldkraiburg“, wird auch in der neuen Saison ausgesetzt. „Wir lassen es ruhen“, sagt Lausmann.

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Das Haus der Kultur reagiert damit auf die großen Unsicherheiten, die die Corona-Pandemie wohl noch auf längere Sicht mit sich bringt. „Unter unseren Besuchern sind auch Risikogruppen.“ Niemand soll sich jetzt für ein Abo entscheiden müssen. Und kein Abonnent soll seinen angestammten Platz verlieren, wenn er sich nicht dazu durchringen kann, das Abo zu verlängern. In der Saison von September 2020 bis Mai 2021 werden laut Lausmann nur Einzelkarten verkauft.

„Charly Chaplin – das Musical“ am 6. März war also die letzte Abo-Veranstaltung für lange Zeit. Vier Abo-Aufführungen, wie „Kabale und Liebe“ mit bereits 600 verkauften Karten, sowie weitere Vorstellungen im Großen Saal sind wegen Corona in der laufenden Saison geplatzt. Einige, nicht alle werden nachgeholt. Manche Ensembles, wie die von vielen gespannt erwartete Ballettcompagnie aus Pforzheim, konnte nicht einmal proben.

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Für Einzelkarten gibt es das Geld zurück, den Abonnenten bietet das Haus für die entfallenen Veranstaltungen einen Gutschein in Höhe des anteiligen Betrags zu den Gesamtkosten. Mit ihrer Abo-Karte 2019/20 erhalten sie in der neuen Saison 20/21 auf alle Einzelveranstaltungen Rabatt. Und Abonnenten können schon vor dem allgemeinen Kartenvorverkauf reservieren.

Hygiene- und Schutzkonzept für die Museen in Arbeit

Sollten Großveranstaltungen, wenn auch eingeschränkt, wieder möglich sein, erwartet die Besucher ein voller Kulturkalender, inklusive Nachhol-Veranstaltungen.

Während der Veranstaltungsbetrieb erst im Herbst wieder losgehen kann, dürfen Museen und Ausstellungen schon seit Montag (11. Mai) wieder aufmachen. „In dieser Woche ist das im Haus der Kultur nicht mehr realistisch“, sagt Museums- und Galerieleiterin Elke Keiper, die an einem Hygiene- und Schutzkonzept für das Stadtmuseum und das Glasmuseum im Haus der Kultur arbeitet. „Wir wollen ein solides Konzept, Alle Besucher sollen ein gutes Gefühl der Sicherheit haben.“ Die Öffnungstage werden reduziert, ebenso die Besucherzahlen. „Wir rechnen mit 20 Quadratmetern pro Person.“ Eine Voranmeldung ist vermutlich unvermeidlich. Auch ein spezieller „Tag für Besucher 50 Plus“ ist im Gespräch.

Musikschule startet am 18. Mai

Zutritt zum Haus gibt es nur über den Seiteneingang. Das gilt auch für die Musikschüler, die ab Montag, 18. Mai, wieder Unterricht haben. „Das Haupthaus muss zubleiben. Wir wir unser multifunktionales Haus öffnen, hätten wir keine Kontrolle mehr“, sagt Alexandra Lausmann. Auch die Schüler kommen nur nach Voranmeldung ins Haus, werden von den Lehrern abgeholt, dürfen nicht mehr ins Haus begleitet werden und nichts anfassen. Kulturverwaltung und Musikschulräume sind konsequent getrennt. Relativ aufwendige Hygiene- und Schutzvorschriften gelten also für die Musikschule. „Wir probieren es ab Montag, 18. Mai, vorrangig mit Einzel- und Gruppenunterricht, Ensembleunterricht wird auf keinen Fall stattfinden können.“

Bücherei startet schon am 12. Mai

Die Stadtbücherei, eine weitere Säule des Kulturbetriebs, will laut Bianca Mertin schon am Dienstag (11. Mai) starten. Seit fast einer Woche dürfen wieder Bücher bestellt und Bücher ausgegeben werden. Jetzt öffnet die Bibliothek wieder ihre Türen. Auch hier gelten natürlich alle Regeln, Mundschutz, Mindestabstand und so weiter. „Ich bin gottfroh darüber, dass das Haus diese wunderbare Größe hat. Dadurch müssen wir die Besucherzahl nicht so stark beschränken.“ Auch eine Voranmeldung ist wohl nicht notwendig. Bei einer Publikumsfläche von 700 Quadratmetern dürfen 35 Menschen gleichzeitig in die Bücherei.

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