Lernen in der Coronakrise: Wie Katharina Lifka aus Waldkraiburg die Situation meistert

Auf der Terrasse anstatt im Klassenzimmer bereitet sich Katharina Lifka aktuell auf das Abitur vor. Wegen der starken Verbreitung des Coronavirus sind bayernweit alle Schule bis zum Ende der Osterferien geschlossen. Privat
  • Raphaela Lohmann
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Seit Wochen arbeiten die Schüler am Gymnasium Waldkraiburg auf einen Tag hin: Auf den Beginn der Abiturprüfungen. Doch jetzt sind die Prüfungen wegen Corona verschoben. Wie meistern Abiturientin diese Situation?

Waldkraiburg/Kraiburg – Die Verunsicherung bei den Abiturienten ist zum Teil groß, dennoch müssen sie weiter fokussiert bleiben. Wie auch Katharina Lifka aus Kraiburg, die sich seit der bayernweiten Schulschließung daheim vorbereitet.

„Ich wünsche mir, dass die Schule wieder anfängt.“ Die Aussage von Katharina Lifka hat eher Seltenheitswert, in Zeiten von Corona ist es aber ein Wunsch nach Normalität. Denn bis zum Ende der Osterferien sind bayernweit alle Schulen, eine Ankündigung, die gerade bei den Abschlussklassen für Verunsicherung sorgte.

Sechs Klausuren stehen noch aus

„Als wir von der Schulschließung informiert wurden, fühlte ich mich im ersten Moment sehr verloren. Ich hatte kein Gefühl dafür, was in den fünf Wochen auf mich zukommt“, erzählt Katharina Lifka. Sechs Klausuren stehen noch was – was soll damit passieren? Die Unsicherheit war im ersten Moment groß, denn zu diesem Zeitpunkt stand noch nicht fest, dass die Abiturprüfungen auf 20. Mai verschoben werden.

„Es ist fair, dass das Abi verschoben worden ist. Aber eigentlich hätte ich es gerne hinter mich gebracht, wir haben zwölf Jahre darauf hingearbeitet.“ Jetzt also müssen sich Katharina Lifka und alle anderen Abiturienten ein paar Wochen länger gedulden. Der neue Termin entzerre den Zeitdruck, sodass die fehlenden Klausuren bis zu den Beginn der Prüfungen nachgeholt werden können. „Bei manchen geht es ja noch um die Noten“, sagt Katharina Lifka.

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Die Abiturientin hält es nicht für ausgeschlossen, dass die Prüfungen ein weiteres Mal verschoben werden. Aber sie hofft natürlich, dass die Abiprüfungen wie jetzt geplant am 20. Mai starten können. „Daran halte ich mich jetzt fest.“

Die Unsicherheit macht es auch schwierig, für die Zeit nach dem Abitur zu planen. Der Abiball ist bereits verschoben, die Karten dazu waren bereits gedruckt. „Es ist traurig, dass es nicht so läuft wie geplant“, sagt sie.

Das Strukturierte fehlt

Die nächsten Wochen muss sie sich aber allein zuhause auf die Schule und Prüfungen vorbereiten. Eine ungewohnte Situation für sie. „Unsere Lehrer haben uns Aufgaben gestellt, was zu tun ist. Aber ohne geregelten Stundenplan ist es schwierig, die Zeit zu füllen. Es fehlt das Strukturierte.“ Jetzt müsse sie sich selbst organisieren, wann, und in welcher Zeit sie welche Aufgaben löst und wann sie Pause macht. Vorrangig bereitet sie sich aktuell auf ihre Prüfungsfächer Mathematik, Deutsch, Englisch, Religion, Physik und Geo vor. „Ich will ja nicht nichts tun.“

Das schulische Umfeld fehlt

Für Katharina Lifka geht es nicht nur um das Abitur. Sie will anschließend in München Medizin studieren und muss dazu vorab noch den Mediziner-Test machen. „Der soll bislang im Mai stattfinden.“ Der Termin ist bereits am 9. Mai und damit vor den Abi prüfungen. „Das macht es entspannter.“

Ihren Zeitplan wirbelt das verschobene Abitur damit kaum durcheinander – zum jetzigen Zeitpunkt. Aber bei Schulfreunden, die ein duales Studium beginnen wollen, oder für die Zeit nach den Prüfungen bereits Urlaub gebucht haben, werde es schwieriger.

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Neben dem strukturierten Tagesablauf fehlt Katharina Lifka das gewohnte schulische Umfeld. „Es ist eine gewaltige Umstellung, die Freunde nicht jeden Tag zu sehen.“ Den ganzen Tag über lernt sie allein daheim, hält über Mail und Telefon Kontakt zu ihren Mitschülern. Doch nachmittags, wenn sie die Schulbücher zur Seite legt, kann sie sich nicht wie gewohnt mit ihren Freunden verabreden. „Ich würde mich gerne mit ihnen treffen, aber das geht ja nicht.“ Denn bei den Abiturienten ist es in diesem Jahr wichtiger als sonst. „Nur nicht krankt werden.“

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