Kuratie feiert das Jubiläum unter dem Motto "Miteinander leben, miteinander glauben, miteinander feiern"

Lengmoos feiert 700 Jahre Kirche St. Ägidius

Lengmoos - "Miteinander leben, miteinander glauben, miteinander feiern". Unter diesem Motto feiert die Kuratie Lengmoos in 2015 "700 Jahre - Ersterwähnung ihrer Kirche": In den Matrikel des Freisinger Bischofs Konrad III.

von 1315 wird die Kirche von Lengmoos als eine der Filialen der Pfarrei Kirchdorf erstmals erwähnt und zwar: "cum sepultura", eine Filialkirche mit eigenem Friedhof.

Wie die Kirche vor 700 Jahren ausgesehen hat, darüber kann man nur mutmaßen. Auch die Frage "Burg oder Kirche?" konnte bis auf den heutigen Tag nicht eindeutig geklärt werden. Im Volksmund hielt sich über viele Jahre die Aussage, dass die Kirche früher ein Jagdschlösschen der Grafen von Haag oder die (eine) Burg der Ritter von Lengmoos war. Es wird aber angenommen, dass das heutige Langhaus einst Teil einer Wohnburg des Ministeralien Rapoto de Lenginmos war, der 1145 und 1168 in zwei Urkunden des Klosters Gars erwähnt wird.

Ob im 12. Jahrhundert bereits eine Kirche oder Kapelle existiert hatte, ist nicht erwiesen. Wenn ja, hat diese älteste Kirche sicher noch keine Ähnlichkeit mit dem heutigen Kirchenbau. Es ist anzunehmen, dass es nur eine Kapelle aus Holz war. Ein weiterer Hinweis auf ein Vorkommen einer Kirche im 12. Jahrhundert ergibt sich aus der Tatsache, dass die Kirche den heiligen Ägidius (+ ca. 720) als Kirchenpatron hat. Der heilige Ägidius war Einsiedler und könnte somit auch in der Siedlungs- und Rodungszeit besonders verehrt worden sein.

Ob das heutige Langhaus einst Teil der Burg war oder aus Teilen der verfallenen Burg nach dem Aussterben des Rittergeschlechts erbaut wurde, lässt sich heute nicht mehr exakt feststellen, ist aber sehr wahrscheinlich.

1315 tauchte Lengmoos zum ersten Mal in kirchlichen Dokumenten auf. Der Freisinger Bischof Konrad III. ließ 1315/1316 ein mittelalterliches Urbar erstellen. Das führt alle Besitzungen, sämtliche fürstbischöfliche Güter mit ihren Einnahmen auf und ist gleichzeitig eine genaue Diözesanbeschreibung, in der alle Kirchen, Kapellen, Klöster und Friedhöfe aufgezählt sind. In der "Konradinischen Matrikel" wird Lengmoos als eine von 14 Filialen der Pfarrei Kirchdorf aufgeführt.

Unter dem Haager Grafen Sigmund von Haag (1476 bis 1522) wurde die Kirche im gotischen Stil umgebaut und nahm ihre heutige Gestalt an. In dieser Zeit wurde der Chor angebaut, im Chorbogen ist die Jahreszahl 1489 zu lesen. Damals wurde auch das gotische Gewölbe eingezogen. In den zahlreichen Gewölbeschlusssteinen finden sich unter anderem der Reichsadler und das Wappen der Grafschaft Haag. Außerdem dürften auch ein Westturm sowie die zweigeschossige Sakristei errichtet worden sein.

Der 36 Meter hohe Kirchturm mit den vier Eckaufsätzen und der außerordentlich schlanken Turmspitze wurde 1617 neu erbaut auf dem Fundament des älteren Turms. Die Baukosten lagen bei 150 Gulden. In den folgenden Jahrhunderten wurden immer wieder kleinere und größere Reparaturen durchgeführt.

1920 löste sich Filialkirche Lengmoos von ihrer Mutterpfarrei und wurde eine Expositur mit eigenem Pfarrer. 1965 wurde aus der Expositur Lengmoos die Kuratie Lengmoos. Seit dem Tod des letzten Kuraten und mit Gründung des Pfarrverbandes Gars ist Lengmoos Teil dieses großen Pfarrverbandes. re

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