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Ehrenvoller Empfang im Waldkraiburger Stadtrat

Großer Beifall für drei Lebensretter, die einen Buben aus dem Innkanal gerettet haben

Für ihre mutige Tat hat die Stadt Waldkraiburg Helmut Maier (von links) Kilian Huber und Marco Schmid ausgezeichnete Bürgermeister Robert Pötzsch überreichte die Ehrenurkunden.
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Für ihre mutige Tat hat die Stadt Waldkraiburg Helmut Maier (von links) Kilian Huber und Marco Schmid ausgezeichnete Bürgermeister Robert Pötzsch überreichte die Ehrenurkunden.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Dass sich ein ganzer Stadtrat zum Applaus erhebt, kommt nicht alle Tage vor. Die drei Männer, die vor einigen Wochen einen Buben aus dem Innkanal gerettet hatten, haben sich genau das verdient, wie bei der Ehrung durch die Stadt deutlich wurde.

Waldkraiburg – Beim Spielen war Ende Mai ein achtjähriger Junge in den Innkanal gefallen und drohte zu ertrinken. Beherzt haben Marco Schmid, Kilian Huber und Helmut Maier eingegriffen und dem Bub das Leben gerettet. Die Stadt Waldkraiburg hat die Lebensretter nun ausgezeichnet.

Gefährlicher Platz zum Spielen

Einen gefährlichen Platz zum Spielen hatte sich am 26. Mai ein Achtjähriger mit seinen Freunden gesucht. Direkt an der Bootseinlassstelle am Innkanal bei St. Erasmus. Was danach passierte, daran kann sich auch zwei Monate später Marco Schmidt noch gut erinnern, der an diesem Tag mit seinem Kollegen mit Mäharbeiten am Innkanal beschäftigt war und kurz eine Pause machte, nachdem ein Freund zu den beiden gestoßen war.

Nicht viel Zeitzum Überlegen

„Wir haben Schreie von Kindern gehört“, erzählt er. So laut, dass es nicht zu überhören war. Schnell rennen sie an den Kanal und sehen, was passiert war: Der achtjährige Bub war ins Wasser gefallen und drohte, in die Mitte des Gewässers zu treiben. Viel Zeit zum Überlegen blieb ihnen da nicht: „Ich dachte nur, dass wir den Jungen da wieder rausholen müssen“, sagt Marco Schmidt, der die Notsituation sofort erfasst hatte.

Jede Sekunde zählte

Statt sich den nächsten Rettungsring zu schnappen, ergreift er ein Baustellenschild, das näher am Unfallsort aufgebaut war. Kilian Huber informiert währenddessen die Rettung. „Scharfsinnig und kurzentschlossen“ beschreibt die Polizei das Handeln der drei Männer. Jede Sekunde zählte, denn der Bub war bereits mehrere Male unter Wasser geraten.

Mit Verkehrsschild aus dem Wasser gezogen

Der Achtjährige konnte das Verkehrsschild packen, das Marco Schmidt ihm hingehalten hat. Helmut Schmid konnte ihn aus dem Wasser ziehen. „Wir haben ihn gerade noch erwischt, bevor er ganz reingezogen wurde.“ Was die drei Männer an diesem Tag geleistet haben, so richtig wurde das Marco Schmidt erst ein paar Tage später bewusst. „Natürlich macht man sich Gedanken, was wäre gewesen, wenn? Aber das ist egal. Es hat genau gepasst an diesem Tag“, sagt Marco Schmidt nach der Ehrung durch die Stadt.

Bürgermeister: Die Drei haben alles richtig gemacht

Es hat alles an diesem Tag gepasst und die drei Männer haben alles richtig gemacht. „Wenn Marco Schmid, Kilian Huber und Helmut Maier nicht vor Ort gewesen wären, hätte der Junge nicht überlebt. Dies bestätigte auch die Polizei“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) bei der Ehrung im Stadtrat. Für diese mutige und uneigennützige Tat hat die Stadt die drei Männer mit der Ehrenurkunde ausgezeichnet. Mit stehenden Ovationen applaudierte der Stadtrat den Lebensrettern.

Familie hat sich noch nicht bedankt

Auch die Polizei hat die drei Männer in der Zwischenzeit für ihre Tat geehrt, wie Marco Schmidt erzählt. Der Achtjährige hatte sich zwar gleich nach dem Vorfall bei seinen Rettern bedankt, aber von der Familie selbst haben sie bis heute nichts gehört.

Gefährlicher Aufenthalt

In den Tagen nach dem Unglück ist Marco Schmidt weiterhin mit Mäharbeiten am Innkanal beschäftigt, auch in seiner Freizeit ist er immer wieder mal dort. Was er aber gelegentlich am Innkanal sieht, ärgert ihn. „Nur ein paar Tage nach dem Unfall habe ich eine Familie gesehen, die mit ihren Kindern unter einer Brücke gesessen ist“, erzählt er.

Wie gefährlich der Aufenthalt im Uferbereich des Innkanals ist, scheint diese Familie unterschätzt oder schlicht ignoriert zu haben. Unfälle wie mit dem achtjährigen Buben kommen zum Glück selten vor. Zuletzt im Dezember 2019 hatte ein Ehepaar eine junge Frau aus dem Wasser gezogen.

Die 20-Jährige hatte versucht, ihren Hund aus dem Innkanal zu ziehen und war dabei ins Wasser gestürzt. Auch das Ehepaar erhielt von der Stadt die Ehrenurkunde.

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