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Bauausschuss

Lieber Reihenhäuser statt „Riegel“: Kontroverse Diskussion um Wohnbauprojekt in Waldkraiburg

Drei- und viergeschossig sollen die Geschosswohnungsbauten auf einem Grundstück an der Ecke Kopernikus-/Porschestraße werden, die eine große Grünfläche umfassen. So plant es der Grundstückseigentümer. Der Bauausschuss will eine lockerere Bebauung. U-Plan
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Drei- und viergeschossig sollen die Geschosswohnungsbauten auf einem Grundstück an der Ecke Kopernikus-/Porschestraße werden, die eine große Grünfläche umfassen. So plant es der Grundstückseigentümer. Der Bauausschuss will eine lockerere Bebauung.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Was soll aus einem fast 6000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Kopernikus-/Porschestraße werden? Gegen einen Planentwurf, den ein Investor für den Bau von Geschosswohnungsbauten einreichte, wurden im Bauausschuss erhebliche Bedenken laut.

Waldkraiburg – Das Vorhaben, das fast 50 Wohneinheiten auf dem Grundstück zwischen Haus Sudetenland und „Negro-Gewerbezentrum“ vorsieht, sorgte für eine kontroverse Diskussion im Bauausschuss. Vielen Stadträten geht die Verdichtung an dieser Stelle zu weit.

Bauamtsleiter wirbt für Pläne des Investors

Dabei hatte Bauamtsleiter Carsten Schwunck mit Engelszungen auf die Stadträte eingeredet. Für eine Änderung des Bebauungsplanes, die sich an dem Planentwurf des Büros U-Plan orientiert, spreche, dass zusätzlicher Wohnraum für Familien in nächster Nähe zu Kita und Schule entsteht, die Planung einen größtmöglichen Abstand zur bestehenden Wohnbebauung vorsehe und dass eine große Grünfläche erhalten bleibe.

„Bei welchem anderen Bauvorhaben haben wir eine solche Grünfläche sichern können?“, fragte Schwunck und verwies auch auf den großen Zusammenhang mit der Entwicklung im Baugebiet West. Die sei nur deshalb möglich, weil die Behörden die Konsequenz der Stadt bei der Nachverdichtung im innerstädtischen Bereich anerkennen.

Sterr: Was ist eigentlich innerstädtisch?

Das rief Anton Sterr auf den Plan. „Was ist eigentlich innerstädtisch?“, warf der Fraktionssprecher der CSU eine Grundsatzfrage auf, über die sich der Stadtrat Gedenken machen müsse. „Für mich beginnt die Innenstadt nicht in der Porschestraße.“

47 Wohneinheiten sorgen für viel Quellverkehr

Sterr warnte bei 47 Wohneinheiten vor „enormem Quellverkehr“.Die Nachverdichtung solle einigermaßen verträglich bleiben, so Sterr, der forderte, die Verwaltung solle vor einem Beschluss noch einem mit dem Bauwerber sprechen, ob er bei einer Kompromisslösung mit lockereren Bebauung mitgehe.

Umweltreferent ist die Bebauung zu massiv

Umweltreferent Wolfgang Hintereder (UWG) gefällt am Planentwurf nur die Grünfläche. „Die Massivität der Bebauung ist zu groß“, kritisierte er. Im anschließenden Sieldungsgebiet sei die Bebauung niedriger, auch dort gebe es viel Grün. So passe sich die Planung nicht in die Umgebung ein, so Hintereder, der sich dafür aussprach, sich am geltenden Bebauungsplan zu orientieren. Dieser sieht eine lockerere Bebauung mit Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern vor.

Vielsack: Lieber Reihenhäuser

Auch Dr. Frieder Vielsack, UWG-Fraktionssprecher, gefällt die Variante mit sechs bis sieben Reihenhäusern zur Porschestraße. Eine Reihenhausbebauung könnte er sich auch an der Kopernikusstraße vorstellen. Zuletzt habe die Stadt sehr viel Geschosswohnungsbau genehmigt.

Schwunck: Reihenhäuser nicht rentabel

Bei einer Bebauung mit Reihen- und Doppelhäusern werde der Vorschlag kommen, auch den grünen Innenhof mit einzubeziehen, so der Bauamtsleiter. Seinem Hinweis, eine Bebauung mit Reihenhäusern sei angesichts des Grundstückspreises nicht rentabel, wies der Umweltreferent zurück: „Es ist nicht unsere Aufgabe, den Bebauungsplan so aufzustellen, dass der Grundstückspreis refinanzierbar ist.“

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Ernst Schäffer (AfD) hält es für falsch, sich bei einer viergeschossigen Wohnbebauung an der Kopernikusstraße an der gegenüberliegenden Gewerbeeinheit zu orientieren. Die sei „ziemlich in die Jahre gekommen“ und könnte wohl in absehbarer Zeit durch eine andere Bebauung ersetzt werden, die sich dann im Ping Pong-Effekt am neuen Geschosswohnungsbau orientiere und wieder viergeschossig werde.

Einstimmig abgelehnt: Neue Gespräche mit Grundstückseigentümer

Ulli Maier (UWG) leuchtet zwar ein, dass Reihenhäuser auf diesem Grundstück wohl nicht finanzierbar sind. Die drei Riegel gefallen ihm aber nicht. In Richtung Porschestraße müsse die Bebauung lockerer werden.

Einstimmig hat der Ausschuss abgelehnt, auf der Grundlage des Entwurf in ein Bauleitplanverfahren einzutreten. Es soll weitere Gespräche der Verwaltung mit dem Bauherren geben.

Das hat der Investor vor

Auf dem Grundstück an der Ecke Kopernikus-/Porschestraße will der neue Eigentümer zwei Gebäude errichten, die den Straßenraum fassen und sich rückwärtig zu einer gemeinsamen großzügigen Grünfläche orientieren. Diese Fläche, die von der Straße abgewandt ist, ist als Aufenthaltsort für Kinder und Erwachsene vorgesehen. Dachterrassen und Balkone der geplanten Gebäude sind darauf ausgerichtet. Unter der Grünfläche soll eine Tiefgarage entstehen, die den Großteil der erforderlichen Stellplätze aufnimmt.

An der Porschestraße ist ein dreigeschossiges Gebäude mit flachem Pultdach vorgesehen, wobei die niedrigere Seite an der Straße liegt. Das Gebäude wird mit einer Wandhöhe von etwa 8,25 Metern kaum höher sein als der bisher zulässige Bestand mit sieben Meter Wandhöhe. Das obere Geschoss ist als Staffelgeschoss ausgebildet. So entstehen Dachterrassen und nach Süden ausgerichtete Balkone.

An der Kopernikusstraße soll ein Winkelbau mit Staffelgeschossen entstehen. Gegenüberliegend zum vorhandenen dreigeschossigen Gewerbebau an der Ostseite der Straße ist ein viergeschossiges gestaffeltes Gebäude mit Pultdach vorgesehen. Ein in Richtung der Bebauung am Keplerweg abzweigende Gebäudeteil soll auf drei Geschosse abgestuft werden. Die Einfahrt zur Tiefgarage liegt im Süden gegenüber der Gewerbeeinheit.

Mit dieser Planung könnten 47 nach vorläufiger Einschätzung 47 Wohneinheiten, 14 an der Porschestraße, 33 an der Kopernikusstraße realisieren lassen.hg

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