Liebeserklärung an die SPD Waldkraiburg: Ortsverein feiert 70-jähriges Bestehen:

Bei der Verleihung der Willy-Brand-Medaille an Gert Hilger (2. von rechts): Angelika Kölbl, Martina Arnusch-Haselwarter, Richard Fischer, Gerd Hilger und Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher (von links). Hoffmann

70 Jahre SPD-Ortsverein Waldkraiburg. Ein Höhepunkt der Feier war die Verleihung der Willy-Brandt-Medaille an Gert Hilger.

Waldkraiburg – Zweiter Bürgermeister Richard Fischer brachte seinen Stolz zum Ausdruck, der SPD anzugehören und erinnerte an die Anfänge der Sozialdemokraten in Waldkraiburg. „Die damalige Zeit war nicht die leichteste, die Unsicherheit war groß.“ Die SPD habe „sehr entscheidend dazu beigetragen, dass die Menschen arbeiten, wohnen und leben konnten, und das sind auch die Grundsätze der Sozialdemokratie.“ Er erinnerte an die Errungenschaften der Amtszeit von Bürgermeister Kriegisch und an weitere wichtige Projekte, zum Beispiel den Anstoß zur Gründung der VHS. „Noch beim 100-jährigen Jubiläum werden wir stolz auf diese Partei sein und natürlich werden ich und Markus Rinderspacher auch dabei sein“, schloss Fischer mit einem Augenzwinkern die Liebeserklärung an seine SPD.

An großen Sozialdemokraten erinnert

Die Verleihung der Willy-Brand-Medaille an das langjährige Mitglied Gert Hilger leitete Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher mit seiner Laudatio ein. Rinderspacher sprach nicht nur über das Leben des überzeugten Sozialdemokraten, sondern erinnerte auch an andere Gesinnungsgenossen, die mutige Beiträge zu Demokratie, Freiheit und Recht in Deutschland geleistet hatten – so wie es eben auch heute wieder Menschen wie den Geehrten brauche, die aufstünden und sich für andere einsetzten. Er erinnerte an Kurt Eisner, der den Freistaat Bayern proklamierte und mit seinem Ausspruch „Jedes Menschenleben soll heilig sein“ einen der Grundsätze der späteren Bundesrepublik vorformulierte; er erinnerte an Michael Poeschke, der 1933 im KZ Dachau gefoltert worden war und dennoch seiner Fraktion schwer verletzt davon berichtete, die anschließend gegen das Ermächtigungsgesetz von Adolf Hitler stimmte; er erinnerte an Wilhelm Hoegner, den Vater der bayerischen Verfassung, die dieser im Wesentlichen im Exil in der Schweiz erarbeitet hatte. „Solche Menschen sind auch heute mitten unter uns“, schloss der Laudator an Gert Hilger gerichtet. „Menschen, die diese Werte leben und die das Zeug haben zu Vorbildern.“

Der Erinnerungskultur an die NS-Zeit verpflichtet

Gert Hilger wurde am 6. August 1946 wurde Gert Hilger geboren und kam als ostpreußisches Flüchtlingskind zunächst nach Ostbayern. 1965 machte Hilger Abitur in Pfarrkirchen. Er hat sich immer für Geschichte und Politik interessiert und viele Radtouren unternommen an die entscheidenden Orte der Sozialdemokratie in Deutschland. Er arbeitete bis zu seiner Pensionierung für die Deutsche Post stets in der Gewerkschaft, im DGB, als Stadtführer und eben in der SPD aktiv – kulturell interessiert und vor allem auch der Erinnerungskultur an die NS-Zeit verpflichtet. „Einer, dem es immer wichtig war, für andere da zu sein, über den Tellerrand hinaus zu blicken für die gesamte Gesellschaft“, sagte Rinderspacher. „Dafür mein herzliches Dankeschön.“

Kandidaten und Programm vorgestellt

Hilger bedankte sich für die sehr persönliche Ehrung und erinnerte sich an einige seiner Stationen. Er erklärte, was für ihn das Wichtigste war und ist: „Solidarität kennzeichnet die SPD und dem möchte ich gerecht werden.“

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Hilger bedankte sich für die große Ehre und erzählte von seinen eigenen Reisen zu den wichtigen Orten der Sozialdemokratie, seiner Liebe zur Geschichte und seinen Vorbildern.

Zum Abschluss stellte Richard Fischer als Bürgermeisterkandidat der SPD einige Punkte seines Wahlprogramms und die Kandidatinnen und Kandidaten der SPD vor.

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Angelika Kölbl, Kreisvorsitzende und Landratskandidatin der SPD, überbrachte ihre Glückwünsche zum Jubiläum und gratulierte auch zu den Persönlichkeiten in der Waldkraiburger SPD. Mehr denn komme es heute darauf an, „Wahrheit, Transparenz und Partizipation zu leben“.

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