Kulturpreis für Waldkraiburger Fotografin Petra Flath

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Beim 63. Sudetendeutschen Tag in Nürnberg erhielt die ehemalige Waldkraiburgerin Petra Flath den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur 2012. Gut besucht waren auch die drei Stände aus der Industriestadt.

Waldkraiburg/Nürnberg - Petra Flath, geborene Maier, räumte beim Sudetendeutschen Tag in Nürnberg am Wochenende ab: Die Wahl-Münchnerin erhielt den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur 2012. Elke Keiper, Leiterin des Stadtmuseums Waldkraiburg, hielt die Laudatio auf die Fotografin, die 1952 in Wiesbaden geboren wurde und in Waldkraiburg aufwuchs. Ihre Eltern stammen aus dem Böhmischen. Flath kam schon früh mit dem Fotografieren in Berührung, denn ihre Tante Herta Augsten hatte sich Mitte der 50er-Jahre als erste Fotografin in Waldkraiburg niedergelassen, so Keiper. Flath fing als Kind mit der berühmten Rolleiflex an und professionalisierte ihr Interesse, machte es zu ihrem Beruf. Nach der Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie in München besuchte sie in Basel die renommierte Hochschule für Gestaltung und danach die Meisterklasse in München. Ihr erstes Projekt danach eine Imagebroschüre des BFZ Peters. Petra Flath lebte von Auftragsarbeiten in den Bereichen Architektur- und Industriefotografie. Daneben entstanden freie Arbeiten - vor allem melancholische Landschaften und Porträts. Für das Stadtmuseum Waldkraiburg porträtierte die Künstlerin im Jahr 2000 die Werke der Gebrüder Brunotte sowie die Bildhauer selbst. Laut Keiper nutzte sie dabei das Dokumentarische der Fotografie und erfasste das Thema gleichzeitig künstlerisch. Die Museumsleiterin bescheinigt der analogen Fotografin ein "wunderbares Gespür für Proportionen, für das dreidimensionale Objekt im Raum, das Petra Flath durch Linienführung, Licht- und Schattenfall fotografisch zu bannen versteht". Dabei nähere sie sich dem Porträtierten nicht nur technisch-professionell, sondern vor allem menschlich. Flaths jüngstes Projekt handelt von Porträts aus Möhmen und Mähren. Es handelt von Menschen, die sich seit 1989 für die deutsch-tschechischen Beziehungen eingesetzt haben.

Darum geht es im Endeffekt auch beim Sudetendeutschen Tag. "Fast sieben Jahrzehnte nach der Vertreibung verbindet er die Generationen zur lebendigen, sich ständig fortentwickelnden Gemeinschaft der Sudetendeutschen Volksgruppe", sagte Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe. Der Sudetendeutsche Tag gab auch Waldkraiburg die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Die Adlergebirgler, das Adalbert-Stifter-Heim und die Stadt Waldkraiburg gemeinsam mit dem Haus Sudetenland waren mit Messeständen vertreten. "Es war eine tolle Sache", berichtet Stadtrat Dietmar Heller, der sich auch als Ahnenforscher betätigt. Da habe er gute Kontakte knüpfen können. Der Stand des Stifterheims habe eine sehr gute Resonanz erfahren und man habe einige Leute für das Haus Sudetenland begeistern können, freut sich Heller. kla

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