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Lesehungrige Waldkraiburger Jugend

Waldkraiburg - Es wird «zunehmend mehr gelesen», und zwar vor allem von der Jugend. Diese Nachricht gehört - leider - nicht ins Jahr 2009.

Das berichtete die Heimatzeitung in der Woche vor 50 Jahren, als im Gemeinderat eine Bilanz der Waldkraiburger Volksbücherei vorgelegt wurde.

Waldkraiburg und die Welt - Sie war eine überschaubare Einrichtung. Als 1953 die «Volksbücherei», also der Vorgänger der heutigen Stadtbücherei im Haus des Buches, eröffnet wurde, verfügte sie über genau 291 Bücher. Die Bilanz des ersten Jahres weist 80 Leser und 362 Ausleihungen aus. Es konnte also nur aufwärts gehen. Und es ging aufwärts, und wie. Bücherei-Referent Willi Köhler legt für 1958 folgende Zahlen vor. 4600 Bücher, 481 Leser, 12909 Ausleihungen und 2000 Mark Gebühreneinnahmen (1953: 81,69 Mark).

Während sich diese Kennzahlen alle vervielfacht hatten, hatte sich die Bevölkerungszahl in diesem Zeitraum nicht ganz verdoppelt. Gemeinderat und Zeitung kommen zu dem Schluss: «Waldkraiburg - äußerst lesefreudig». Vor allem für die Jugend gelte dies, auf die zwei Drittel der Ausleihen entfielen.

Der Gemeinderat stellt Weichen für die Zukunft: Einstimmig fällt der historische Beschluss für die Versorgung Waldkraiburgs und seiner Industriebetriebe mit Ampfinger Erdgas.

Wegen der schlechten Witterung kommen «nur» tausend Arbeitnehmer zur zentralen Maikundgebung des DGB auf den Mühldorfer Stadtplatz. Der Redner kritisiert den sozialen Rückschritt in Westdeutschland, spricht sich gegen Atomaufrüstung und für die Wiedervereingung aus. Ein Thema ist auch dei 40-Stunden-Woche, die noch immer nicht verwirklicht sei.

Den Maibaum nicht mehr heimgeholt

Maibaumdiebe gab es auch vor 50 Jahren schon. Die Egerländer Gmoi Waldkraiburg konnte ein Lied davon singen. Sie hatte in den Abendstunden des 30. April am Marktplatz einen schönen Baum aufgestellt. In den frühen Morgenstunden des 1. Mai wurde dieser in eine Nachbargemeinde verschleppt, berichtet die Zeitung. Der Baum wurde nicht wieder eingelöst und zurückgeholt, vielmehr «wussten fleißige Hände der Mitglieder in verhältnismäßig kurzer Zeit einen zweiten geschmückten Maibaum aufzurichten, um die angesetzte Festlichkeit nicht zu gefährden». Und in der nächsten Ausgabe wird in einem weiteren Bericht aus Heldenstein gemeldet, Heldensteiner Buam bane den Baum «nächtlicherweise abgesägt und in ihr Heimatdorf transportierten, wo er nun über den Dächern der wuchtigen Bauernhöfe in den blauen Himmel ragt.»

Großen Eindruck macht der Posaunenchor der evangelischen Kirche, der an Christi Himmelfahrt erstmals im Gottesdienst zu hören ist, «wuchtig und klangrein», wie die Zeitung schreibt.

Fischadler in Ebing

Ebinger Schulkinder beobachten mit Oberlehrer Purkart einen großen Vogel, der über dem Ort kreist, sich auf einer 20000-Volt-Stromleitung niederlässt und plötzlich zu Boden stürzt. Der Lehrer findet neben dem von einem Stromstoß getöteten Vogel, einem Adler mit eineinhalb Metern Spannweite, einen ein Pfund schweren Fisch.

Ruhrkumpels aus Mühldorf und Umgebung

«Ruhrkumpels» aus dem Landkreis sind im Bergbau gefragt. Die Heimatzeitung berichtet über eine Gruppe von sechs jungen Burschen aus der Mühldorfer Gegend, die im Pott arbeiten, in den Zechen «Westerholt» und «Bergmannsglück» der Bergwerksgesellschaft «Hibernia» sollen nicht weniger als 250 junge Männer aus der näheren Region unter Tage arbeiten.

Eine 14-Jährige aus dem Landkreis Eggenfelden gesteht, mehrmals den elterlichen Hof angezündet zu haben. Ihr Motiv: unglückliche Liebe. Die Brandstifterin versuchte auf diese Weise, ihren Freund, einen Feuerwehrmann, zurückzuerobern. Wie es heißt, wurde der junge Mann auch tatsächlich als Brandwache eingeteilt. Der Funke der Leidenschaft sprang aber nicht mehr über.

Noch eine Notiz, und zwar zum Themakreis Demographie: Bundespräsident Theodor Heuss wird kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt 16000-facher Patenonkel. Patenschaften übernimmt der Präsident erst ab dem siebten Kind! hg

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