Löwen: „Oberliga, wir kommen!“

Die #missionO ist erfüllt – zwar mit einem Jahr Verspätung, aber dies tut der Freude bei den Eishockeyfans keinen Abbruch. Der EHC Waldkraiburg steigt in die Oberliga Süd auf. Dies machten unter anderem günstige Neuregelungen des Deutschen Eishockeybundes möglich, der den Bayernligisten Waldkraiburg, Höchstadt und Lindau damit entgegenkommt.

Waldkraiburg – „Heute kommt die Katze aus dem Sack, oder besser gesagt, der Löwe“, sagte Thomas Föckersperger, der gestern bei der Pressekonferenz des EHC Waldkraiburg in der Stadiongaststätte als Moderator fungierte. Wolfgang Klose, Präsident, dankte den Fans für das „überwältigende Interesse. Der Zuspruch zeigt: Unser Schritt ist der richtige“. Als er Reinhard Frauscher vorstellte, den Vertreter der VR meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf, die die neue Bande erst möglich machte, jubelten die Fans lautstark. Und dann kündigte Klose den Aufstieg in die Oberliga an. Zuvor hatte es bereits Spekulationen gegeben. Etwa Vertreter des Oberligisten EC Peiting und des Bayernligisten hatten voreilig den Namen EHC Waldkraiburg als Nachrücker aus der Bayernliga fallen gelassen. Aber jetzt ist es fix und wurde offiziell verkündet, nachdem der BEV-Verbandstag am Samstag über die Bühne ging.

Zerwesz bleibt

Seit Samstag stehen die zwölf Oberligisten der Gruppe Süd fest: EV Regensburg, Deggendorfer SC, Selber Wölfe, Tölzer Löwen, EV Landshut, EC Peiting, ERC Sonthofen, Blue Devils Weiden, EHV Schönheide, EV Lindau, Höchstadter EC und der EHC Waldkraiburg.

Durch den Ausstieg der Hamburg Freezers aus der DEL und den Rückzug des EHC Klostersee aus der Oberliga (der Verein hat Sponsoren verloren, weil es Probleme mit Hooligans gab), wäre die Oberliga Süd mit neun Vereinen dagestanden und ausgeblutet.

Am runden Tisch der Bayernliga, bei dem vier Oberliga-Vertreter dabei waren, wurde sechs Stunden verhandelt, erzählt Klose. Einstimmig hat man beschlossen, die Bayernliga gibt drei Mannschaften an die Oberliga ab: Waldkraiburg, Lindau und Höchstadt.

Rainer Zerwesz wird kommende Saison als Oberliga-Trainer an Bord sein.

Der Modus

Klose erklärte den Modus. Die Hauptrunde beginnt am 30. September und endet am 13. Januar 2017. Gespielt wird eine Eineinhalbfachrunde mit 32 Hauptrundenspielen und 16 Heimspielen. Die halbe Runde wird regional eingeteilt (Landshut, Tölz, Deggendorf, Peiting) und die Einteilung in den nächsten Wochen bekannt gegeben. Für die besten acht heißt es dann Zwischenrunde, jeder gegen jeden, zu Hause und auswärts. Danach kommt eine südinterne Play-off-Runde, nach Vorbild der vergangenen Jahre. Somit qualifizieren sich die besten Teams aus dem Süden für die bundesweiten Aufstiegs-Play-offs gegen die Nordstaffel, die ebenfalls vier Teams ins Rennen schickt.

Die Play-downs: Betroffen sind die Plätze neun bis zwölf der Hauptrundentabelle. Sie werden mit den besten acht der Bayernliga verzahnt und spielen in zwei Gruppen eine Einfachrunde, danach kommen Play-offs um den Titel des bayerischen Meisters. Die vier Halbfinalisten sind automatisch für die Oberliga Süd 2017/2018 qualifiziert. Diese Playdown-Runde läuft unter dem Dach des BEV (Bayerischer Eishockey Verband). Die acht Bayernligisten dürfen ab dem 15. Januar 2017 einen weiteren Ausländer verpflichten.

Der erste Ausländer in Waldkraiburg bleibt Jakub Marek. Ob ein zweiter nachnominiert wird, steht noch zur Diskussion. Als Neuzugang nannte Klose Tobias Thalhammer. Der 22-Jährige ist Verteidiger und war nach dem Schülerjahrgang aus Waldkraiburg nach Rosenheim gewechselt (143 DNL-Spiele; 113 DEL II-Spiele).

Fabian Zick, gebürtiger Augsburger, kommt ebenfalls von Rosenheim nach Waldkraiburg. Der Stürmer hat 113 DNL-Spiele mit 67 Punkten und davon 33 Toren gemacht, 57 Oberligaspiele mit Rosenheim absolviert und in 249 DEL-II-Spielen 70 Punkte und davon 34 Tore erzielt. „Der Mann kann uns richtig helfen“, so der Präsident weiter.

„Und Tschüss“ sagt der Verein zu Patrick Vetter. „Die Vorstellungen lagen zu weit auseinander“, ließ Klose durchblicken. Weitere Namen, etwa den des Torwarts, wird Pressesprecher Michael Gößl in den folgenden Tagen bekannt geben. Gespräche, die eine mögliche Kooperation mit einem Oberligisten betreffen, sollen am Dienstag stattfinden. Wieviel Geld mehr die Sponsoren drauflegen müssen, wollte Klose auf Nachfrage nicht sagen,

Der EHC werde auf dem Kurs bleiben, möglichst ortsnahe Spieler zu holen. „Wenn wir viele Wohnungen zahlen müssen, wird das finanziell schnell nicht mehr tragbar sein“, so Klose.

Bei den Eintrittspreisen gilt: Einzelkarte Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Jugend 14 bis 18 Jahre 6,50 Euro, Kinder von sechs bis 13 zahlen 2 Euro (dazu gibt es einen Ball für das Ballspiel). VIP-Dauerkarten kosten 150 Euro mehr und damit ab jetzt 450 Euro. Dauerkarten Erwachsene 200 Euro, ermäßigt 160 Euro, Jugendliche 130 Euro und Kinder 40 Euro. Der Vorverkauf geht von 15. Juli bis 30. August.

Die Vorbereitungsspiele: 11. September in Memmingen, 17. September Saisoneröffnung in Waldkraiburg mit einer Party für die neue Bande, 23. September in Bad Tölz.

Der Verein sucht freiwillige Helfer, Betreuer und Ordner.

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