Landsmannschaft Schlesien löst sich auf

Die Vorsitzenden der Landsmannschaft Schlesien : Günther Schubert (1958 bis 1961 und 1967 bis 1970), Eitel Hagen (1954 bis 1957), Paul Janik (1964 bis 1967) und Reinhold Hoffmann (1957 bis 1958 und 1961 bis 1964). Ertelt

Die Landsmannschaft Schlesien hatte mit ihrer Weihnachtsfeier ihr letztes offizielles Treffen. Mit Beschluss der Mitgliederversammlung löst sie sich nach 65 Jahren zum Jahresende 2019 auf. Gründe dafür sind eine zu geringe Mitgliederzahl und eine starke Überalterung.

Waldkraiburg – Am 19. Juni 1954 lud der damalige Chef der Eisengießerei Klein, Oberingenieur Erich Klein, seine schlesischen Landsleute ins Gasthaus „Hubertus“, das später „Weißer Hirsch“ hieß, ein und gründete einen Ortsverband der Landsmannschaft Schlesien. Unverzüglich traten fast 30 Personen als Mitglieder ein. Sie wählten auch gleich den Polizisten Eitel Hagen zu ihrem Vorsitzenden.

Schlesier pflegten ein reges Vereinsleben

Ihm folgte 1957 der Oberlehrer Reinhold Hoffmann. Von 1958 bis 1961 war der Kaufmann Günther Schubert Vorsitzender der Schlesier. Es folgte noch einmal Reinhold Hoffmann bis 1964. Von da bis 1967 leitete Paul Janik den Verein, danach noch einmal Günther Schubert bis 1970.

Zuletzt übernahm der Rektor Klaus Ertelt den Vorsitz. Er blieb 49 Jahre lang Vorsitzender bis 2019 zur Auflösung der Landsmannschaft.

Im Vereinsleben fanden alljährlich eine Faschingsfeier, ein Fußwandertag, ein Omnibusausflug, ein schlesisches Eisbeinessen und eine Weihnachtsfeier statt. Dazwischen organisierten die Vorsitzenden Mundartlesungen, Liederabende, Lichtbildervorträge und Erzählrunden, sogenannte „Loaberabende“, nahmen auch am Tag der Heimat teil. Stammlokale waren nach dem Gasthaus „Weißer Hirsch“ noch die ehemalige Bahnhofsgaststätte, das Café Schmidt (später Hotel Reichenberg und Hotel Bayerischer Hof), das Gasthaus Nolli (später Graf-Toerring-Hof und Taverne Korfu) und am Ende das Bistro Cult im Haus der Kultur. 

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Im Lauf er Jahre war die Mitgliederzahl zunächst bis auf fast einhundert Personen angestiegen, nahm aber mit fortschreitender Zeit durch Wegzüge, Todesfälle und Austritte stetig ab. Die Wander- und Ausflugswege wurden immer kürzer. Einige der zuletzt noch dreizehn Mitglieder kamen in ein Pflegeheim oder konnten einfach das Haus nicht mehr verlassen.

Ab 2020 gibt es den Verein nicht mehr

Also stellte der Vorsitzende Klaus Ertelt im September 2019 den Antrag, die Landsmannschaft zum Jahresende aufzulösen. Die wenigen anwesenden Mitglieder stimmten mehrheitlich, jedoch mit Bedauern, zu. Man will sich aber weiterhin ab und zu bei einer Tasse Kaffee im Stifterheim treffen.

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