NEUE SCHULLEITERIN

„Lesen ist mir ganz wichtig“

Heute ist ihr erster Schultag an der Goethe-Grundschule: Ruth Linsmeier hat nach zehn Jahren als Konrektorin an der Beethoven-Grundschule eine neue Aufgabe übernommen. hsc

Wenn die Erstklassler heute zum ersten Mal die Grundschule am Goetheplatz betreten, beginnt auch für Ruth Linsmeier ein neuer Lebensabschnitt. Sie ist die neue Rektorin und freut sich auf diese Herausforderung.

Waldkraiburg – Ruth Linsmeier ist keine Unbekannte in der Waldkraiburger Schullandschaft. Sie war in den vergangenen zehn Jahren als Konrektorin an der Beethovenschule tätig und davor sechs Jahre an der Diesel-Grundschule.

Bereits zum Ende des vergangenen Schuljahres hatte sie die Möglichkeit, sich bei ihren neuen Kollegen kurz vorzustellen. Barbara Bauer, die 17 Jahre die Goetheschule geleitet hat, hatte dieses erste Beschnuppern eingefädelt. „Ich habe gleich eine positive Grundstimmung wahrgenommen“, schildert Linsmeier ihren ersten Eindruck. Sie hat sich für die Nachfolge von Barbara Bauer beworben, weil „die Schule einen guten Ruf hat“, so die gebürtige Zwieselerin.

Ihr offizieller Dienstbeginn war am 1. August, und in den Ferien habe sie schon begonnen, sich an ihrer neuen Wirkungsstätte einzurichten. Auch mit dem Kollegium habe sie sich bereits getroffen, sagt sie: „Ich habe motivierte und engagierte Lehrer getroffen. Ich habe das Gefühl, hier habe ich Leute, die anpacken wollen.“

Ruth Linsmeier hat in Regensburg Lehramt studiert. Die Arbeit mit Kindern sowie das Lehren habe sie schon immer interessiert. In Kötzting war sie zwei Jahre als Lehramtsanwärterin, anschließend wurde sie in den Landkreis Mühldorf versetzt. Zwei Jahre war sie in Schönberg, bevor sie nach Waldkraiburg kam. Ihre Arbeit hat sie sich eigentlich immer so vorgestellt, sie sagt aber auch ganz offen, dass sie nicht gedacht habe, so viel Erziehungsarbeit leisten zu müssen. Sie betont zugleich, dass das kein neues Phänomen sei.

An der Goethe-Schule wird sie die Klasse 3 b unter ihre Fittiche nehmen und hofft auf neugierige und freundliche Kinder; nicht nur in ihrer Klasse. Aus ihrer Erfahrung weiß sie: Wenn man den Kindern respektvoll begegnet und ein Vorbild ist, spielt das eine große Rolle.

Sie legt Wert auf die Einhaltung von Regeln. „Ich bin streng, wenn es nottut.“ Sie ist aber auch überzeugt, dass es den Kindern guttut, wenn man viel mit Humor anpackt und die Schule nicht zu verbissen sieht. Wichtig ist ihr vor allem, dass die Schüler viel lesen.

Etwas, was sie selbst auch als ihr Hobby nennt, bei dem sie am besten abschalten kann. Als bekennender Japan-Fan liest die neue Rektorin derzeit gerade den Roman: Endstation Tokio. Da rüber hinaus ist sie gerne in der Natur, wandert oder trifft sich mit Freunden.

Neben den pädagogischen Aufgaben muss sich eine Schulleiterin aber auch um Verwaltung kümmern. „Eine Schule ist wie ein Betrieb, da gehört das Management eben auch dazu.“ Darunter fallen unter anderem Dinge wie Ansprechpartner für die Stadtverwaltung zu sein, sich um die Versorgung mit Personal wie Hausmeister oder Reinigungskräfte zu kümmern und den baulichen Zustand des Gebäudes im Auge zu behalten. „Es ist ein notwendiges Übel; und es wird immer mehr“, sagt Ruth Linsmeier.

Etwas, was sie sofort anstoßen muss, ist, eine Drittkraft für die Förderung einzelner Schüler beim Erlernen der deutschen Sprache zu finden. „Hier haben wir Bedarf“, hat sie bereits erkannt. Mit Lehrern ist sie dagegen, wie sie sagt, gut ausgestattet.

Wenn heute die Schule beginnt, wird sie als Erstes die Erstklässler begrüßen, sich um das eine oder andere Organisatorische kümmern und ein paar Sachen für ihr Büro auspacken.

Wenn die Schüler schon wieder zu Hause sind, dann werde sie sich mit ihren Kollegen zusammensetzen, den ersten Tag gemeinsam Revue passieren lassen und, wie sie es nennt, Psychohygiene betreiben. Das heißt, alles, was in die Schule gehört, auch dort zu lassen.

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